«Im Leben gibt es mehr als Gucci, Prada, schöne Autos und Geld»

Nati-Torjäger Alex Frei wird für seine Kaltblütigkeit vor dem Tor von den Gegnern gefürchtet.Privat ist Basels Torjäger ein sensibler Mensch mit einem grossen Herzen.

Nachdenklicher Alex Frei: Basels Torjäger ist privat ein sensibler Mensch mit einem grossen Herzen.

Nachdenklicher Alex Frei: Basels Torjäger ist privat ein sensibler Mensch mit einem grossen Herzen.
Bild: Keystone

Der Internationale, der in 72 Länderspielen bisher 40 Tore für die Schweiz erzielt hat, engagiert sich zurzeit unter anderem auch als Botschafter der «Gesellschaft für Muskelkranke». Alex Frei, der sich zurzeit von einem Oberarmbruch erholt, hat schon mehrere, auch muskulär bedingte Verletzungen wie Muskelfaserrisse durchgemacht. Deshalb ist er auf diese Problematik besonders sensibilisiert. Frei, der sich vor acht Wochen im Spiel gegen den FC Aarau in einem Zweikampf mit Verteidiger Martin Stoll schwer verletzt hatte, hat für das Spiel des FC Basel am Sonntag gegen den FC Luzern 16 muskelkranke Fussball-Fans samt ihren Angehörigen in den St.-Jakob-Park eingeladen. Der Captain der Nationalmannschaft hat dafür insgesamt für 40 Personen Eintrittskarten besorgt. Nach dem 5:0-Sieg offerierte Frei in der Eishalle neben dem Stadion seinen Gästen einen Apéro, wo sich Frei auch für eine Frage- und Autogrammstunde zur Verfügung stellte.

Frei engagiert sich mit Herz für Behinderte ein

«Ich habe inzwischen gemerkt, was Muskeln für mich als Spitzensportler überhaupt bedeuten und was sie für eine Funktion ausüben», sagt Frei. Er habe nicht lange überlegen müssen, ob er das Engagement als Botschafter für muskelkranke Menschen eingehen solle. «Ich bin das Engagement sofort und spontan eingegangen. Und wenn ich etwas eingehe, dann bin ich mit Überzeugung und dem ganzen Herzen dabei», sagt Frei.«Es tut mir gut, wenn ich als privilegierter Spitzensportler benachteiligten Menschen helfen kann», sagt Frei. Wenn man solches Leid sehe, werde man sich wieder bewusst, «dass es im Leben mehr gibt als Gucci, Prada und schöne Autos».

Frei kümmerte sich rührend um behinderten Mattia

Im Stadion kümmerte sich Frei rührend um den 16-jährigen Mattia, der wegen seiner Muskelkrankheit an den Rollstuhl gefesselt ist. Als Mattia von der SF-Reporterin nach dem Resultat gefragt wurde, flüsterte es ihm Alex Frei behutsam ins Ohr: «Sag 2:0 für den FC Basel.» Dass das Spiel gegen den FC Luzern dann gleich mit 5:0 für den FC Basel enden würde, hatte auch Frei nicht geglaubt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.04.2010, 10:45 Uhr

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