Christian Grosshätte sich bei den Stuttgartern kaum einen besseren Start wünschen können. Bei seinem Einstand gegen Unirea Urziceni hatte das Team einen regelrechten Blitzstart hingelegt und sich für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert.
Danach legte das Gross-Team auch in der Bundesligalos. Einzig der Ausraster von Torhüter Jens Lehmann, der in Mainz wegen einer Tätlichkeit kurz vor Schluss Rot sah und den Ausgleich per Penalty zu verantworten hatte, verhinderte eine perfekte Bilanz des Polizistensohns aus Zürich-Höngg.
«Mit dem Erfolg kommt auch das Selbstvertrauen zurück», sagte VfB-Regisseur Alexander Hleb, der unter Motivator Gross immer stärker wird. Der Schweizer Trainer hat bei seinem Schritt in die Bundesliga ein perfektes Timing erwischt und eine hervorragend besetzte, aber verunsicherte Mannschaft vorgefunden, die nur darauf gewartet hatte, dass man ihr wieder Selbstvertrauen einhaucht.
«Nach oben schauen wäre gefährlich»
Mit zehn von zwölf möglichen Punkten ist der VfB unter Gross noch ungeschlagen. Und die Ersten beginnen im Schwabenland beginnen schon von einer ähnlichen Aufholjagd zu träumen wie im Vorjahr. Damals hatte Stuttgart unter Markus Babbel sich noch auf den dritten Platz vorgekämpft.
Nach dem 1:0-Sieg im Derby gegen den SC Freiburg am Freitag versuchte Gross, der bereits als «Mr. Unbezwingbar» von den deutschen Medien gefeiert wird, die Euphorie zu bremsen. «Es war auswärts, es war schwierig, es war ein Derby, daher bin ich zufrieden. Die drei Punkte im Derby tun bei der angespannten Lage gut», sagte der ehemalige Trainer des FC Basel emotionslos. «Aber wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Wir müssen weiter hart arbeiten und dürfen nicht darüber nachdenken, wo wir am Ende landen. Es wäre gefährlich, wenn wir jetzt nach oben schauen würden.»