Sport

«Merci beaucoup!»: So lief die Wahl von Infantino

Gianni Infantino ist neuer Fifa-Präsident, gewählt in einer spannenden Wahl. baz.ch/Newsnet berichtete live.

1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
Bild: AFP

   

(baz.ch/Newsnet)

  • Zusammenfassung  

    Gianni Infantino heisst der neue und neunte Präsident der Fifa-Geschichte. Der 45-jährige Walliser setzte sich in einem denkwürdigen Wahlkampf mit nicht weniger als fünf Präsidentschaftskandidaten durch. Die Wahl im Hallenstadion selbst dauerte sechs Stunden.

    Am Ende gewann er im zweiten Wahlgang mit 115:88 Stimmen gegen seinen engsten Rivalen, Scheich Salman Al Khalifa, überraschend deutlich. Die weiteren Kandidaten, Prinz Ali und Jérôme Champagne, schafften kaum noch Stimmen. Der Südafrikaner Tokyo Sexwale hatte seinen Verzicht schon vor dem Beginn der Wahl bekanntgegeben.

    Mit der Wahlrede gepunktet

    Nach 17 Jahren mit Sepp Blatter an der Spitze des wichtigsten Sportverbandes der Welt verbleibt das Fifa-Präsidium somit in Walliser Händen. Infantino ist italischen-schweizerischer Doppelbürger, wurde in Brig geboren und wuchs dort auch auf. 2000 stiess der Jurist zur Uefa.

    Sein Werdegang ist international: Er ist mit einer Libanesin verheiratet und spricht sechs Sprachen. Indem er sie allesamt in seiner Wahlrede benutzte, spielte er vor den 207 Delegierten aus aller Welt möglicherweise den entscheidenden Trumpf aus. Vor der Wahl hatte noch Salman als klarer Favorit auf das Amt gegolten. Mit einer belanglosen Rede konnte dieser aber nicht mehr punkten.

    Reformen klar angenommen

    Primäre Aufgabe des neugewählten Präsidenten wird es sein, während seiner Amtszeit bis 2019 jene Reformen umzusetzen, zu denen sich der ausserordentliche Kongress im Hallenstadion mit erstaunlichen 179 Ja-Voten bekannt hat. In letzter Sekunde hatte der palästinensische Verband noch dagegen zu opponieren versucht; er scheitert aber mit seinem Antrag.

    Mit neuer Führung und den Reformen erhofft die Fifa, in ruhigere Wasser zu fahren. Infantino selbst sagte nach seiner Wahl: «Wir haben Momente der Tristesse und der Härte hinter uns, aber damit ist jetzt fertig.»

  • Dankesrede  

    Gianni Infantino hält nach seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten eine emotionale Dankesrede.

  • Porträt  

    Gianni Infantino kennt man als Mann, der bei der Uefa durch die Auslosungen von Wettbewerben wie der EM oder Champions League geführt hat. Als Schatten von Michel Platini. Aber sonst? Wer ist dieser Mann aus Brig eigentlich?

  • Resultat  

  • Die Dankesrede  

    «Wie kann ich meine Emotionen ausdrücken?», fragt Infantino, als er vorne auf der Bühne steht und gleich nachfolgen lässt: «Uff.»

    Danach beginnt er mit seiner Rede: «Liebe Freunde, ich kann meine Gefühle im Moment nicht ausdrücken. Ich ging auf eine Reise, eine unglaubliche Reise, die mich mit vielen fantastischen Leuten zusammengeführt hat. Mit Leuten, die den Fussball atmen. Wir werden den Ruf der Fifa wiederherstellen und dafür Applaus erhalten. Wir müssen wieder stolz auf die Fifa sein. Und stolz auf das, was wir zusammen leisten. Es war bei dieser Wahl so: Es kann nur einer gewinnen, vier können nicht gewinnen. Ich möchte der Präsident für sie alle sein, für alle 209 Mitglieder. Dafür reise ich um den Globus. Ich möchte mit Ihnen allen zusammenarbeiten, um eine neue Ära in der Fifa aufzubauen. Eine Ära, in der wieder der Fussball im Zentrum steht. Wir haben Momente der Tristesse und der Härte hinter uns, aber damit ist jetzt fertig. Ich bin sehr emotional und danke ihnen noch einmal. Merci beaucoup.»

  •  


  • Infantino gewählt  

    Die 207 Stimmzettel des zweiten Wahlgangs sind ausgezählt. Und die Wahl hat einen Gewinner: Gianni Infantino heisst der neue Präsident des Fussball-Weltverbandes. Er ist gewählt bis 2019. Nach 17 Jahren mit Sepp Blatter an der Spitze des wichtigsten Sportverbandes der Welt bleibt das Wallis, bleibt die Schweiz Fifa-Präsident.

  • Blatter spricht  

    «Ich bin sehr zufrieden und stolz, dass das ganze Reformpaket durchgekommen ist», sagt Sepp Blatter im Interview mit SRF, und er sagt das, «weil es ein Paket ist, das ich vorbereitet habe».

    Und weil das Ja-Votum für die Reformen derart deutlich ausgefallen ist, sagt der frühere Präsident: «1:o für die Fifa.» Im Geheimen meint er vielleicht: «1:0 für mich.»


