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Sion-Präsident Constantin sperrt zwei Spieler
«Ich habe Beweise, die mir Recht geben, so zu handeln, wie ich gehandelt habe»: Christian Constantin. (Bild: Keystone)
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Den Freitag verbringt Sions Präsident Christian Constantin beim Skifahren in Zermatt, das Vergnügen im Schnee teilt er mit Basels Vizepräsident Bernhard Heusler. Das hält Constantin nicht davon ab, mit einem Communiqué für helle Aufregung zu sorgen. Am Nachmittag lässt er es verschicken, wobei es mehr ein Rätsel als eine klare Botschaft ist: Den Spielern Aleksandar Mitreski und Antonio Dos Santos, beide mit Vergangenheit bei GC, wird «gravierendes Fehlverhalten» vorgeworfen. Und in den Zeilen kündigt der Verein an, gegen die beiden mit aller Konsequenz Sanktionen anzustrengen.
Die Mitteilung ist so abgefasst, dass sie allerhand Interpretationsspielraum liefert - speziell nach dem jüngsten Manipulationsverdacht, den Constantin gegen den Ivorer Serey Die äusserte. Plötzlich heisst es auf verschiedenen Online-Plattformen und auf Radiosendern, Mitreski und Dos Santos seien in den Wettskandal verwickelt. Dabei handelt es sich im vorliegenden Fall um disziplinarische Misstritte. Der im Raum stehende Vorwurf: Das Duo soll sich im Spielcasino in Montreux in der Nacht auf Freitag bis um 4 Uhr aufgehalten haben, ausserdem soll um namhafte Beträge gezockt worden sein. Mitreski fällt heute gegen Basel zwar verletzt aus, Dos Santos hätte aber zumindest zum Kader gehört. Nun sind beide intern gesperrt - im Gegensatz zu Serey Die.
Präsident stellt Spieler an den Pranger
Constantin stiftet neue Unruhe, indem er die Spieler öffentlich an den Pranger stellt. Dass er das verklausuliert machte, stört ihn selbst keineswegs. Er werde sich nach dem Rückspiel in Basel am kommenden 1. April erklären, und er liefert die Worte nach: «Ich habe Beweise, die mir Recht geben, so zu handeln, wie ich gehandelt habe.»
Keinen Grund, sich zurückzuhalten, sieht Aleksandar Mitreski. Der 29-jährige Mazedonier fällt aus allen Wolken. Er erklärt, nicht im Casino gewesen zu sein, dass er es «ungeheuerlich finde», wenn er plötzlich in die Nähe von Manipulationsvorwürfen gedrängt werde. Und: «Ich lasse es nicht zu, dass mein Name durch den Dreck gezogen wird. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ausserdem kenne ich beim besten Willen nicht den Inhalt der Anschuldigungen.»
Der Anwalt redet von Rufmord
Sein Kollege Antonio Dos Santos versichert ebenfalls, sich die Nacht nicht im Casino um die Ohren geschlagen zu haben - anders als Serey Die, der zumindest das dem Klub offenbar gestanden hat. Der 30-jährige Brasilianer berichtet von einem Gespräch mit Frédéric Chassot, der rechten Hand Constantins: «Er sagte mir ohne Begründung, dass ich gegen Basel nicht im Aufgebot stehe.»
Am meisten stört ihn, dass er jetzt im gleichen Atemzug mit Serey Die genannt wird, also sich Vorwürfen ausgesetzt sieht, Mithilfe zu Spielmanipulationen geleistet zu haben. Er sagt aufgebracht: «Warum soll ich solchen Mist machen? Ich bin immer korrekt gewesen.» Dass er mit Serey Die im Casino aufgetaucht sein soll, streitet er ab: «Ich spreche nicht französisch, er nicht deutsch, spanisch oder portugiesisch. Warum sollte ich mit ihm weggehen?» Dass er gelegentlich Casinos besucht, gibt er irgendwann doch zu: «Aber ich spiele nicht wie ein Verrückter.»
Support erhalten Mitreski und Dos Santos von ihrem Berater Adrian Bachmann. Der Zürcher Anwalt hält die neuste Geschichte für einen «hausgemachten Skandal in Sion» und spricht von «Rufmord», wenn seine Mandanten mit Manipulation in Verbindung gebracht werden: «Das ist eine perfide Unterstellung.» Es befremdet ihn, dass die zwei Spieler intern suspendiert wurden, aber von offizieller Seite keine Erklärung bekamen: «Da werden Angestellte fertig gemacht. Das tolerieren wir nicht und gehen sicher juristisch vor.»
Und Constantin? Ihn kümmert auch das nicht. Er wiederholt auf der Skipiste: «Ich habe meine Gründe.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 27.03.2010, 12:11 Uhr


