Sport

«Shaqiri ist vor allem im Eins-gegen-Eins stark»

Von Sebastian Rieder, Reykjavik. Aktualisiert am 16.10.2012

Lars Lagerbäck hat als Nationaltrainer von Island eine historische Sensation geschafft. Wie der Schwede über die Vorzüge und Schwächen der Schweizer denkt und was er zu Ottmar Hitzfelds emotionaler Eskalation sagt.

Erster Auftritt in Island: Xherdan Shaqiri vor dem ersten Training im Nationalstadion von Reykjavik. (Video: Sebastian Rieder)

Islands Coach Lars Lagerbäck (Bild: Keystone )

WM-Qualifikation 2014

baz.ch/Newsnet berichtet heute ab 20.30 Uhr live von der Partie Island - Schweiz.

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WM Qualifikation UEFA Grp. E

5. Runde

22.03.Slowenien - Island1 : 2
22.03.Norwegen - Albanien0 : 1
23.03.Zypern - Schweiz0 : 0
Stand: 23.03.2013 19:24

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Schweiz53207:111
2.Island53026:59
3.Albanien53026:59
4.Norwegen52126:67
5.Zypern51134:84
6.Slowenien51044:83
Stand: 23.03.2013 19:25

6. Runde

07.06.Albanien - Norwegen- : -
07.06.Island - Slowenien- : -
08.06.Schweiz - Zypern- : -

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Auch wenn in Reykjavik noch kein Schnee liegt, so scheint die Stadt bereits im Oktober im Winterschlaf. Anders ist das Desinteresse der Bevölkerung aus der isländischen Hauptstadt gegenüber ihrem Nationalteam fast nicht zu erklären. Einen Tag vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz sind erst knapp über 7000 Tickets über die Theke gegangen, rund 10'000 Zuschauer hätten Platz im Nationalstadion Laugardalsvöllur. «Der Isländer entscheidet spontan, ob er ans Spiel geht oder lieber zu Hause in der warmen Stube hockt», so die humorvolle Erklärung auf der Geschäftsstelle des isländischen Fussballverbands.

Dabei wäre nebst dem Nationalsport Handball durchaus eine gewisse Begeisterung für den Fussball vorhanden. Es ist erst ein Jahr her, als das isländische Team während der Euro-Qualifikation vor ausverkauftem Haus spielte – zu Gast war Portugal, oder besser gesagt: Cristiano Ronaldo. Die Schweiz hat im Vergleich zu Portugal zwar keinen Weltfussballer zu bieten, kann aber mit Xherdan Shaqiri zumindest den neuen Publikumsliebling von Bayern München präsentieren. «Shaqiri ist sehr schnell und trickreich, aber vor allem ist er im Eins-gegen-Eins stark», sagt Lars Lagerbäck. Der 64-jährige Schwede ist seit einem Jahr Coach der isländischen Nationalmannschaft und bereits der erfolgreichste Trainer auf der Insel.

«Es wird ein hartes Spiel»

Nach den Siegen gegen Norwegen und Albanien steht Island mit sechs Punkten aus drei Spielen auf Platz zwei der Schweizer Gruppe. Der Nationaltrainer ist sich, wie der Rest des Landes, nicht vollkommen bewusst, welch historische Leistung sein Team zu Beginn der WM-Kampagne vollbracht hat. An der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spitzenspiel gegen die Schweiz fragt Lagerbäck während der Interviewrunde seinen Medienchef völlig unwissend, ob Island jemals so viele Punkte nach drei Spielen auf dem Konto gehabt habe. Die Antwort kam prompt: «Vor 14 Jahren hatte wir nach drei Spielen fünf Punkte.» Wie Lagerbäck scheinen in Island längst nicht alle wirklich begriffen zu haben, welche Chance sich heute gegen die Schweiz bietet.

Vielleicht ist es auch nur gespielte Naivität, die der isländische Trainer in Gegenwart der Schweizer Medienvertreter an den Tag legt. Zumindest ist seine Analyse zum Gegner sehr dezidiert: «Es wird ein hartes Spiel. Wir haben grossen Respekt vor der Schweiz, sie sind sicher Favorit. Sie haben schnelle und flexible Mittelfeldspieler mit sehr genauen Pässen.» Lagerbäck wäre aber nicht Lagerbäck, wenn er nicht auch die Schwäche der Schweizer genau unter die Lupe genommen hätte. «Sie arbeiten wirklich hart, aber die Verteidigung ist längst nicht so gut wie die vorderen Reihen.»

«Hitzfelds Geste hat mich wirklich überrascht»

Im 1:1 gegen Norwegen am letzten Freitag in Bern hat Lagerbäck einige Antworten gefunden, wie er mit seiner Mannschaft den Schweizer Abwehrriegel knacken kann. «Das Gegentor der Norweger ist nicht auf Überschätzung der Schweizer zurückzuführen, das war einfach schlechte Defensivarbeit beim Eckball», sagt Lagerbäck. Schlecht fand er auch die aufgebrachte Stimmung der Spieler gegenüber dem Schiedsrichter, geschockt hat ihn aber vor allem der Stinkefinger von Ottmar Hitzfeld gegenüber dem spanischen Schiedsrichter. «Hitzfeld ist sonst immer so ruhig und besonnen, seine Geste hat mich wirklich überrascht.»

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.10.2012, 13:48 Uhr

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EndeServette - Sion4:0
Stand: 22.05.2013 21:11
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Stand: 23.05.2013 04:00
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