«Ich dachte, Strelli macht den Penalty rein»

Von Fabian Kern. Aktualisiert am 05.03.2012 2 Kommentare

Matchwinner Alex Frei verzichtete am Sonntag gegen den FC Luzern zugunsten seines Freundes Marco Streller auf einen lupenreinen Hattrick.

Eine Klasse für sich. Alex Frei baute mit seinen Saisontoren 13 und 14 seine Führung im Torschützenklassement der Super League aus.

Eine Klasse für sich. Alex Frei baute mit seinen Saisontoren 13 und 14 seine Führung im Torschützenklassement der Super League aus.
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Die schönsten sportlichen Ausnahmeleistungen sind jene, die vorher angekündigt werden. «Alex hat mir in der Pause etwas gesagt, und das hat er in der zweiten Halbzeit auch umgesetzt», sagte FCB-Trainer Heiko Vogel etwas kryptisch, angesprochen auf seinen matchentscheidenden Spieler. Auf Nachfrage wurde er dann doch noch konkret: «Er hat mir gesagt, er würde heute zwei Tore schiessen.»

Bereits im ersten Durchgang bewies Alex Frei seine Klasse, als er mit seiner Freistossflanke von der rechten Seite David Abrahams Kopf fand, der zur Führung einnickte. Selbst zum Abschluss kam der Topskorer nicht oft. Immer wieder holte sich der 32-Jährige den Ball weit hinten und versuchte, das harzige Basler Offensivspiel anzukurbeln. In der 78. Minute wurde es dem Stürmer schliesslich zu bunt. In unnachahmlicher Manier schlenzte Frei den Ball nach Marco Strellers gewonnenem Kopfballduell aus rund zwanzig Metern in die Maschen und düpierte damit den Luzerner Torhüter David Zibung.

Sein zweiter Streich war dann um einiges einfacher. Frei veredelte den schönsten Angriff des Spiels über Fabian Frei und Marco Streller zum 3:1. Sein Namensvetter hatte ihm uneigennützig sein 14. Saisontor aufgelegt.

Alex Frei, war das ein wichtiger oder gar ein vorentscheidender Sieg gegen den FC Luzern?
Mit diesem Sieg ist sicherlich ein Zeichen gesetzt worden heute Abend. Auch für die Konkurrenz, die vielleicht denkt, der FC Basel wanke ein bisschen. Wir haben einen guten Lauf und sicher auch das Glück auf unserer Seite. Ich glaube, wir verdienen es uns auch, weil wir unheimlich viel ins Spiel investieren. Und jetzt, wenn der Rasen gewechselt wird, kann es nur noch besser werden.

Wie froh sind Sie, dass Sie nicht mehr auf diesem Platz spielen müssen?
Der Rasen kommt unserer Spielweise sicher nicht sehr entgegen. Aber nach vier Jahren darf man den Rasen ja auch einmal wechseln.

Nach dem Gegentor konnten Sie sehr schnell reagieren, ist das die grosse Qualität des FCB?
Fairerweise muss man sagen, dass die Luzerner zehn, zwanzig Minuten lang sehr gut gespielt haben, in jener Phase, als sie das 1:1 schossen. Sie haben uns ins Wanken gebracht. Wir konnten aber reagieren und haben mit gewissen Wechseln nochmals das Spiel angekurbelt und so die Entscheidung herbeigeführt.

Was war ausschlaggebend nach dem Ausgleich?
Vielleicht brauchte es jenes Tor, damit wir nochmals geweckt werden. Nach dem Gegentreffer hatten wir die beste Phase in diesem Spiel. Vorher war es eher durchzogen. Im Moment haben wir aber wie gesagt das Glück auf unserer Seite – nur dürfen wir dieses Glück nicht zu sehr provozieren, sonst kann es auch kippen. Darauf müssen wir gefasst sein.

Und wie kann man das vermeiden?
Indem man mehr Aufwand betreibt, klarer in den Aktionen, kaltblütiger vor dem Tor ist und die stehenden Bälle noch besser ausführt.

Am Ende war es ein komfortabler Sieg, beinahe hätte es 4:1 geheissen. Fiel der Sieg um ein Tor zu hoch aus?
Über die Höhe kann man diskutieren. Aber wenn man ein Fazit zieht, muss man sagen, es war verdient. 4:1 wäre etwas arg hoch gewesen. Schade, ich habe Strelli den Penalty überlassen, weil ich dachte, er macht ihn rein. Aber leider war der Pfosten im Weg.

Dann schiessen beim nächsten Mal Sie wieder?
Ich bin nicht so egoistisch, dass ich, wenn ich zwei Tore mache und wir 3:1 in Führung liegen, unbedingt drei Tore schiessen will. Mein Sturmpartner ist ja nicht nur Sturmpartner, sondern auch ein Freund von mir. Deshalb war für mich klar, dass Marco den Penalty schiesst. Nur dachte ich, dass er ihn reinmacht (lacht).

War das die Meisterprüfung?
Nein, das war ein Schritt in die richtige Richtung, nicht mehr und nicht weniger. Beim Blick auf die Tabelle freuen wir uns, aber solange rechnerisch alles möglich ist, nehmen wir Spiel für Spiel. Innerhalb von ein paar Wochen kann sich viel ändern.

Auf den FCB warten nun ganz tolle Wochen.
Ungemein tolle Wochen, ja. Es wartet ein Champions-League-Spiel, es wartet aber auch ein Cupspiel. Man muss sich bewusst sein, dass man nach diesen Wochen aus zwei Wettbewerben draussen sein kann. Deshalb haben wir uns immer gesagt, wir müssen Match für Match schauen. Wenn man die Spieler von Borussia Dortmund fragt, die sieben Punkte Vorsprung haben, dann sehen die sich auch noch nicht als Meister. Es braucht noch einige Kraftakte, um die Meisterschaft wieder nach Basel zu holen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.03.2012, 09:42 Uhr

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2 Kommentare

joachim kahn

05.03.2012, 15:09 Uhr
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Warum wird ein Penalty nicht einfach oben rein geschossen? Bis der Goali die Hände oben hat, hat es schon geklingelt. Und präzise muss der Schuss dann auch nicht sein. Aber finde es doch eine gute Geste bei Antworten



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