  • Blatters Sprüche V  

    Es ist das Jahr 2014, die WM findet in Brasilien statt, und Blatter träumt schon von interplanetaren Wettbewerbe: «Wir sollten uns fragen, ob unser Spiel eines Tages auf einem anderen Planeten gespielt wird.»

  • Fifa-Präsidenten  

    Im Übrigen wird heute der 9. Fifa-Präsident seit der Gründung des Weltverbandes am 21. Mai 1904 gewählt. Seine Vorgänger sind:


    • Robert Guérin (FRA, 1904 - 1906)

    • Daniel Burley Woolfall (ENG, 1906 - 1918)

    • Jules Rimet (FRA, 1921 - 1954)

    • Rodolpho William Seeldrayers (BEL, 1954 - 1955)

    • Arthur Drewry (ENG, 1955 - 1961)

    • Sir Stanley Rous (ENG, 1961 - 1974)

    • João Havelange (BRA, 1974 - 1998)

    • Sepp Blatter* (SUI, 1998 - 2015)

    * Issa Hayatou führt die Fifa seit Ende Mai 2015 als ungewählter Interimspräsident.

  • Gilliéron  

    Peter Gilliéron ist froh um Abwechslung von der Langeweile eines Wahlganges. Er zieht sich vorübergehend ins Hotel gegenüber dem Hallenstadion zurück, erzählt, dass Gianni Infantino bei seiner Rede einen guten Eindruck gemacht habe, und nennt das Ergebnis von 88 Stimmen «eine gute Überraschung». Mit 85 Stimmen hatte er für seinen Wunschkandidaten gerechnet, dafür mit 92 für Scheich Salman.

    Auch er macht sich Gedanken darüber, warum sich keiner der beiden abgeschlagenen Kandidaten, Ali und Champagne, für den zweiten Durchgang zurückgezogen hat, kommt aber zu keinem schlauen Ergebnis. Dafür fragt er sich: «Wohin gehen in einem weiteren Wahlgang die Stimmen von Ali?» Und antwortet gleich selbst: «Eher zu Infantino.»

    Wobei er dann auch zugibt: Es könne sein, dass er in diesem Punkt «zu optimistisch» denke. Eine Prognose bleibt: «Ich stelle mich noch auf einen langen Abend ein.»

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Perlen II  

    Der Cheltenham Town F.C. ist gerade noch ein (Halb-)Proficlub – nach seiner Relegation im vergangenen Jahr spielt er in der fünfthöchsten englischen Liga. Und da muss man offensichtlich erfinderisch sein. Automatisch besser wird man dadurch natürlich nicht.

  • Perlen I  

    Viel war während der Reden der Präsidentschaftskandidaten vom grossen Fussball die Rede. Von Ronaldo, von Messi, von Ibrahimovic. Fussball ist aber nicht nur Real Madrid, Barça oder PSG. Fussball ist vor allem Amateursport. Und Amateuren misslingt hin und wieder eine Aktion – vor allem, wenn sie sich an Künstlern wie Messi orientiert.

  • Blatters Sprüche IV  

    Ein enges Rennen um den Fifa-Thron – das hätte es unter Sepp Blatter nicht gegeben. Womit wir bei einem seiner grössten Klassiker aus dem Jahr 2004 wären:

    «Die Frauen sollten in femininer Kleidung spielen. Sie könnten, zum Beispiel, engere Shorts tragen.»

  • Schneckenrennen  

    207 Voten, 111 Minuten und zwei Favoriten, die sich nach dem ersten Wahlgang unerwartet ebenbürtig sind: Das Bild vom Schneckenrennen drängt sich geradezu auf.

  • 2. Wahlgang  

    Generalsekretär Kattner bittet die Delegierten zum zweiten Wahlgang – wieder mit Aserbeidschan beginnend. Und wieder wird dieser rund 110 Minuten dauern.

    Dieser Start zum zweiten Urnengang bedeutet ausserdem: Weder Prinz Ali noch Jérôme Chamapgne haben sich von der Wahl zurückgezogen.

  • 1. Wahlgang  

    Ein überraschendes Ergebnis des ersten Wahlgangs: Gianni Infantino liegt drei Stimmen vor Topfavorit Scheich Salman. Mit 88 Voten hat aber auch der Walliser das Zweidrittelmehr klar verpasst, weshalb ein zweiter Durchgang nötig ist. Ab jetzt zählt das absolute Mehr (104 Stimmen).

    Die grossen Fragen, die sich nun stellen: Zieht sich Prinz Ali aus zurück? Und falls er das tut: Wohin gehen seine Stimmen? Profitiert Scheich Salman von einer möglichen asiatischen Allianz?

    Schon im vergangenen Mai hatte sich Ali nach dem ersten Wahlgang und angesichts eines 73:133-Rückstandes auf Sepp Blatter zurückgezogen und dem Platzhirsch den Sieg überlassen.

  • Ausgezählt  

    Nach 111 Minuten des ersten Wahlgangs hat mit Zimbabwe der letzte der 207 Verbänden seine Stimme eingeworfen. Nun werden die Stimmen ausgezählt – und auch das braucht seine Zeit. 27 Minuten sind dafür budgetiert.

    Geradezu basisdemokratische Züge hat, dass die Wahlzettel im Saal, vor den Augen aller Delegierten und Medienvertreter ausgezählt werden.

