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«Sie nennen uns Verräter»

Von Sebastian Rieder, Ljubljana. Aktualisiert am 10.09.2012 211 Kommentare

Granit Xhaka wappnet sich für das zweite WM-Qualifikationsspiel gegen Albanien: Aufgrund seiner kosovarischen Wurzeln rechnet er mit vielen Provokationen – von Fans und Gegenspielern.

1/4 «Es gibt auch Albaner, die sind stolz auf uns. Sie sehen, dass wir den Schweizer Fussball verbessern»: Granit Xhaka am Flughafen Ljubljana.

   

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WM Qualifikation UEFA Grp. E

5. Runde

22.03.Slowenien - Island1 : 2
22.03.Norwegen - Albanien0 : 1
23.03.Zypern - Schweiz0 : 0
Stand: 23.03.2013 19:24

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Schweiz53207:111
2.Island53026:59
3.Albanien53026:59
4.Norwegen52126:67
5.Zypern51134:84
6.Slowenien51044:83
Stand: 23.03.2013 19:25

6. Runde

07.06.Albanien - Norwegen- : -
07.06.Island - Slowenien- : -
08.06.Schweiz - Zypern- : -

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Granit Xhaka nimmt kein Blatt vor den Mund. Der erste Torschütze gegen Slowenien kommt nach dem 2:0-Sieg aus der Garderobe und gibt seine Gedanken zum nächsten Gegner Albanien ohne Umschweife preis. «Es ist sicher ein spezielles Spiel, nicht nur für mich, sondern auch für die anderen Spieler in der Mannschaft.» Gemeint sind Xherdan Shaqiri, Admir Mehmedi, Blerim Dzemaili und Valon Behrami, die wie Xhaka albanische Wurzeln haben und am Dienstag in Luzern mit zwei Herzen in der Brust aufs Feld laufen.

Angst, dass er gegen sein Heimatland nicht die volle Leistung abrufen kann, hat Xhaka nicht. «Wir haben ein Ziel, und das ist die WM 2014 in Brasilien, wir werden unser Bestes geben und an unsere Grenze gehen», so der U-17-Weltmeister. Auch wenn er nach seinem Wechsel vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach gerne wieder im St. Jakob-Park spielen würde, ist er doch froh, dass das zweite WM-Qualifikationsspiel in Luzern ausgetragen wird. «Sonst hätten wir 30'000 Albaner im Stadion».

Torjubel wird unterdrückt

Was Xhaka scherzhaft überzeichnet, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. «Es ist klar, dass wir provoziert werden, nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von den Spielern.» Eine Stunde vor dem Rückflug in die Schweiz gibt Xhaka am Flughafen Ljubljana der Aussage vom Vorabend noch mehr Gewicht. «Sie nennen uns Verräter, weil wir uns nicht für Albanien entschieden haben.» Er kann die Abneigung nachvollziehen, er selbst fühlt beide Nationalitäten in sich und bekommt das auch von Aussen zu spüren. «Es spielt keine Rolle, wo ich bin. In der Schweiz bin ich für einige der Ausländer, und in Albanien bin ich der Schweizer.»

Trotz seiner knapp 20 Jahre ist er schon reif genug, um mit dieser Fremdwirkung umzugehen, und sieht auch die positive Seite seiner Auftritte mit der Schweizer Nationalmannschaft. «Es gibt auch Albaner, die sind stolz auf uns. Sie sehen, dass wir den Schweizer Fussball verbessern.» Dennoch wird Xhaka, falls er am Dienstag wieder ein Tor erzielen sollte, auf einen ausgelassenen Jubel verzichten. «Das hat mit Respekt zu tun.» Achtung wollen auch die anderen Albaner im Schweizer Team zeigen, ausser Valon Behrami, er sieht kein Problem darin, seiner Freude bei einem Treffer Ausdruck zu verleihen.

Was passiert, wenn die Fifa die Republik Kosovo akzeptiert?

Behrami ist sich auch sicher, dass er im Falle einer Anfrage der kosovarischen Nationalmannschaft weiterhin für die Schweiz spielen würde. Xhaka und Shaqiri hingegen haben sich noch nicht entschieden. Würde die Fifa den Kosovo tatsächlich für eine WM-Qualifikation zulassen, könnte es zu einem Wechsel kommen. «Ich müsste es mir überlegen», sagt Xhaka offen. Die Antwort fällt ihm etwas leichter als Shaqiri, dem die Diskussion rundum die neu erlangte Souveränität der Republik Kosovo viel zu früh kommt. «Das ist für mich noch weit weg und momentan kein Thema.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.09.2012, 21:41 Uhr

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211 Kommentare

Peter Meier

09.09.2012, 22:30 Uhr
Melden 396 Empfehlung 1

Hier aufgewachsen, hier ausgebildet, hier aufs grosse Geld vorbereitet, hier zum Nationalspieler gemacht und jetzt möchten sie lieber gegen statt für die Schweiz spielen.
Solchen Spielern ist unverzüglich die Gewissensfrage zu stellen und wenn kein klares Bekenntnis zur Schweiz kommt, so sind sie nicht mehr aufzubieten.
Antworten


Geni Meier

09.09.2012, 22:03 Uhr
Melden 312 Empfehlung 1

Halbe Ausländer in der Schweiz und halbe Ausländer in Albanien oder Kosovo. Die Konstellation mit 5 Spielern aus dieser Region als Stützen unserer Nationalmannschaft ist auf die Dauer der falsche Weg. Bei der Nachwuchsförderung durch den Verband ist stärker auf die Förderung von CH-Junioren zu achten, die darauf brennen, für die CH-Nationalmannschaft zu spielen. Antworten



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