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Messis Statistik, Busaccas Fehler

Von Thomas Schifferle. Aktualisiert am 09.03.2011 49 Kommentare

Lionel Messi – wer sonst – war die grosse Figur beim Schlagerspiel Barcelona gegen Arsenal. Der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca hingegen wird sich kaum neue Freunde geschafft haben – vor allem in England.

1/8 Zog einen schlechten Tag ein: Der Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca.
Bild: Keystone

   

Telegramm

FC Barcelona - Arsenal 3:1 (1:0)

Nou Camp. - 98'000 Zuschauer. - SR Busacca. - Tore: 45. Messi 1:0. 53. Busquets (Eigentor) 1:1. 69. Xavi 2:1. 71. Messi (Foulpenalty) 3:1.

Barcelona: Valdes; Alves, Busquets, Abidal, Adriano (90. Maxwell); Xavi, Mascherano (88. Keita), Iniesta; Pedro, Messi, Villa (82. Afellay).

Arsenal: Szczesny (19. Almunia); Sagna, Djourou, Koscielny, Clichy; Wilshere, Diaby; Rosicky (74. Arschawin), Fabregas (78. Bendtner), Nasri; Van Persie.

Bemerkungen: Barcelona ohne Puyol (verletzt) und Piqué (gesperrt). Arsenal ohne Vermaelen, Song und Walcott (alle verletzt). 36. Pfostenschuss von Adriano. 56. Gelb-rote Karte gegen Van Perssie (Unsportlichkeit/Ball wegschlagen). Verwarnungen: 16. Koscielny. 29. Sagna. 37. Wilshere (alle Foul). 45. Van Persie (Unsportlichkeit).

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Auf einmal ging alles schnell, und es war verbunden mit der Entscheidung, die Barcelona so lange zu erdauern hatte. Xavi schoss in der 69. Minute das 2:1, Lionel Messi bloss drei Minuten später das 3:1.

Korrigiert war damit der Schaden des 1:2 aus dem Hinspiel drei Wochen zuvor, korrigiert das Eigentor, mit dem Sergi Busquets kurz nach der Pause das 1:1 verursachte und Arsenal resultatmässig alle Vorteile zuspielte. Gesichert war dank des Zwischenspurts das Weiterkommen, das nur eines war: nichts als logisch, nichts als verdient.

Keine Lust

Arsenal hatte wohl versucht, seine Lehren aus dem Vorjahr zu ziehen, als es am gleichen Ort überfordert war und nach Messis Gala mit vier Toren untergegangen war. Gestern nun verweigerte sich Schöngeist Arsène Wenger allem, was ihn sonst auszeichnet. Er verordnete Defensivfussball der besonders destruktiven Art, sein 4-2-3-1 auf dem Papier wurde auf dem Rasen zu einem 5-4-1 oder gar 6-3-1. Seine Spieler hatten gar keine Lust, die eigene Platzhälfte zu verlassen. Spektakulärste Offensivszene war ein Corner kurz vor der Pause, der erst noch einem Fehlentscheid des Linienrichters entsprungen war.

Die Zahlen der ersten Halbzeit sagten alles über die Überlegenheit von Barcelona aus: 69:31 Prozent Ballbesitz, 344:97 angekommene Pässe, 8:0 Torschüsse. Nach Toren aber stand es nur 1:0, und auch das war erst in der dritten Minute der Nachspielzeit gefallen. Fabregas spielte vor dem eigenen Sechzehner fahrlässig einen Absatzpass, Iniesta spritzte dazwischen, lancierte wunderbar Messi, und was Messi dann vorführte, wie er den Ball über Goalie Almunia lupfte und ins Tor schoss, das allein entschädigte für eine Halbzeit, die wegen Arsenal so zäh gewesen war.

Die Tiefe gesucht

Dass der Gast in der 53. Minute zum Ausgleich kam, war eine Ironie des Zufalls, mehr nicht. Drei Minuten später aber wurde das Leben für ihn noch schwerer. Van Persie schoss aufs Tor, obwohl das Spiel unterbrochen war, und bekam von Massimo Busacca die gelb-rote Karte gezeigt. Wenger kriegte sich deshalb kaum mehr ein und verstand Busaccas Entscheid so überhaupt nicht – als würde er Schlimmes ahnen. Barcelona wiederum war gereizt und verschärfte das Tempo, verlor sich jetzt nicht mehr in seinem pausenlosen Querspiel, sondern suchte die Tiefe.

Diese Entschlossenheit mündete in die beiden Treffer, die den Einzug in die Viertelfinals sicherten. Iniesta und Villa spielten Xavi vor dem 2:1 frei, Pedro wurde von Koscielny gefoult, und Messi verwertete den Elfmeter zum 3:1. Zahlen sind es, die über Messis noch ein wenig mehr sagen: Der Penalty war sein 42. Goal im 38. Pflichtspiel für Barcelona allein diese Saison. Oder ein wenig weiter gefasst: Es war sein 123. Tor im 138. Spiel in Meisterschaft, Cup und Champions League seit dem Sommer 2008.

Der richtige Sieger

Aus dem 3:1 hätte leicht noch ein 4:1, 5:1 werden können, Chancen genug boten sich Barcelona schliesslich noch. Allein der für den verletzten Szczesny eingewechselte Almunia verhinderte Tore von Messi oder Afellay.

Busacca hatte nicht seinen besten Abend, verweigerte Messi in der ersten Halbzeit einen Elfmeter, war unverständlich streng bei Van Persies Bagatelle, dafür nachgiebig bei Koscielny vor dem 3:1. Am Ende hatte er nur ein Glück: Das Spiel hatte den richtigen Sieger. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.03.2011, 07:12 Uhr

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49 Kommentare

Konrad Roelz

09.03.2011, 10:01 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wer macht mehr Fehler - die Spieler oder der Schiri? Wirft man den Spieler jeden einzelnen Fehler vor? Sicher, Busacca hätte statt Rot mehr Fingerspitzengefühl zeigen können, doch Arsenal hat nicht gezeigt, was es eigenntlich kann, umgekehrt hat sich Barca engagiert und für den Erfolg gefightet. Der Erfolg ist absolut verdient und hängt nicht mit Busaccas Leistung zusammen. Antworten


Hans Füglistaller

09.03.2011, 08:50 Uhr
Melden

Was soll das? "Unverständlich streng bei Van Persies Bagatelle"? Es gibt eine Regel, die besagt, dass Ballwegschlagen mit einer gelben Karte bestraft wird. Dies hat Busacca gemacht! Er hat seinen Job getan und das Regelwerk befolgt. Wie kann man einen Schiedsrichter für die Einhaltung der Regeln kritisieren? Verstehe ich nicht. Antworten



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