  • Gilliéron  

    Nun hat die Schweiz ihre Stimme abgegeben. Peter Gilliéron, Präsident des Fussballverbandes, hatte sich im Vorfeld klar auf Gianni Infantino als seinen Favoriten festgelegt. «Weil ich das Gefühl habe, dass Infantino der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz ist. Weil es einen braucht, der das Metier kennt, und weil Infantino dafür die besten Voraussetzungen mitbringt», wie er im Gespräch mit baz.ch/Newsnet gesagt hatte.

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Marathon  

    Nach 90 Minuten des ersten Wahlgangs hat eben der spanische Delegierte seine Stimme deponiert. Eine Fifa-Wahl ist vielmehr Marathon statt Sprint und nichts für ungeduldige Gemüter.


  • Schlimmer Finger  

    Und wo ist eigentlich Jack Warner, noch so ein Abwesender, noch so ein Vogel aus der dunklen Geschichte der Fifa und des Concacaf? Warner war bei der Konföderation für Nord-, Zentralamerika und die Karibik der Chef von Chuck Blazer. Wer da von wem lernte, wie man sich die eigenen Taschen füllt, ist nicht weiter wichtig. Jedenfalls trieb es auch Warner, Spitzname Jack the Ripper, ganz übel, erstand sich zum Beispiel für ein besseres Trinkgeld die Fernsehrechte an den WM und verkaufte sich mit doppelstelligen Millionengewinnen; oder er schreckte, so die Vorhaltung, sogar davor nicht zurück, 750'000 Franken aufs eigene Konto abzuzweigen, die für die Erdbebenopfer von Haiti vorgesehen waren.

    Die USA haben deshalb grösstes Interesse, ihn von seiner Heimat Trinidad und Tobago ausliefern zu lassen, um ihn wegen diverser Delikte anzuklagen, unter anderem Korruption und Geldwäsche. Den Antrag stellten sie im vergangenen September, im Januar hiess der Oberste Gerichtshof Warners Einspruch dagegen gut. Es gebe keinen Grund, ein Ansinnen der USA vordringlich zu behandeln, nur um ihnen zu gefallen, erklärte der zuständige Richter.

  • Blatters Sprüche III  

    «Sicher nicht ich. Mir genügen zwei Amtsperioden, die sind 2006 vorbei.»

    So sagte das Blatter 1998 als neu gewählter Präsident auf die Frage, wer 2010 die Fifa führt. Er ist dann doch etwas länger geblieben.

  • Demonstranten  

    Blick vor das Hallenstadion: Es hat nicht mehr viele Demonstranten, aber die, die noch da sind, tun ihre Unzufriedenheit umso lauter kund. Zum Beispiel Reto Stoffner, ein Youtube-Star aus Zürich. Er ist sauer: «Ob Infantino oder Salman – es wird genau gleich weiterlaufen.»

  • Umfrage  

    Wem die Delegierten ihre Stimme geben, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass sich fast die Hälfte der baz.ch/Newsnet-Leser für den Italoschweizer Gianni Infantino entscheiden würden. Sie auch?

    Umfrage

    Welchen Kandidaten würden Sie wählen?








  • Die Rangliste  

    Nach 65 Minuten sind die Reden der Kandidaten abgeschlossen - mit exakt 13 Minuten hatte Gianni Infantino am längsten gesprochen. Wer aber hat am meisten überzeugt? Was die 207 stimmberechtigten Verbände betrifft, werden wir es bald erfahren. Hier erst einmal die Rangliste von baz.ch/Newsnet:

    1 Gianni Infantino Die Rede ist clever aufgebaut, ein Abriss vom Wallis, wo er herkommt, rund um die Welt zurück nach Europa, in verschiedenen Sprachen und mit der zentralen Botschaft am Ende: Mehr Geld für alle. Er sagt: «Wenn die Fifa 5 Milliarden einnimmt, ist es dann normal, dass 1,2 Milliarden nicht verteilt werden? Das ist Ihr Geld. Das ist Geld, das verteilt werden muss.»

    2 Jérôme Champagne Er bestätigt, dass er reden kann, will die Kleinen fördern, ohne die Grossen gegen sich aufzubringen. Sein Kernsatz: «Stimmen Sie für den Kandidaten, der eine reine Weste hat.»

    3 Tokyo Sexwale Eines hat der Südafrikaner: Charme und Witz. «Wenn Ali gewinnt, gibt es eine Party, wenn Jérôme gewinnt, gibt es eine Party. Und wenn ich gewinne, gibt es eine noch grössere Party.» Und er ist der einzige, der eine Überraschung auf Lager hat: Er zieht seine Kandidatur zurück. Und verspricht: «Ich werde dem neuen Präsidenten dienen. Ich glaube an die Einheit.»

    4 Scheich Salman Er rühmt sich, ohne Manuskript zu reden. «Es ist besser, vom Herzen zu reden», erklärt er. Und tut alles, nur nicht vom Herzen reden. Auch seine Rede dürfte 15 Minuten dauern, nach 10 Minuten ist er fertig. Sein letzter Satz heisst: «Ich hoffe, wir treffen heute die richtige Entscheidung.»

    5 Prinz Ali Er behauptet, unabhängig von allen zu sein, er verspricht, mit ihm als Präsidenten würden die Verbände an Einfluss gewinnen. «Das Spiel verändern, die Welt berühren», sagt er am Ende. Er tönt wie eine blutarme Kopie von Blatter.

