Sport
Kampf gegen die Verlierer-Mentalität
Von Peter Bühler. Aktualisiert am 06.05.2010
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Zürcher Derby
Wieder eine Reaktion von GC?
Auf das 2:4 bei Luzern antworteten die Grasshoppers mit vier, auf das 0:4 in Bern mit drei und auf das 2:3 gegen den FC Zürich mit vier Siegen. Und vor dem Derby gegen den FCZ ist die Frage: Sind sie auch nach dem 0:1 am letzten Samstag in Sitten zu einer überzeugenden Reaktion fähig? Diese Niederlage mache sie nur stärker, hat Trainer Ciriaco Sforza schon im Wallis gesagt. Zumindest wird die Mannschaft heute wieder stärker besetzt sein. Captain Boris Smiljanic und Ricardo Cabanas sind nach ihren abgebüssten Sperren wieder einsetzbar. Es ist das 220. Derby, bislang hat GC mit 101 Siegen einen leichten Vorteil, während der FCZ erst 79-mal gewann. GC wird übrigens den ersten Test vor der neuen Saison gegen Wohlen am 25. Juni austragen – am Tag des dritten WM-Spiels der Schweiz gegen Honduras. Und am 9. Juli trifft das Team in Tiengen (D) auf den VfB Stuttgart von Christian Gross.
Voraussichtliche Aufstellung: Sommer; Feltscher, Vallori, Smiljanic, Voser; Salatic; Zarate, Toko, Cabanas, Zuber; Ben Khalifa. – Verletzt: Callà (jetzt am Knie operiert), Schultz, Rennella, Lulic, Menezes (verletzt) und Ruiz (gesperrt). (ths.)
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Am 5. April besiegte der FC Zürich die Grasshoppers im Derby 3:2. Seither gab es für den abtretenden Meister im Letzigrund nur noch Niederlagen – 1:2 gegen Basel, 0:1 gegen Aarau, 0:2 gegen YB. «Diese Bilanz liest sich nicht gut», sagt Xavier Margairaz. Der Romand ist einer jener Spieler, die diesen Frühling vieles schuldig geblieben sind. Ausreden sucht er nicht. Er räumt ein: «Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit mir.»
«Absolut dürftig»
Über die Gründe des FCZ-Absturzes nach der Winterpause kann er nur mutmassen. Er denkt, dass die Mannschaft bereits im Februar mit den ersten negativen Ergebnissen und lediglich zwei gewonnen Punkten aus den Partien gegen Xamax, Sion und YB in eine negative Spirale geraten ist.
«Aus ihr konnten wir uns nie mehr richtig befreien», bemerkt er. Auch Margairaz hat den grössten Mangel längst erkannt: «Wir sind im Abschluss zu harmlos, wir schiessen zu wenig Tore.» Nur ein Treffer gelang dem FCZ in den letzten drei Partien, was für ihn «absolut dürftig», aber doch erklärbar ist. Er denkt an Hassli, Alphonse und Abdi, die letzte Saison 49 der 80 FCZ-Treffer erzielten. Keiner von ihnen steht heute in der Startformation.
Momentan liegen die Zürcher auf Rang 7, der Europacup ist endgültig verpasst. Entsprechend gross ist der Frust, besonders bei Margairaz. Er hatte sich diesen Frühling bei Nationalcoach Hitzfeld für die WM-Teilnahme empfehlen wollen, doch daraus ist nichts geworden. Und das persönliche Tief geht dem Spieler offenbar an die Nerven. Als ihn Trainer Urs Fischer gegen YB in der zweiten Halbzeit durch Schönbächler ersetzte, trat er wutentbrannt gegen einen Wasserkübel, zog sich das Dress über den Kopf und warf es auf den Boden. Margairaz’ Kommentar dazu: «Ich war zornig auf mich, meine Aktion war nicht gegen den Trainer gerichtet.»
Fischers Gelassenheit
Auch Fischer misst dem Wutanfall von Margairaz keine Bedeutung zu. Er bemerkt mit einem Lächeln: «Der Fussball lebt von Emotionen, damit kann ich gut leben.» Ein wenig mehr zu denken gibt ihm seine persönliche Bilanz nach zwei Wochen als FCZ-Interimstrainer. Sie lautet: Zwei Spiele, null Punkte, 1:6 Tore. Energisch sagt er: «Wir müssen aufpassen, dass sich bei uns keine Verlierermentalität einschleicht.»
Das Derby hat wegen der klaren Verhältnisse mit GC auf einem gesicherten Europacup-Rang und dem FCZ ohne Hoffnung auf den internationalen Fussball nicht die Brisanz wie sonst. Der Zürcher Fischer sagt dennoch: «Derby bleibt Derby. Ich als FCZler will gegen GC immer gewinnen.» Dass ein Sieg gegen den Rivalen seine Aussichten auf den Trainerjob wohl entscheidend verbessern würden, nimmt er gelassen zur Kenntnis. «Ich gebe einfach mein Bestes, wer nächste Saison beim FCZ Trainer ist, habe nicht ich zu entscheiden.»
Dem Trainerjob einen Schritt näher
Massgebend dafür sind Präsident Ancillo Canepa und Sportchef Fredy Bickel. Beide machen keinen Hehl daraus, dass sie mit Fischers bis anhin geleisteter Arbeit sehr zufrieden sind – trotz der Niederlagen in Luzern und gegen YB. Daher lässt sich sagen: Ein Sieg im Derby brächte Fischer dem Trainerjob wohl einen grossen Schritt näher. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.05.2010, 18:43 Uhr











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