Platini will die Europa League abschaffen

Michel Platini erwägt die Abschaffung der Europa League. Als Alternative zieht der Uefa-Präsident eine Aufstockung der Champions League in Betracht.

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Michel Platini überdenkt das Format der internationalen Clubwettbewerbe. Gegenüber der französischen Tageszeitung «Ouest-France» erklärte der Uefa-Präsident: «Es gibt eine Debatte, welches Format die europäischen Wettbewerbe zwischen 2015 und 2018 haben werden.»

Platini ist mit der Entwicklung der Europa League offensichtlich nicht zufrieden. Es ist kein Geheimnis, dass diese Konkurrenz finanziell bei weitem nicht mit der Champions League mithalten kann. Im Gespräch ist demnach eine Aufstockung der prestigeträchtigen Königsklasse von derzeit 32 auf zukünftig 64 Mannschaften in der Gruppenphase. Überdies schloss Platini die Abschaffung der Europa League nicht aus. «Wir sind am Diskutieren und wollen 2014 eine Entscheidung fällen. Aber noch ist nichts entschieden», meinte der höchste Funktionär der Uefa.

Rummenigges heftige Reaktion

Platinis Äusserungen folgten sogleich Reaktionen. So zeigte sich Bayerns Präsident Karl-Heinz Rummenigge überrascht von den Worten des Franzosen und sprach sich entschieden gegen diese Reformen aus. «Wir sind keine Freunde davon, Qualität zulasten der Quantität zu verändern. Wir sind nicht für die Abschaffung der Europa League und absolut gegen eine Erweiterung der Champions League», sagte Rummenigge in Moskau gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.

Der Bayern-Boss führte in ernstem Ton weiter aus: «Die Champions League ist zu Recht die Königsklasse des Clubfussballs, um die wir in der ganzen Welt beneidet werden. Es gibt keinen Grund, am Format etwas zu ändern.» Die Clubs seien mit der sportlichen Qualität und den finanziellen Rahmenbedingungen hochzufrieden. Rummenigge forderte die Uefa auf, die notwendige Geduld bei der Entwicklung der erst 2009 eingeführten Europa League aufzubringen.

Keine Angst vor anderen Wettbewerben

Platini äusserte sich auch zu den immer wieder geäusserten Ideen von grossen Vereinen, einen Konkurrenzwettbewerb zur Champions League auf die Beine zu stellen. Der Uefa-Boss zeigte sich nicht beunruhigt: «Das ist ein regelmässig auftauchendes Thema, das mich nicht beunruhigt.» Der 57-Jährige kann sich nicht vorstellen, dass ein solcher Europacup ohne Segen der Uefa funktionieren würde. «Welche Schiedsrichter würden eingesetzt? In welchen Stadien würde gespielt? Würden die Leute das auch wollen? Ich denke nicht.»

Der ehemalige Regisseur von Juventus Turin und der französischen Nationalmannschaft äusserte sich auch zu den technologischen Hilfsmitteln im Fussball. Erneut outete er sich als prinzipieller Gegner solcher Methoden. Immerhin räumte Platini ein, dass man Videoaufnahmen gebrauchen könnte, um über Offsides zu entscheiden. Die Überwachung der Torlinie per Video, wie sie bei der Club-WM in Japan im Dezember erstmals offiziell getestet wird, befürwortet der Uefa-Chef in keiner Weise.

(baz.ch/Newsnet)

(Erstellt: 29.11.2012, 09:16 Uhr)

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