  • Scharfer Scheitel  

    Während die Abstimmung läuft und läuft und läuft, ist er der «last man standing» auf dem Podest der Fifa-Verantwortlichen. Markus Kattner, interimistischer Generalsekretär, ruft Verband um Verband auf, vorne im Saal seine Stimme zu deponieren. Und der Mann zeigt Mut zu Scheitel und ganz viel Gel – dabei glaubte man eigentlich die Zeiten solcher Frisuren überwunden.

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Abstimmung  

    Unmittelbar nach der letzten Rede im Präsidentschaftswahlkampf beginnt um 13.49 Uhr die Abstimmung. Es ist ein ausuferndes Prozedere, das rund 100 Minuten dauert: Jeder Verband geht einzeln in eine der beiden Wahlkabinen und füllt dort den Wahlzettel aus. Die Wahl ist geheim, Handys oder Fotokameras sind in den Kabinen nicht erlaubt.

    Aserbeidschan und Albanien sind die ersten, die ihre Stimme abgeben.

  • Tokyo Sexwale  

    Nun ist Tokyo Sexwale dran. Der 62-jährige Südafrikaner war einst wie Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert während der Apartheid.

    Sexwale erinnert daran, was in den vergangenen Monaten passiert ist bei der Fifa. Er ruft in den Saal, wer alles suspendiert oder gesperrt worden ist von den hohen Funktionären. Es tut ihm leid, was mit Sepp Blatter passiert ist. Er will jetzt aber «die Familie zurechtrücken». Er möchte, dass Kontinente wie Afrika oder Asien vom Geld der Uefa profitieren, «damit wir nicht mehr braune, sondern grüne Rasenplätze haben».

    Orginell: Sexwale präsentiert sein persönliches 4-4-2 auf einem Chart. Er will: eine gute Führung, die Macht dezentralisieren, Anti-Rassismus, finanzielle Hilfe, persönlichen Touch, Sponsorenaktiväten, ein Board von guten Beratern, Integrität. sinnvolle Weltmeisterschaften sowie Entwicklung und Schutz inbesondere von jungen Fussballern. Und zum Ende verspricht er zwar: «Eine grosse Party. wer auch immer Präsident wird! Und wenn ich Präsident werde, wird die Pary noch etwas grösser!» Dann aber die Überraschung: Er wird gar nicht antreten zur Wahl. Sondern zieht sich zurück. Es sind jetzt nur noch vier Kandidaten.

    Mit grösstem Vergnügen lässt er die 15 Minuten bis auf die letzte Sekunde verstreichen.

  • Gianni Infantino  

    Nun kommt Gianni Infantino, der Schweizer, der auch den italienischen Pass besitzt. Den Juristen, der es in der Uefa bis zum Generalsekretär geschafft hat und jetzt als Ersatz des gesperrten Michel Platini antritt.

    Infantino sagt, er will zuerst mit dem Herzen spreche. Und wenn er mit dem Herzen spreche, dann tue er das auf Italienisch, seiner Muttersprache. Er setzt seine Rede fort. In Deutsch. In Französisch. In Englisch. In Spanisch. Und zwischendurch mit arabischen Begriffen, da seine Frau aus dem Libanon stammt und Infantino auch Arabisch spricht.

    Der Ruf der Fifa habe gelitten, sagt Infantino. Es gebe nun zwei Lösungsmöglichkeiten: Man können sich verstecken vor dem Sturm. Oder man könne aufstehen. Sich zu verstecken, das sei für ihn nie eine Option gewesen. «Die Fifa braucht den Fussball, jetzt mehr denn je.» Er ist deshalb um die Welt gereist in den vergangenen Wochen und Monaten. Infantino berichtet von den vielen Regionen und Ländern, die er gesehen und erlebt hat. Und er berichtet, was die Fifa mit ihm als Präsidenten alles verbessern könne. Es ist vieles. Er möchte überall helfen. Mit Investitionen, versteht sich.

    Infantino sreicht auch seine Vorzüge als Chef heraus. In den vergangenen sieben Jahre, in denen er die Uefa gemanagt habe, habe der europäische Verband seine Einnahmen verdreifacht. Er will auch, dass die Fifa noch mehr Geld generiert. Und noch mehr Geld verteilt. Und zum Schluss sagt er: «Deshalb stehe ich heute vor Ihnen. Ich möchte den Fussball in die Fifa zurückbringen und die Fifa zurück zum Fussball. Wir müssen wieder über Fussball sprechen statt über Korruption und Verhaftungen.» Es war eine leidenschaftliche Rede. Zwischendurch gabs Applaus.

  • Jérôme Champagne  

    Jetzt ist die Reihe an Jérôme Champagne, dem Franzosen, einem früheren Berater von Sepp Blatter. Viele Beobachter halten Champagne für den eigentlich geeignetsten Kandidaten, weil er als sehr unabhängig gilt. Er hat bei den Verbänden aber erwartungsgemäss sehr wenig Unterstützung.

