Sport
«Lehmann darf sich keinen weiteren Aussetzer erlauben»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 28.01.2010
ARD-Experte: Günter Netzer. (Bild: Keystone)
Stichworte
Bundesliga
34. Runde
| 05.05. | Borussia Dortmund - SC Freiburg | 4 : 0 |
| 05.05. | Werder Bremen - Schalke 04 | 2 : 3 |
| 05.05. | Hannover 96 - Kaiserslautern | 2 : 1 |
| 05.05. | Mainz 05 - Borussia Gladbach | 0 : 3 |
| 05.05. | 1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen | 1 : 4 |
| 05.05. | VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg | 3 : 2 |
| 05.05. | 1. FC Köln - Bayern München | 1 : 4 |
| 05.05. | Augsburg - Hamburger SV | 1 : 0 |
| 05.05. | Hertha BSC - Hoffenheim | 3 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Borussia Dortmund | 34 | 25 | 6 | 3 | 80:25 | 81 |
| 2. | Bayern München | 34 | 23 | 4 | 7 | 77:22 | 73 |
| 3. | Schalke 04 | 34 | 20 | 4 | 10 | 74:44 | 64 |
| 4. | Borussia Gladbach | 34 | 17 | 9 | 8 | 49:24 | 60 |
| 5. | Bayer Leverkusen | 34 | 15 | 9 | 10 | 52:44 | 54 |
| 6. | VfB Stuttgart | 34 | 15 | 8 | 11 | 63:46 | 53 |
| 7. | Hannover 96 | 34 | 12 | 12 | 10 | 41:45 | 48 |
| 8. | VfL Wolfsburg | 34 | 13 | 5 | 16 | 47:60 | 44 |
| 9. | Werder Bremen | 34 | 11 | 9 | 14 | 49:58 | 42 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 12 | 6 | 16 | 38:49 | 42 |
| 11. | Hoffenheim | 34 | 10 | 11 | 13 | 41:47 | 41 |
| 12. | SC Freiburg | 34 | 10 | 10 | 14 | 45:61 | 40 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 9 | 12 | 13 | 47:51 | 39 |
| 14. | Augsburg | 34 | 8 | 14 | 12 | 36:49 | 38 |
| 15. | Hamburger SV | 34 | 8 | 12 | 14 | 35:57 | 36 |
| 16. | Hertha BSC | 34 | 7 | 10 | 17 | 38:64 | 31 |
| 17. | 1. FC Köln | 34 | 8 | 6 | 20 | 39:75 | 30 |
| 18. | Kaiserslautern | 34 | 4 | 11 | 19 | 24:54 | 23 |
Der 40-jährige Altmeister Lehmann, der an der WM 2006 noch das Tor der deutschen Nationalelf gehütet hatte, ist nach seinem Wechsel von Arsenal beim VfB Stuttgart zum Enfant terrible geworden. Lehmann hatte sich unter dem inzwischen entlassenen Coach Markus Babbel sämtliche Freiheiten herausgenommen.
Auch in den ersten Spielen unter dessen Nachfolger Gross hatte sich Lehmann nicht unter Kontrolle. Während einer Champions-League-Partie nahm er eine kurze Auszeit, um hinter einer Reklametafel pinkeln zu gehen. Lehmann, der sich zuweilen auch mit den Balljungen hinter seinem Tor anlegt, hatte in Mainz die Contenance dann völlig verloren.
Nach einer Tätlichkeit an Stürmer Aristide Bancé sah Lehmann zu Recht die rote Karte. Im Anschluss wurde der Hitzkopf gegen einen Fan handgreiflich, riss diesem die Brille von der Nase und flüchte schliesslich aus dem Stadion.
«Gross ist clever genug, sich mit Lehmann zu arrangieren»
Mittlerweile hat Lehmann seine drei Spielsperren abgesessen. Gross kündigte bereits an, dass er Lehmann am Samstag im Heimspiel gegen Dortmund wieder spielen lässt, obwohl Lehmanns Ersatzmann Sven Ulreich hervorragend spielte und zuletzt in Freiburg (1:0-Sieg) ohne Gegentor blieb.
Allerdings hat Gross Lehmann sämtliche Extrawürste gestrichen. Er muss künftig auch einen Tag nach dem Spiel zum obligatorischen Auslaufen erscheinen. «Christian Gross ist erfahren und clever genug, um sich mit Lehmann zu arrangieren», sagt Günter Netzer zu baz.ch/Newsnet. Das sei wohl auch ein Schuss Diplomatie gefragt.
«Gross ist sich durchaus bewusst, dass die immense Erfahrung und Routine Lehmanns gerade im Abstiegskampf unbezahlbar ist», so Netzer. Der Zürcher sei ein glänzender Psychologe. Er werde Lehmann zum Abschluss seiner grossartigen Karriere noch einmal zu Höchstleistungen antreiben.
«Gross wird rigoros durchgreifen»
«Er ist ein Motivationskünstler», sagt Netzer, der auch Lehmann sehr schätzt. «Jens ist eine grosse Persönlichkeit mit zwei Gesichtern», urteilt Netzer. Auf dem Platz reagiere Lehmann sehr emotional, er sei immer noch ein ehrgeiziger Profi, der immer gewinnen wolle. «Privat ist Lehmann ein hochintelligenter und freundlicher Mensch mit den besten Manieren», lobt Netzer.
Für Netzer ist Lehmann nach wie vor die unbestrittene Nummer 1 in Stuttgart. «Lehmann wurde für seine Tätlichkeit bestraft», sagt Netzer. Für Gross sei die Sache deshalb erledigt. Allerdings schränkt Netzer ein, dass sich Lehmann keine weiteren Aussetzer mehr erlauben darf. «So wie ich Gross kenne, wird er bei einem Rückfall Lehmanns rigoros durchgreifen.» Weitere Disziplinlosigkeiten werde Gross niemals akzeptieren. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.01.2010, 10:42 Uhr











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