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Nur ein paar ärgerliche Sekunden

Ein Kommentar von Alexander Kühn. Aktualisiert am 13.10.2012

Unnötiger Gegentreffer hin, schwache Schiedsrichterleistung her. Der Schweizer Auftritt beim 1:1 gegen Norwegen macht Mut. Das Hitzfeld-Team ist das beste in seiner Gruppe.

Kalte Dusche nach dem Jubel: Die Schweizer kassieren gegen Norwegen kurz nach dem 1:0 den Ausgleich. Für einmal ist auch der hervorragende Torhüter Diego Benaglio machtlos.

Kalte Dusche nach dem Jubel: Die Schweizer kassieren gegen Norwegen kurz nach dem 1:0 den Ausgleich. Für einmal ist auch der hervorragende Torhüter Diego Benaglio machtlos.
Bild: Keystone

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6. Runde

07.06.Albanien - Norwegen1 : 1
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Stand: 08.06.2013 19:22

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Schweiz64208:114
2.Albanien63127:610
3.Island63038:99
4.Norwegen62227:78
5.Slowenien62048:106
6.Zypern61144:94
Stand: 08.06.2013 19:25

7. Runde

06.09.Norwegen - Zypern- : -
06.09.Slowenien - Albanien- : -
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Ein paar Sekunden der Unaufmerksamkeit brachten die Schweizer Nationalmannschaft gegen Norwegen um einen Sieg, den sie mehr gewollt hatte als die Gäste aus Skandinavien und auch mehr verdient gehabt hätte. Dennoch war dieser frische und spielerisch erfrischende Abend im ausverkauften Stade de Suisse ein guter Tag für den Schweizer Fussball. Die Mannschaft von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hatte gegen den auf dem Papier stärksten Kontrahenten in ihrer WM-Qualifikationsgruppe ein deutliches spielerisches Übergewicht – und wie Hitzfeld es tags zuvor an der Pressekonferenz in Feusisberg gefordert hatte, peilte sie bis zum Schluss den Sieg an. Sie gab sich in der Schlussviertelstunde weder mit dem 0:0 noch mit dem 1:1 zufrieden. Das spricht für Moral und Selbstbewusstsein.

Natürlich kann man sich darüber ärgern, dass im kollektiven Freudentaumel über den Führungstreffer die Ordnung bei einem Corner abhanden kam und Norwegen der Ausgleich gelang. Natürlich kann man dem spanischen Schiedsrichter vorhalten, er habe bisweilen imaginäre Tomaten aus heimischen Gewächshäusern vor den Augen gehabt – etwa in der 45. Minute, als den Schweizern nach einem rüden Foul am Richtung Tor eilenden Granit Xhaka einen Freistoss verweigerte, oder vor dem Ausgleich, als er einen Corner gab, der keiner war. Und natürlich kann man lamentieren, dass Xhaka bei einem verheissungsvollen Konter in der 20. Minute besser etwas entschlossener agiert hätte. Bei einer Mannschaft wie jener der Schweiz, die für die Zukunft eine Menge verspricht, ist es aber klüger, den Blick nicht nach hinten, sondern nach vorn zu richten. Schon am Dienstag steht das Spitzenspiel gegen die in drei Partien zweimal siegreichen Isländer an. Die Schweiz kann es selbstbewusst angehen, auch dank der Leistung gegen Norwegen.

Vieles war positiv im Schweizer Spiel. Nicht nur Xherdan Shaqiri, der mit seinem herausragenden Zug und der technischen Brillanz zurecht viel Applaus erntete. Auch Goalie Diego Benaglio zeigte eine erstklassige Vorstellung – obwohl er in der 90. Minute das Glück des Tüchtigen in Form des Pfostens beanspruchte, um dem zweiten Gegentreffer zu entgehen. Gökhan Inler erbrachte derweil neuerlich den Beweis, dass er es verdient, die Captainbinde zu tragen. Der Napoli-Söldner brachte sich gleichermassen als stützendes und aufbauendes Element ein. Ein Grund zur Freude ist auch die starke Schweizer Bank, erzielte mit Mario Gavranovic vom FC Zürich doch ein neun Minuten zuvor eingewechselter Joker den Treffer für die Gastgeber, die über weite Strecken spielbestimmend waren und diesbezügliche alte Krankheiten abgelegt haben.

Ohnehin war das Norwegen-Spiel nur die erste Hälfte der nordischen Woche, die in Island weitergeht. Wenn die Schweizer auf der von zahlreichen Schafen bevölkerten Insel im Nordatlantik nicht nur ungeschoren davonkommen, sondern mit dem gleichen Esprit wie in Bern siegen, haben sie zwar noch kein ganzes Bein, aber immerhin den einen oder anderen Zeh an der WM 2014 in Brasilien.

Erstellt: 12.10.2012, 23:31 Uhr

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Stand: 19.06.2013 17:23
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