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Hooligans als Werkzeuge von EU-Gegnern?
Von Enver Robelli. Aktualisiert am 14.10.2010 23 Kommentare
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Die Gewalt serbischer Hooligans in Genua hat die Regierung in Belgrad in einen Schockzustand versetzt. Erst am Wochenende hatten Tausende Randalierer, darunter viele Fussballfanatiker, gegen die erste Parade von Homosexuellen in der serbischen Hauptstadt protestiert. Dabei lieferten sie sich Strassenschlachten mit der Polizei und plünderten Geschäfte. Viele reisten danach offenbar gleich nach Italien weiter.
Das serbische Aussenministerium kündigte «radikale Massnahmen» gegen die Gewalttäter an. Mehrere Politiker entschuldigten sich bei der italienischen Regierung für das Verhalten der serbischen Krawallmacher. Innenminister Ivica Dacic sagte, die Polizei werde untersuchen, wie der serbische Fussballverband die Billette verkauft und verteilt habe. Er unterstellte jedoch der italienischen Polizei, sie habe nicht angemessen auf die Ausschreitungen reagiert. Und er betonte, man könne nicht erwarten, dass die serbische Polizei für Recht und Ordnung in Italien sorge. Das gelang den serbischen Sicherheitskräften allerdings auch nicht, als Hooligans und Nationalisten gegen die Schwulenparade in der Belgrader Innenstadt wüteten. Die Polizisten konnten zwar die Teilnehmer der Gay Pride beschützen. Angriffe auf Parteizentralen und die Plünderung und Zerstörung von Geschäften konnten sie aber nicht verhindern.
Anführer vorbestraft
Laut serbischen Medien ist der mutmassliche Anführer der Hooligans von Genua, Ivan Bogdanov, mehrfach vorbestraft. Die italienische Polizei identifizierte ihn vor allem aufgrund einer Tätowierung, die die Jahreszahl 1389 enthält. Damals fand auf dem Amselfeld (Kosovo) eine Schlacht zwischen den christlichen Serben und den muslimischen Osmanen statt. Serbische Nationalisten deuten die Niederlage auf dem Amselfeld zu einem spirituellen Sieg um. Der Staatssekretär im Justizministerium, Slobodan Homen, gab nationalistischen Kreise und Drogenkartellen die Schuld für die Unruhen: «Jemand will, dass man uns die Reife für die EU abspricht.» Und Sportministerin Snezana Samardzic-Markovic sagte: «Diese Vandalen haben dem mühselig wiederaufgebauten Ansehen unseres Landes einen schweren Schlag versetzt.»
Nun spekuliert Serbien über Drahtzieher aus Geheimdienst und Mafia-Kreisen. Etwa, ob Nationalisten, die sich am pro-europäischen Kurs Belgrads stören, hinter der gezielten Destabilisierung des Landes durch Hooligan-Krawalle stehen oder abgetauchte Drogenbosse, die sich für die Enteignung ihres Vermögens rächen wollen. Für die Unruhen in Genua und Belgrad macht Staatssekretär Slobodan Homen «organisierte Gruppierungen, die finanzielle Unterstützung geniessen», verantwortlich. Ziel der Krawalle könnte auch sein, dass einige Grossunternehmen «ihr Monopol behalten». Auch Drogenkartelle gelten als mögliche Drahtzieher: «Jemand will, dass man uns die Reife für die EU abspricht.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 14.10.2010, 14:06 Uhr
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23 Kommentare
Sport und Gewalt müssen getrennt werden. Dann kann man diese Auswüchse isoliert betrachten und bekämpfen. Die Verletzten, die Sachschäden, die zivilrechtlichen Konsequenzen, die Gefahr für Unbeteiligte, die Toten. Auf der anderen Seite die Interessen, das Geld, die Politik die Schnittstellen....., Was wir dann vielleicht sehen heisst Terrorismus und organisierte Kriminalität. Wacht auf. Antworten