    Champagne hat Briefe geschrieben, um Stimmen zu gewinnen. Viele Briefe. Und manchmal vielleicht auch etwas gar lange Briefe, wie er nun selbst feststellt. «Das grösste Problem im Fussball ist nicht anders als im Leben sonst: Es gibt grosse Ungleichheiten», sagt Champagne, der Kongo beispielsweise habe gleich viele Rasenplätze wie die Stadt Zürich allein. Er kritisiert auch, dass im Fussball die grossen und reichen Clubs oder die grossen und reichen Verbände immer noch grösser werden. Der Fussball dürfe aber nicht unizentrisch sein, sondern müsse ausgewogen bleiben. Seine Worte sind auch als Kritik an der starken europäischen Konföderation Uefa zu verstehen.

    Champagne betont auch, was er von der Idee einer WM mit 40 Teilnehmern hält. Nichts. Das ist für ihn nur ein Stimmenfänger-Programm. Champagne möchte lieber den kleinen Verbänden Kunstrasen-Plätze schenken. Er möchte eine weiblichere Fifa. Eine Fifa mit bestimmenden Figuren aus der ganzen Welt. Er rattert eine Serie von Vorschläge hinunter und ruft in den Saal: «Schenken Sie mir Ihr Vertrauen. Stimmen Sie für den Kandidaten, der echt unabhängig ist. Stimmen Sie für den Kandidaten, der die Erfahrung hat im operativen Betrieb der Fifa – da war ich elf Jahre tätig. Stimmen Sie für den Kandidaten, der eine reine Weste hat.» Und so geht das immer weiter und weiter. Bis auch Champagne schliesst.

  • Scheich Salman  

    Prinz Ali hat seinen Redenszeit nicht voll ausgenutzt, nach 11:30 Minuten setzt er zum Schlusssatz an. Jetzt kommt der erste von zwei grossen Favoriten: Scheich Salman. Er habe sich überlegt, bevor er hingekommen sei, ob er vorbereitete Statements abgeben sollte oder einfach aus dem Herzen sprechen. Er hat sich entschieden: Für das Herz.

    Salman findet, seine Leistung als Präsident der asiatischen Konföderation spreche für sich. Die asiatische Konföderation habe Probleme gehabt wie jetzt vielleicht die Fifa. Aber unter ihm sei der Wandel gelungen mit vielen Reformen. Salman sagt auch: «Ab morgen haben wir dem Rest der Welt zu beweisen, dass wir zum Vorteil der Fifa arbeiten.»

    Er will sich für die kleinen Verbände einsetzen, die Differenz zwischen grossen und kleinen Verbänden müsse minimiert werden. Er will auch über die WM debattieren. Oder im Detail. Über die Anzahl der WM-Teilnehmer. 32 sind es bisher. Werden es bald 40 sein? Darüber will Salman nachdenken. Er zieht damit seinem grossen Konkurrenten Gianni Infantino nach, der schon angekündigt hat, als Fifa-Präsident 40 WM-Teilnehmer vorzuschlagen.

    «Ich bin einer von Ihnen», sagt Ali, als es mit seiner Rede dem Schluss zugeht. Er braucht nicht einmal 10 Minuten.

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Prinz Ali  

    Jeder Präsidentschaftskandidat erhält vor dem Kongress 15 Minuten Redezeit, um seine Ideen seiner Fifa bekannt zu machen. Es beginnt Prinz Ali, im vergangenen Jahr chancenloser Herausforderer von Sepp Blatter.

    «Unter meiner Präsidentschaft werden wir das Beste aus der Vergangenheit mitnehmen. Und das Schlechte hinter uns lassen», sagt Ali. Würde der Prinz aus Jordanien Präsident werden, möchte er den früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan sowie weitere Persönlichkeiten in der Fifa-Führung einsetzen.

    Einen berühmten Fussballer hat Ali auf seiner Seite: den Deutschen Mesut Özil.


  • DIE Wahl  

    Es kommt jetzt heute Nachmittag nur noch: Die Wahl. Aber was heisst «nur noch». Die Reformen mögen für die Zukunft der Fifa wohl wichtiger sein. Die Wahl aber, sie setzt Emotionen frei. Auch bei den Kritikern des Weltverbandes, und davon gibt es noch immer viele.

    Sechs Kandidaten stehen zur Wahl: Donald Trump (kleiner Scherz), Tokyo Sexwale aus Südafrika, Prinz Ali aus Jordanien, der Franzose Jérôme Champagne, Scheich Salman aus Bahrein sowie der Italo-Schweizer Gianni Infantino. Die Chancen der fünf Kandidaten nehmen gegen Ende der Aufzählung zu. Sprich: Sexwale, Ali und Champagne sind chancenlos, die Wahl wird im Zweikampf zwischen Salman und Infantino entschieden. Im ersten Wahlgang braucht es für einen Sieger ein Zwei-Drittel-Mehr von insgesamt 207 Stimmberechtigen. Ab dem zweiten Wahlgang gilt das absolute Mehr – es genügen als 104 Stimmen.

    1/5 Sheikh Salman bin Ebrahim al-Khalifa (51) gehört der Königsfamilie von Bahrain an.
    Bild: Keystone

       


    Umfrage

    Welchen Kandidaten würden Sie wählen?








  • Trump  

    Bevor in ein paar Minuten die Türen zum Hallenstadion wieder öffnen und in der Nachmittagssession die Wahl des neuen Präsidenten ansteht, stellt sich uns die dringende Frage: Warum eigentlich ist Donald Trump nicht Kandidat? Der Kongress würde mit dem Milliardär zwar kaum intelligenter, aber vielleicht ja immerhin unterhaltsamer.

