Sport

Jörg Stiels Wunsch geht beim FCB in Erfüllung

Von Dominic Willimann. Aktualisiert am 24.07.2014 8 Kommentare

Der ehemalige Nationaltorhüter findet in Basel eine neue Herausforderung und trainiert nun die Goalies der U21-Junioren des FC Basel – auf eigene Anfrage.

Ein routinierter Schlussmann: Jörg Stiel hat im Profifussball viele Erfahrungen gesammelt.

Ein routinierter Schlussmann: Jörg Stiel hat im Profifussball viele Erfahrungen gesammelt.
Bild: Keystone

Erst zweimal war Jörg Stiel bislang auf dem Nachwuchs-Campus des FC Basel in der Brüglinger Ebene zugegen. Und beide Male ist ihm, der seit dieser Woche die Goalies der Basler U21 unter sich hat, dasselbe durch den Kopf gegangen: «So etwas Wunderbares gibt es nicht einmal in der Bundesliga», sagt Stiel, der von 2001 bis zum Karrierenende im 2004 das Tor von Borussia Mönchengladbach gehütet hatte.

Eine Dekade ist seither vergangen. Zehn Jahre, in welchen der 21-fache Internationale mit dem aktiven Fussballgeschäft kaum mehr etwas am Hut hatte. Bis auf ein kurzes Engagement als Goalietrainer bei Altach in Österreich sowie ein paar persönlichen Torhüter-Trainings im Frauenfussball-Bereich war der 46-Jährige nicht mehr auf dem Rasen anzutreffen. Erhalten ist er dem Fussball in anderer Form geblieben – als Dolmetscher für spanisch sprechende Profis, als Botschafter bei Events oder als Experte auf den Fernseh-Bildschirmen.

Stiel rief an

Nun hat Stiel der Ehrgeiz wieder gepackt. «Es war mein Wunsch, in meinem Leben etwas zu verändern», sagt der Aargauer, der als Teilhaber einer Firma tätig ist, die sich auf den Vertrieb von Torwart- Handschuhen spezialisiert hat. Nach zehn Jahren zieht es ihn dorthin zurück, wo er ursprünglich herkommt: «Was ich am besten kann, ist Goalie sein.» Das Torhüter-Abc gibt er in einem Teilzeitpensum (rund 50 Prozent) an die Torwarte der von Thomas Häberli trainierten Basler U21 weiter.

Für die Junioren des FC Basel ist das Engagement des Goalies ein Gewinn, findet Nachwuchschef Massimo Ceccaroni: «Ich schätze einerseits, dass er ein Teamplayer ist, andererseits aber auch, dass er als starke Persönlichkeit gilt, die viele eigene Ideen einbringt.» Ceccaroni kennt Stiel aus seiner Profizeit nicht nur als Gegner, sondern auch als Mitspieler in den Schweizer U-Nationalteams, wo auch FCB-Verwaltungsrat Adrian Knup aktiv war. «Dieser Kontakt», sagt Stiel, sei mit ein Grund gewesen, weshalb er ausgerechnet beim FCB nach einer Aufgabe für ihn angefragt habe. «Ein Job im Breitensport kam nicht infrage, so klopfte ich beim besten Schweizer Club im Leistungsfussball an, viele andere Möglichkeiten gab es nicht», erzählt Stiel.

Ausschliesslich in der U21

Stiels Anruf fand bei Rotblau Anklang. Vor allem deshalb, da der bisherige Goalietrainer David Inguscio seinen Abgang ankündigte, um eine Herausforderung in der Privatwirtschaft anzunehmen. Die Türe für Stiel war also offen, viermal pro Woche steht er nun auf dem Trainingsplatz auf dem Campus, am Wochenende begleitet er die U21 an die Spiele in der Promotion League. Nichts zu tun hat er mit dem Fanionteam, dort hat in der Goalie-Betreuung nach wie vor Massimo Colomba das Sagen.

Für Stiel ist klar, was er den Keepern mit auf den Weg geben will. «Um ein guter Goalie zu werden, braucht es 20 Prozent Talent und 80 Prozent harte Arbeit.» Stiel, der eine bewegte Karriere mit Abstechern nach Mexiko und Costa Rica hinter sich hat, weiss, worauf es besonders ankommt: «Der mentale und der technische Aspekt scheinen mir bei meinem Feintuning der Basler Goalies am wichtigsten.» Er selbst wird sich in Torhüter-Trainerkursen weiterbilden.

Marco Walker in den Nachwuchs?

Der Wechsel des U21-Goalietrainers sowie der Weggang von U14-Coach Benjamin Huggel zu Luzern sind nicht die einzigen Staff-Mutationen im FCB-Nachwuchs im Hinblick auf die kommende Saison. Offenbar scheint auch Marco Walker in der Juniorenabteilung unterzukommen. Der einstige Assistent der ersten Mannschaft, der auf Paulo Sousas Trainerbank keinen Platz mehr hat, aber noch immer auf der Basler Lohnliste steht, soll als «Talentmanager» im Nachwuchs tätig werden. Dabei geht es um die individuelle Betreuung einzelner Ausnahmekönner, aber auch um das Training mit denjenigen, die in der Liga wenig zum Einsatz gelangen, sowie mit den Verletzten. Offizialisiert hat der Club Walkers neue Funktion noch nicht. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.07.2014, 10:39 Uhr

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8 Kommentare

ernst fluri

24.07.2014, 13:49 Uhr
Melden 37 Empfehlung 4

Ist doch sehr schön dass der FCB auch älteren Leuten noch eine Berufschance geben in der Wirtschaft hast Du keine Chance in diesem Alter noch einen Job zu erhalten! Antworten


E.h. Stuecklin

24.07.2014, 14:27 Uhr
Melden 32 Empfehlung 0

Ein guter HR Manager ist der, welcher das Können oder Talent eines Menschen erkennen kann und nicht am Alter oder irgendwelchen Ecken und Kanten "hängenbleibt". Herzlich willkommen an Jörg Stiel und Samuel Walter.. Jugend und Erfahrung können sich sehr gut ergänzen. Antworten