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Nati-Rücktritt von Frei und Streller
Von Sven Schoch, SI. Aktualisiert am 05.04.2011 113 Kommentare
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Alex Frei und Marco Streller treten per sofort aus der Nati zurück. Begrüssen Sie den Entscheid der beiden FCB-Stürmer?
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Was der SFV am Dienstag per Communiqué öffentlich machte, stand seit Donnerstagabend letzter Woche fest. Im Büro von FCB-Vize-Präsident Bernhard Heusler hatten Frei und Streller den Schweizer Nationalcoach über ihr Vorhaben orientiert. Schon am Tag nach der Rückreise aus Bulgarien war den beiden klar, nie mehr für die SFV-Auswahl spielen zu wollen.
Hitzfeld akzeptierte den Wunsch der beiden Stürmer, im Juni nicht mehr nach London zum nächsten Spiel der EM-Ausscheidung reisen zu müssen. Allzu viel Energie investierte er nicht mehr, sie umzustimmen. Ihm dürfte mittlerweile auch klar sein, dass in Sofia die letzte Chance verspielt worden ist und er auf Jüngere setzen muss. «Ich bedaure diesen Doppel-Rücktritt aus sportlicher Sicht ausserordentlich. Von den rein menschlichen Gesichtspunkten her kann ich die Überlegungen, die dazu geführt haben, jedoch nachvollziehen», übermittelte Hitzfeld ein diplomatisches Statement zum Fakt, der kurzfristige und erhebliche Personalrochaden nach sich ziehen wird.
Unwiderruflich und per sofort
Frei, mit 42 Toren in 84 Partien der beste Torschütze der SFV-Geschichte, plante ursprünglich, erst nach der Partie in England seine zehnjährige und mehrheitlich brillante Karriere in der Nationalmannschaft zu beenden. Nach der schweren Enttäuschung in Bulgarien änderte der Basler offenkundig seine Meinung. Er mag einem sofortigen Umbau im Team nicht mehr im Weg stehen. Gleich denkt sein FCB-Teamkollege Streller. Das beste Stürmer-Duo der Axpo Super League, in der EM-Kampagne zuletzt diskussionslos gesetzt, überlässt die Bühne aus freien Stücken anderen - in beiden Fällen unwiderruflich und vor allem mit sofortiger Wirkung.
Der Frust sitzt tief. Einerseits ging in den letzten neun Monaten sportlich zu viel schief, zum andern war Kreditwürdigkeit in der Öffentlichkeit spürbar gesunken. Frei wirkte bei Statements im Umfeld der Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen zwar wieder gelöster, im Innern hallten die bösartigen Pfiffe gegen ihn immer noch nach. Die mangelnde Akzeptanz der Fans, die Diffamierung seiner Person, dies alles beschleunigte seinen Abschied fraglos.
Eine neue Ära beginnt
Auch Streller war nach den ungenügenden Ergebnissen mit der Schweiz wieder vermehrt in den Bannstrahl der Kritik geraten. Ein Teil der Anhänger lastete das Versagen der ganzen Equipe vorwiegend ihm und Frei an. Er zog nun wie Frei die Konsequenzen: «Ich habe mich für den Rücktritt entschieden und bin froh, dass Ottmar Hitzfeld meine Argumente nachvollziehen kann.»
Am 4. Juni beginnt für die Schweiz eine neue Ära - jene ohne Topskorer und Wortführer Frei. Das «Versteckspiel» der Talente hat ein abruptes Ende. Sie müssen nun aus dem Schatten Freis treten. Der ehrgeizige Teamsprecher ist weg; der statistisch zweitbeste Offensivmann auch. Hitzfeld hat zwei erfahrene Skorer mit gesamthaft 54 Toren zu ersetzen.
Eren Derdiyok (22, Leverkusen) und Mario Gavranovic (21, Schalke) rücken in die Pole-Position vor. Der eine ist noch immer ein Talent, hat aber in 31 Einsätzen erst zweimal getroffen. Gavranovic debütierte gegen Bulgarien wenige Minuten vor Schluss. Seine Rolle in der Equipe ist längst noch nicht definiert; zumal er wegen einer Bänderverletzung im Knöchel noch wochenlang ausfallen dürfte.
Hitzfelds wenig überzeugender Versuch, die EM-Perspektiven zu schönen
Sechs Punkte liegt die SFV-Auswahl in der EM-Ausscheidung hinter den topklassierten Nationen England und Montenegro zurück. «Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Hitzfelds Versuch, die ziemlich schlechten EM-Perspektiven etwas zu schönen, wirkte alles andere als überzeugend. Aus dem Kern der Equipe sickerten andere Einschätzungen durch: Das Wunder hält nur noch eine Minderheit für möglich.
Im Prinzip beginnt im Sommer für die Schweizer in England die Vorbereitung zur Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Die notgedrungene Umwälzung im Team wird Spuren hinterlassen. Hitzfeld dürfte ohne sein Sprachrohr und Leader Frei noch mehr in den Fokus rücken. Er trägt die Verantwortung mehr denn je allein und steht gewaltig unter Druck.
Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von Mittwoch. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.04.2011, 16:14 Uhr
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113 Kommentare
Nun hat es also die ZH-Presse endlich geschafft:Für mich die beste Entscheidung der beiden FCB-ler.Mit diesem groooossen Rückhalt der sog. Natifans hätte ich mich ebenfalls so entschieden.Auch wenn ich mich wiederhole:Einfach nur peinlich wie hier mit Natispielern umgegangen wird!Praktisch unmöglich in anderen Ländern, wo der Nationalstolz über die Clubzugehörigkeit gestellt wird... Antworten
Danke für alles Alex und Marco. In einem Land wo sich einige Neider sogar den Rücktritt des zur Zeit drittbesten Tennispielers (ein Basler) wünschen, muss man sich nicht wundern wenn es Spieler wie Rakitic oder Petric gab die sich für eine andere Nationalmannschaft entschieden hatten. Wenn einer schon in der eigenen Heimat keine Unterstützung erhält wo dann? Antworten

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