    Kein Wunder, wird Trump nun auch in Zürich gefordert. Nur er könne die Fifa wieder gross machen – glaubt jedenfalls dieser amerikanische Künstler zum Beispiel, der für seinen kleinen Auftritt extra angereist ist.

  • Revolution  

    Die verrückten Dänen spielten im Fussball nicht immer, aber manchmal Schlüsselrollen. Die Deutschen wissen seit dem EM-Final 1992 ein Klagelied davon zu singen.

    Dieser Däne hier ist auch im Fussball zu Hause. Dass er eine Hauptrolle spielt, kann zwar nicht behauptet werden. Doch Michael Ryner begnügt sich auch mit einer Nebenrolle. Er reist dorthin, wo die mächtigen Funktionäre sind, um seine Idee zu transportieren: Er möchte das Unentschieden im Fussball abschaffen. Deshalb stand er beim Fifa-Kongress im vergangenen Mai vor dem Hallenstadion. Und deshalb ist er auch jetzt wieder angereist.

    Die «SonntagsZeitung» hat den knapp 60-jährigen Sonderling im vergangenen Jahr porträtiert.

  • Kulissenwechsel  

    Es ist am Fifa-Kongress fast wie im Theater. In der Pause gibts den Kulissenwechsel. Draussen vor dem Hallenstadion stehen nun nicht mehr die Salman-Unterstützer mit ihren Plakaten. Die sind davongezogen. Und den Stehplatz eingenommen haben die: Salman-Gegner.

  • Blatters Sprüche II  

    Ein besonders schönes Müsterchen seiner Denkweise offenbart Sepp I ausgerechnet heute. In einem Interview mit «Aargauer Zeitung» sagte er: «Dass mich ausgerechnet die Rekurskommission, wo viele alte Weggefährten sitzen, sperrt, trifft mich sehr.»

    Was denn nun, Herr Blatter: Unabhängige Mitglieder oder befangene Weggefährten?

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Mittag  

    So, sagt Issa Hayatou nach dieser zukunftsweisenden Abstimmung, «jetzt haben wir fast zweieinhalb Stunden gearbeitet, machen wir eine Pause und gehen etwas essen». Der Kameruner rechnet grosszügig, wie das offenbar in den Genen eines hohen Fifa-Funktionärs liegen muss. Der Kongress hat bis zur Anordnung der Mittagspause nicht einmal zwei Stunden gedauert.

    Weiter geht es um 12.30 Uhr mit der Wahl des Präsidenten.

  • Abstimmung  

    Der Kongress sagt mit 89 Prozent der Stimmen Ja zu den Reformen. Die dafür notwendige Dreiviertelmehrheit wurde also deutlich übertroffen. Es ist ein Sieg der «neuen» Fifa.

    Für die Fifa gelten damit künftig folgende neue Regeln:


    • Abschaffung des Exekutivkomitees: Das 24-köpfige Exco, die heutige Regierung der Fifa, gilt als fauler Kern des korrupten Fussballs: viel Macht verteilt auf wenige Köpfe; unqualifizierte Leute, die zu nahe an den Geldflüssen sind. Die Reformer wollen dieses Komitee nun abschaffen und stattdessen einen 36-köpfigen Fifa-Rat einsetzen, der keine operativen, sondern nur strategische Aufgaben übernimmt. Stattdessen soll der Generalsekretär mehr Macht erhalten und zum eigentlichen CEO werden.

    • Entmachtung des Präsidenten: Der oberste Chef soll künftig nicht mehr ins Tagesgeschäft eingreifen, sondern sich um die übergeordnete Fussballpolitik kümmern und die Fifa gegen aussen ­repräsentieren.

    • Amtszeitbeschränkung: Der neue Präsident und die Mitglieder des Fifa-Rats dürfen maximal 12 Jahre im Amt sein (drei Perioden à vier Jahre), dann müssen sie abtreten.

    • Leumundprüfung: Präsident, Generalsekretär und die Mitglieder des neuen Rats werden von Spezialisten auf früheres Fehlverhalten durchleuchtet, bevor sie ihr Amt antreten können.

    • Mehr Frauen in die Leitung: Mindestens 6 der 36 Sitze im neuen Rat sind Frauen vorbehalten.

    • Transparenz: Die Löhne des Präsidenten, des Generalsekretärs und der Mitglieder des neuen Rats sollen publik gemacht werden.

    • Weniger Bürokratie: Statt 26 soll es in Zukunft nur noch 9 ständige Fifa-Kommissionen geben. Die Botschaft lautet auch hier: mehr Profi-Arbeit, ­weniger Kumpanei.

    • Bekenntnis zu Menschenrechten: Neu soll es in den Statuten ausdrücklich heissen, dass der Verband die inter­nationalen Menschenrechte achtet und sich für deren Schutz einsetzt.

    • Druck auf die Landesverbände: Die Fifa will die 6 Konföderationen und ihre 209 Mitglieder verpflichten, ebenfalls Reformen in Angriff zu nehmen.

