Sion: Mit dem Mythos und einem Skihelden

Die Walliser streben heute in Bern in ihrem elften Cupfinal den elften Sieg an. Auf YB stimmten sie sich auf dem Thunersee ein - mit Abfahrtsstar Didier Défago.

1997 holte Sion den Cup zum dritten Mal nacheinander und wurde ausserdem Schweizer Meister.

1997 holte Sion den Cup zum dritten Mal nacheinander und wurde ausserdem Schweizer Meister.
Bild: Keystone

Ferenc Stockbauer ist ein Mann der ersten Stunde. 71-jährig ist er nun und nennt sich François. Er war es leid, im Wallis ständig seinen Vornamen buchstabieren zu müssen. Der gebürtige Ungar war am 19. April 1965 als Aktiver dabei, als der FC Sion anfing, seine grandiose Cup-Geschichte zu schreiben. Servette wurde 2:1 bezwungen, Teil 1 des Mythos war geschrieben. Stockbauer, der in Sitten lebt, sagt: «Die Ausgangslage gegen YB ist die gleiche wie vor 44 Jahren: Sion ist auch nur Aussenseiter.»

Heute ist Stockbauer kritischer Beobachter, er kann mit Präsident Christian Constantin nicht viel anfangen. Geblieben ist seine Überzeugung, dass Sion über alle die Jahre eine Stärke behalten hat: «Die deutsche Winner-Mentalität. Wenn die Spieler heute mit Arbeitskleidung statt im Smoking auf den Platz gehen, also sich für die Arbeit nicht zu schade sind, haben sie eine Chance.» Für Jean-Paul Brigger, der den Cup mit Sion vier Mal geholt hat, kommt im Cupfinal eine Qualität besonders zum Vorschein: «Wir Walliser sind zur Stunde x bereit.» Zwischen 1965 und 2006 gewannen die Sittener alle ihre zehn Endspiele, wobei sich Brigger erinnert: «Das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft waren, hatte ich nie. Aber am Schluss hatten wir den Becher immer.»

Mehr wert als der Meistertitel

Brigger weiss auch, wie es ist, mit Sion Meister zu werden, stellte aber einen Unterschied in Sachen Begeisterung fest: «Es ist für Nicht-Walliser vermutlich schwer zu verstehen, aber der Cup hat für uns einen höheren Wert.» Angesprochen auf die Aussichten auf den elften Triumph stellt er schnell die Gegenfrage: «Findet man im Kanton einen, der nicht daran glaubt?»

Einen gibt es: Christian Constantin. Mehr als taktisches Geplänkel des unberechenbaren Präsidenten kann das aber nicht sein. Als Sion im Viertelfinal nach St. Gallen musste, winkte Constantin schon ab: «Wir scheiden aus.» Vor dem Halbfinal in Luzern meldete er: «Ich glaube nicht an den Final.» Nach der Final-Qualifikation begann er, Argumente zu sammeln, die gegen Sion sprechen sollen: Der Kunstrasen, die Nomination des Schiedsrichters. Trotzdem bemühte sich Constantin um eine spezielle Einstimmung auf den Finalabend. Er lud Didier Défago ein, den Walliser Skihelden aus Morgins, um mit den Fussballern auf dem Schiff «Stockhorn» auf dem Thunersee zu frühstücken. Gezeigt wurden beim Ausflug Bilder von Défagos Siegen 2009 in den Abfahrtsklassikern Wengen und Kitzbühel, «um zu zeigen, dass es im Sport immer wieder schöne Überraschungen und besondere Phasen in einer Karriere gibt».

Die Young Boys sind unbeeindruckt

Constantins Druckversuche und Understatement beeindrucken YB wenig. Wenn es heute zur Neuauflage des Finals von 2006 kommt, «ist die Titellust grösser als die Revanchelust», wie es YB-Mittelfeldspieler Christian Schwegler sagt: «Wir nehmen nicht ernst, was Constantin von sich gibt. Wir wollen für YB den ersten Titel seit 1987.» Um voller Selbstvertrauen zu schliessen: «Und das schaffen wir.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.05.2009, 12:10 Uhr

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FC Basel

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
17.03.10 GC Zürich - FC Sion 2 : 0 (1:0)
R Mannschaft Sp S U N Tvh P
1. Young Boys Bern 24 17 2 5 50:28 53
2. FC Basel 24 15 4 5 54:31 49
3. GC Zürich 23 12 2 9 41:30 38
4. Luzern 24 11 5 8 42:34 38
5. St. Gallen 24 9 6 9 36:32 33
6. Zürich 23 8 7 8 37:33 31
7. Neuchâtel Xamax 24 8 7 9 39:35 31
8. FC Sion 24 8 7 9 33:38 31
9. Bellinzona 24 5 3 16 33:67 18
10. Aarau 24 2 5 17 22:59 11




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