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«Meine Reise ist noch nicht zu Ende»

Von Marcel Rohr. Aktualisiert am 03.03.2015 5 Kommentare

Der Basler Innenverteidiger Timm Klose wird in Wolfsburg auch als Reservist hoch geschätzt. Den FC Basel hat der 26-Jährige aber immer im Hinterkopf.

Gegen Bremen durfte Wolfsburgs Timm Klose (l., gegen Vestergaard) wieder einmal 90 Minuten ran.

Gegen Bremen durfte Wolfsburgs Timm Klose (l., gegen Vestergaard) wieder einmal 90 Minuten ran.
Bild: Keystone

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Bundesliga

34. Runde

14.05.Bayern München - Hannover 963 : 1
14.05.Borussia Dortmund - 1. FC Köln2 : 2
14.05.Bayer Leverkusen - Ingolstadt3 : 2
14.05.VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart3 : 1
14.05.Augsburg - Hamburger SV1 : 3
14.05.Werder Bremen - Eintracht Frankfurt1 : 0
14.05.Hoffenheim - Schalke 041 : 4
14.05.Mainz 05 - Hertha BSC0 : 0
14.05.Darmstadt - M'gladbach0 : 2
Stand: 14.05.2016 17:23

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Bayern München34284280:1788
2.Borussia Dortmund34246482:3478
3.Bayer Leverkusen341861056:4060
4.M'gladbach341741367:5055
5.Schalke 04341571251:4952
6.Mainz 05341481246:4250
7.Hertha BSC341481242:4250
8.VfL Wolfsburg341291347:4945
9.1. FC Köln3410131138:4243
10.Hamburger SV341181540:4641
11.Ingolstadt3410101433:4240
12.Augsburg349111442:5238
13.Werder Bremen341081650:6538
14.Darmstadt349111438:5338
15.Hoffenheim349101539:5437
16.Eintracht Frankfurt34991634:5236
17.VfB Stuttgart34961950:7533
18.Hannover 9634742331:6225
Stand: 14.05.2016 17:24

Stichworte

Timm Klose, beim spektakulären 5:3-Sieg in Bremen standen Sie eher überraschend wieder einmal in der Start­elf des VfL Wolfsburg. Warum?
Nach dem Europa-League-Spiel am Donnerstag in Lissabon hatte Trainer Hecking angedeutet, dass er Kräfte sparen und rotieren will. Da habe ich geahnt, dass es so weit sein könnte. Erfahren habe ich es dann aber erst am Matchtag.

Hatten Sie weiche Knie beim Anpfiff?
Nein, das nicht. Aber es brauchte gut zwanzig Minuten, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Der Wettkampf ist im Profifussball durch nichts zu ersetzen. Je länger der Match dauerte, desto sicherer wurde ich. Wir haben in der Abwehr immer weniger zugelassen. Es hat Riesenspass gemacht, zumal wir ja gewonnen haben.

Wie steht es mit Ihrer Kondition?
Die ist kein Problem. Ich trainiere oft für mich allein und schiebe Zusatzschichten mit einem Fitnesstrainer des Clubs. Mir behagt vor allem das Intervalltraining – Übungen, wo der Puls hochgeht, kurz, aber intensiv. Ich bin topfit.

Trotzdem drücken Sie vornehmlich die Ersatzbank, seit Sie 2013 von Nürnberg nach Wolfsburg transferiert worden sind. Das ist nicht einfach, oder?
Im ersten Halbjahr ist es mir tatsächlich nicht so gut gegangen, ich hatte mit meiner Rolle zu kämpfen. Und natürlich hatte ich mir andere Ziele gesteckt, aber der Fussball ist nun halt mal so – es läuft nicht immer alles wie geplant. Aber ich bin nicht der Typ, der in der Öffentlichkeit über sein Leid klagt oder die Medien einspannt. Ausserdem spü- re ich hier eine grosse Wertschätzung, auch wenn ich nicht regelmässig spiele.

Wie äussert sich diese Wertschätzung?
Ich hatte in dieser Winterpause Angebote vom VfB Stuttgart, von Hertha Berlin, von Leicester und Aston Villa aus England, dazu zeigten Bremen und Spartak Moskau grosses Interesse. Aber Wolfsburg hat klar zu verstehen gegeben, mich nicht ziehen zu lassen. Das war ein Zeichen, das mir ein Stück weit imponiert hat. Ich bin ein Bestandteil der Mannschaft.