  • Reformen  

    Traktandum 8, der zweitwichtigste Punkt am heutigen Tag. Unter Führung von François Carrard hat die Reformkommission ein umfassendes Papier ausgearbeitet, um die Fifa fit für die Zukunft zu machen. Die Reformen sind nicht unbestritten, wie erste Wortmeldungen aus dem Plenum zeigen. Der Vertreter von Palästina sagt: «Wir befinden uns in einem Sturm. Wir sollten warten und uns beruhigen. Es geht alles zu schnell. Wir sollten diesen Kongress vorbei ziehen lassen, bevor wir uns entscheiden.»

    Interimspräsident Issa Hayatou hat für die Wortmeldung aus Palästina kein Verständnis. Das teilt er dem Kongress auch mit und erkärt noch einmal, dass die Reformen für die Fifa wichtig sind. Es geht jetzt um die Abstimmung. Es wird über das Gesamtpaket abgestimmt.

  • Stiller Support  

    Es ist überraschend ruhig an diesem Freitagmorgen vor dem Hallenstadion. Dutzende Journalisten tummeln sich vor dem Eingang, warten gespannt auf das Eintreffen der Präsidentschaftskandidaten, filmen, fotografieren und senden ihre vorbereiteten Berichte in alle Welt. Gestört werden sie dabei nicht.

    Demonstrationen wie im Vorjahr bleiben aus, lediglich eine Gruppe Fussballfans aus Bahrain halten beharrlich ein Abbild von Scheich Salman vor die Brust. Schweigend, mit einem zuversichtlichen Ausdruck im Gesicht, wünschen sie dem Favoriten alles Gute für die Wahl. «Der Saubermann» steht auf einem der Plakate. Beobachtet wird die Szenerie von über einem Dutzend Polizisten. Eingreifen müssen sie nicht. Nach einer halben Stunde ist der stille Spuk vorbei.


    Auf einer Linie: Angereiste Fussballfans aus Bahrain unterstützen Scheich Salman vor der Wahl. (Video: Sebastian Rieder)

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Hayatou spricht  

    Gerade redet Präsident Issa Hayatou zum Kongress. Genau: schon wieder. Er tut es wieder mit der ihm eigenen Dynamik. Immerhin: Er inszeniert sich nicht wie jeweils Sepp Blatter, macht aus seiner Rede keine Show.

    Am Ende sagt er: «Ich danke Ihnen, für Ihre Aufmerksamkeit.» Es klatscht, wer dabei nicht eingeschlafen ist.

    Apropos: Bei seinem ersten Auftritt als Übergangspräsident ist ihm bei einer Pressekonferenz das Malheur geschehen, wegzudösen.

  •  


  • Schwergewicht  

    Wieso heute 207 Fifa-Mitgliedsverbände – Kuwait und Indonesien sind ja gesperrt – in Zürich über weitreichende Reformen abstimmen und den Nachfolger von Sepp Blatter beziehungsweise Issa Hayatou bestimmen? Die Antwort, zugegeben leicht zugespitzt: Wegen eines 170-Kilo-Kolosses (geschätzt) mit Papagei auf der Schulter (manchmal). Und zwei Appartments im Trump Tower. Eines war seine Wohnung. Das andere war sein Büro. Oder wie Begleiter von ihm behaupteten: Ein Heim nur für seine Hauskatzen.

    Ja, der US-Amerikaner Chuck Blazer war ein ganz mächtiger Mann im Fussball. Ein Blatter-Verbündeter, der andere Verbandspräsidenten und deren Meinungen und Stimmen im Griff hatte. Ein Mischler auch. Sie nannten ihn «Mister 10 Prozent», weil er bei allen Geschäften noch einen Batzen für sich einzog.

    Manchmal lief Blazer mit Ara Max auf der Schulter über die Fifth Avenue in New York, um gegenüber seines Heimetlis fein zu essen. Gute Kost und feinen Trank, das mochte er. Und liess er sich gerne via Spesen vergüten. Wie anderes auch.

    Nur leider, für die Fifa, nahm es Blazer bei den Steuern nicht so genau. Deshalb kam das FBI auf Besuch. Und wollte mehr haben als nur Vermögensauszüge: Es wollte Insiderwissen über die Fifa. Blazer redete. Das FBI verhaftete (oder liess verhaften). Es setzte die Fifa unter Reformzwang. Und darum sind eben heute wieder alle in Zürich-Oerlikon. Wie vor 9 Monaten, als sicher Blatter eigentlich für weitere 4 Jahre wählen liess.

  • Blatters Sprüche I  

    Sepp Blatter ist froh, dass es bald vorbei ist. So hat er das in der heutigen «Neuen Zürcher Zeitung» gesagt. Er verpasst den Kongress, an dem er seinen (vom Kongress) gefeierten Abschied geben wollte, weil ihn die Ethikkomission für sechs Jahre gesperrt hat. Wer Sinn für Komik und/oder Unterhaltung und/oder Abstruses hat, dem werden Blatters Sprüche zum Weltfussball fehlen. Deshalb hier Teil 1 einer kleinen Erinnerungsserie seiner besten Sätze:

    «Let’s go Fifa. Let’s go Fifa. Mir geht es gut. Ich mag Sie. Ich mag die Fifa.» So begeistert war Blatter nach seiner vierten Wiederwahl im vergangenen Mai. Das Hoch dauerte allerdings nicht lange. Vier Tage später kündigte er seinen Rücktritt an.

