Sport

Platini will die Europa League abschaffen

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 29.11.2012 25 Kommentare

Michel Platini erwägt die Abschaffung der Europa League. Als Alternative zieht der Uefa-Präsident eine Aufstockung der Champions League in Betracht.

1/4 Uefa-Präsident Michel Platini denkt laut über Reformen im europäischen Clubfussball nach. So will er die Europa League abschaffen und dafür die Champions League von 32 auf 64 Teams aufblähen. Der Franzose überrascht immer wieder mit seinen revolutionären Ideen.
Bild: Keystone

   

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Michel Platini überdenkt das Format der internationalen Clubwettbewerbe. Gegenüber der französischen Tageszeitung «Ouest-France» erklärte der Uefa-Präsident: «Es gibt eine Debatte, welches Format die europäischen Wettbewerbe zwischen 2015 und 2018 haben werden.»

Platini ist mit der Entwicklung der Europa League offensichtlich nicht zufrieden. Es ist kein Geheimnis, dass diese Konkurrenz finanziell bei weitem nicht mit der Champions League mithalten kann. Im Gespräch ist demnach eine Aufstockung der prestigeträchtigen Königsklasse von derzeit 32 auf zukünftig 64 Mannschaften in der Gruppenphase. Überdies schloss Platini die Abschaffung der Europa League nicht aus. «Wir sind am Diskutieren und wollen 2014 eine Entscheidung fällen. Aber noch ist nichts entschieden», meinte der höchste Funktionär der Uefa.

Rummenigges heftige Reaktion

Platinis Äusserungen folgten sogleich Reaktionen. So zeigte sich Bayerns Präsident Karl-Heinz Rummenigge überrascht von den Worten des Franzosen und sprach sich entschieden gegen diese Reformen aus. «Wir sind keine Freunde davon, Qualität zulasten der Quantität zu verändern. Wir sind nicht für die Abschaffung der Europa League und absolut gegen eine Erweiterung der Champions League», sagte Rummenigge in Moskau gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

Der Bayern-Boss führte in ernstem Ton weiter aus: «Die Champions League ist zu Recht die Königsklasse des Clubfussballs, um die wir in der ganzen Welt beneidet werden. Es gibt keinen Grund, am Format etwas zu ändern.» Die Clubs seien mit der sportlichen Qualität und den finanziellen Rahmenbedingungen hochzufrieden. Rummenigge forderte die Uefa auf, die notwendige Geduld bei der Entwicklung der erst 2009 eingeführten Europa League aufzubringen.

Keine Angst vor anderen Wettbewerben

Platini äusserte sich auch zu den immer wieder geäusserten Ideen von grossen Vereinen, einen Konkurrenzwettbewerb zur Champions League auf die Beine zu stellen. Der Uefa-Boss zeigte sich nicht beunruhigt: «Das ist ein regelmässig auftauchendes Thema, das mich nicht beunruhigt.» Der 57-Jährige kann sich nicht vorstellen, dass ein solcher Europacup ohne Segen der Uefa funktionieren würde. «Welche Schiedsrichter würden eingesetzt? In welchen Stadien würde gespielt? Würden die Leute das auch wollen? Ich denke nicht.»

Der ehemalige Regisseur von Juventus Turin und der französischen Nationalmannschaft äusserte sich auch zu den technologischen Hilfsmitteln im Fussball. Erneut outete er sich als prinzipieller Gegner solcher Methoden. Immerhin räumte Platini ein, dass man Videoaufnahmen gebrauchen könnte, um über Offsides zu entscheiden. Die Überwachung der Torlinie per Video, wie sie bei der Club-WM in Japan im Dezember erstmals offiziell getestet wird, befürwortet der Uefa-Chef in keiner Weise.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.11.2012, 09:16 Uhr

25

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

25 Kommentare

Hans Ganz

29.11.2012, 11:00 Uhr
Melden 105 Empfehlung 6

Spiele mit Freunden Bundesliga Manager Hattrick, ein Game aus 1995 (Nostalgie und wir sind im Jahr 2183, können also nicht einfach aufhören). Damals gabs noch Landesmeister, Pokalsieger und den Uefa Cup, aber jeder hatte seine Berechtigung/Bedeutung. Leider musste man ein Marketingvehikel als Einnahmequelle erschaffen wofür man den Einheitsbrei "Champions"league schuff, die Liga für Grossclubs. Antworten


Michel Ehrmi

29.11.2012, 10:17 Uhr
Melden 110 Empfehlung 23

Die Einstellung der UEFA ist doch ein Spiegelbild unserer Wirtschaft und Politik. Die Reichen (CL) werden immer mehr belohnt und die weniger betuchten (EL) werden schäbig belohnt. Diese Schere fördert immer mehr Unmut genau wie in der aktuellen Wirtschaftslage.
Fussball ist Lebensschule, leider auch im Negativen ... Wieso die Schere zwischen den 2 Wettbewerben nicht kleiner machen?
Antworten



FC Basel

Populär auf Facebook Privatsphäre

Kino

Abonnement

Service