Wolfsburg hat ein starkes Team und will in die Champions League, momentan ist man mit grossem Abstand Zweiter …
Es klingt vielleicht etwas doof, aber allein das Training mit diesen Spielern macht mich besser. Das Niveau ist hervorragend.

Die ganze Bundesliga schwärmt ja mittlerweile vom offensiven Fussball des VfL, bekommen Sie das auch mit?
Sehen Sie sich nur die Struktur der Mannschaft an. Kevin de Bruyne, André Schürrle, Bas Dost und wie sie alle heissen – es macht enorm viel Spass, mit diesen Fussballern zu arbeiten. Ich stehe jeden Morgen auf und freue mich aufs Training. Ich liebe den Fussball, auch wenn ich am Wochenende auf die Bank muss. Das Auf und Ab gehört zum Leben, es macht mich stärker.

Verbringen Sie daneben viel Freizeit mit Ihren Schweizer Teamkollegen Ricardo ­Rodriguez und Diego Benaglio?
Mit Diego eher weniger, er hat ja eine Familie mit kleinen Kindern. Dafür mit Ricardo, wir gehen oft zusammen essen und tauschen uns aus.

Hegen Sie keinen Groll auf Trainer Hecking, der Sie von Nürnberg nach Wolfsburgs lotste?
Nein, überhaupt nicht. Für ihn ist die Situation auch nicht einfach. Wir kennen uns nun schon vier Jahre, die Kommunikation ist einwandfrei. Und ich sehe es so: Die zwei Jahre, die ich in Wolfsburg etwas weniger spiele, ergeben dann zwei Jahre mehr, wenn ich wieder beim FC Basel bin (lacht).

Stichwort FCB. Haben Sie Kontakt mit den Verantwortlichen?
Ja, durchaus. Ich schätze es sehr, dass man mich nicht vergessen hat, obwohl ich 2009 gehen musste. Mir war immer klar, dass ich eines Tages die Farben Rot und Blau tragen will.

Sie sind mit dem FCB-Virus infiziert …
Das kann man sagen. Ich trage den Verein im Herzen, seit ich als Bub in der Muttenzerkurve stand. 2002 bin ich nach Valencia gereist und habe als Supporter den FCB in der Champions League unterstützt. Trotz der 2:6-Niederlage haben wir uns alle gefreut, dass Rotblau wieder in der Königsklasse spielt. Solche Erlebnisse prägen einen. Aber ich bin auch Realist.

Was meinen Sie damit?
Man kommt nicht einfach so zum FC Basel. Es geht um Leistung. Ich würde eines Tages gerne ins Joggeli zurückkehren, aber das heisst nicht, dass ich auch darf. Ausserdem ist meine Reise in Deutschland noch nicht zu Ende. Mein Vertrag läuft bis 2017. Wir werden sehen, ob und wann es tatsächlich klappt. Vorerst gilt meine Aufmerksamkeit voll und ganz dem VfL Wolfsburg. (Basler Zeitung)

Erstellt: 03.03.2015, 13:36 Uhr

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5 Kommentare

Oliver Müller

03.03.2015, 14:54 Uhr
Melden 69 Empfehlung 4

Ich würde Klose sehr gerne beim Fc Basel sehen, Klose ist ein einwandfreier Typ und hat dies bereits mehrfach bewiesen. Der FCB täte gut daran ihn als Nachfolger vom abwanderungswilligen Fabian Schär zu verpflichten! Ich freue mich schon jetzt auf die zukünftige Transfermeldung! Timm ist und bleibt ein Basler Junge Antworten


Theobald Fankhauser

03.03.2015, 16:34 Uhr
Melden 29 Empfehlung 1

Ein schönes Interview. Der Spieler scheint am Boden geblieben zu sein. Mir gefällt die Anerkennung gegenüber dem FC Basel. Ich kenne einige Juniorenspieler, welche den Sprung aus diversen Gründen nicht geschafft hatten. Das wieder spiegelt auch das Bild, welches man von der Geschäftsführung erhält: Kompetent, konsequent, leistungs- und ergebnisorientiert.
Vielleicht sieht man ihn ja mal in Basel.
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