  • Appell  

    Nachdem der Generalsekretär alle 207 stimmberechtigten Fussballverbände aufgezählt hat, ist klar: Es sind alle da.

  • Die besten Bilder  

    1/37 Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident.
    Bild: AFP

       

  • Gilliéron  

    Etwas kürzer und wengiger pathetisch hält sich Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes. «Grüezi!», ruft er ins Hallenstadion und wünscht dem Kongress mit Blick nach draussen «einen sonnigen Tag für die Fifa».

  • Hayatou  

    Apropos Interim: Issa Hayatou, Interimspräsident nach der Suspension von Sepp Blatter, eröffnet den ausserordentlichen Kongress. «Der 26. Februar ist ein Schlüsseldatum für die Fifa», sagt er, es sei der Tag, an dem die Fifa entschlossen den Wandel begeht. Denn: «Die Augen der ganzen Welt ruhen auf uns.»

    Was Issa Hayatou wohl gemeint hat: Der 26. Februar KANN ein Schlüsseldatum werden und WIRD MÖGLICHERWEISE der Tag, an dem die Fifa entschlossen den Wandel begeht. Denn erst wenn die Mehrheit 207 stimmberechtigten Verbände ihren Segen zum Reformpaket gegeben haben, kann sie auch umgesetzt werden.

    Womit Issa Hayatou in jedem Fall recht hat: Die Augen der ganzen Welt werden unverändert auf der Fifa ruhen.

  • Vorbereitung  

    Der Kongress beginnt mit einem technischen Test durch Markus Kattner, nach der Suspendierung von Jérôme Valcke Interims-Generalsekretär: Es muss überprüft werden, ob die elektronische Abstimmung funktioniert. Die Testfrage dafür lautet: «Findet die WM 2018 in Russland statt?»

    Jene 11, die hier mit «nein» gestimmt haben, müssen ab nach Sibirien.

  • Countdown  

    Bevor er in 10 Minuten eröffnet wird: Wie funktioniert der Fifa-Kongress eigentlich? Hier die Antwort:

  • Demonstrationen II  

    Peter ist Schweizer, 65 und von der Fifa beschämt. Deswegen steht er vor dem Hallenstadion. Und verteilt Seife an die Passanten. Gedacht ist sie eigentlich für die Präsidenten der 209 Mitgliedsverbände, aber von denen ist noch keiner bei ihm vorbeigekommen. «Er würde ihm sonst sagen: Wasch dir deine schmutzigen Hände damit.»

  • Demonstrationen I  

    Vor dem Hallenstadion haben sich Demonstranten eingefunden – ganz so viele wie vor neun Monaten sind es aber nicht. Besonders auffällig die vielleicht 25 Anhänger von Scheich Salman, die mit Plakaten für eine Wahl des Bahrainers werben. Besonders lustig jenes Transparent, auf dem geschrieben steht: «Unterstützt den Saubermann». Die Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen sind ein stets Begleiter des 51-Jährigen.

  • Tagesprogramm  

    Wenn um 9.40 Uhr im Hallenstadion der ausserordentliche Fifa-Kongress eröffnet wird, stehen 12 Traktanden an. Die ganze Aufmerksamkeit erhält der vorletzte Punkt, die Wahl des Präsidenten. Ganz entscheidend für die Zukunft der des Weltverbandes sind aber vor allem die Traktanden 8 und 9. Schafft es der Kongress, die dringend notwendigen Reformen umzusetzen?

  • Kandidaten  

    1/5 Sheikh Salman bin Ebrahim al-Khalifa (51) gehört der Königsfamilie von Bahrain an.
    Bild: Keystone

       

  • Umfrage  

    Umfrage

    Welchen Kandidaten würden Sie wählen?








  • Vorschau  

    Der grosse Tag ist gekommen, der 26. Februar: der ausserordentliche Kongress der Fifa im Hallenstadion. Nichts weniger als die Zukunft des Weltverbandes liegt heute in den Händen der 207 stimmberechtigten Mitgliederverbände. Nicht nur müssen sie sich auf einen neuen Präsidenten einigen. An ihnen ist es ausserdem, längst fällige Reformen zu beschliessen. Dem neugewählten Präsidenten obliegt es, diese dann umsetzen.

    baz.ch/Newsnet hat skizziert, wie die neue Fifa aussehen soll: Mehr Frauen, weniger Kumpanei.

    Der grosse Abwesende am Tag der Weichenstellung ist Sepp Blatter. Nachdem er fast auf den Tag genau vor neun Monaten für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden war, wenige Tage später aber sein Amt niederlegte, ist er inzwischen persona non grata.

Erstellt: 26.02.2016, 09:05 Uhr

70

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Werbung

70 Kommentare

Kurt Müller

26.02.2016, 11:17 Uhr
Melden 71 Empfehlung 0

Der heutige FIFA-Kongress ist schon deshalb als Riesenerfolg zu werten, weil offenbar noch keine Delegierten verhaftet worden sind. Antworten


Hans Zumstein

26.02.2016, 09:46 Uhr
Melden 50 Empfehlung 2

Keine Bange, die Funktionäre werden sich untereinander schon nicht Schmerzen zufügen! Eine Hand wäscht die andere. Es geht schliesslich um sehr grosse Geldtöpfe. Antworten