Gegen den FC Barcelona war die Mannschaft des Schweizer Trainers chancenlos. Neben den Katalanen qualifizierte sich auch Bordeaux für die Viertelfinals der Champions League.
Spielte gegen Stuttgart überragend: Barcelonas Star Lionel Messi. Bild: Keystone
Christian Grossist es nicht gelungen, den VfB Stuttgarterstmals in die Viertelfinals der Champions Leaguezu führen. Die Schwaben unterlagen dem FC Barcelonaim Rückspiel mit 0:4, nachdem es vor drei Wochen ein beachtenswertes 1:1 gegeben hatte.
Für den VfB wurde es im Camp Nou die erwartet schwierige Aufgabe. Der FC Barcelona, der Titelverteidiger in der Champions League, übernahm von Beginn an das Kommando. Einer drängte sich besonders in den Vordergrund: Lionel Messi.
«Bis zum 3:0 hatte ich noch ein bisschen Hoffnung, danach war dann alles entschieden. Barcelona war klar besser, Messi war absolut der entscheidende Mann», sagte Gross. «Wir haben ihn bei der Ballannahme nicht gestört, er ist schnell und dann nicht zu stoppen. Wir haben im Hinspiel für unsere Verhältnisse ein überragendes Spiel gemacht. Jetzt sind wir nicht über aussen gekommen und hatten keine Abschlüsse. Barça hat die Räume eng gemacht und war eine Klasse besser. Sie haben uns die Grenzen aufgezeigt.»
Zwei Weitschuss-Tore von Messi
Der «Weltfussballer des Jahres 2009» sorgte dafür, dass die Katalanen bereits nach 22 Minuten ein komfortables Polster hatten. Erst schoss das Genie aus Argentinien seine Equipe mit einem herrlichen Weitschuss in Führung, dann leitete er mit einem brillanten Pass in die Tiefe das Tor von Pedro Rodriguez ein. Auch das 3:0 ging auf das Konto von Messi. Nach einer Stunde setzte er zur Kür an, drehte sich um die eigene Achse, um anschliessend aus der Ferne die Aktion erfolgreich zu vollenden. Messi ist in Hochform. Am Wochenende gegen den FC Valencia hatte er einen lupenreinen Hattrick erzielt.
Nicht das «perfekte Spiel»
Christian Gross hatte im Vorfeld der Partie von seinen Mannen gefordert, dass sie mit Intelligenz und Selbstvertrauen auftreten. Im Vergleich zum Hinspiel müsse man disziplinierter sein und den Ball länger in den Reihen halten. Es brauche das «perfekte Spiel». Die Stuttgarter konnten die Vorgaben ihres Trainer nicht wie gewünscht umsetzen. Es war ein klarer Qualitäts-Unterschied festzustellen.
Bei den Treffern von Messi stellten sich die Gäste besonders ungeschickt an. Ihm wurde beide Male viel zu viel Raum gelassen. Beim 0:1 etwa spazierte er rund 35 Meter unbehelligt quer übers Feld, ehe er an der Strafraumgrenze angelangte und den Ball mit links unter die Latte drosch. Die Offensive des Tabellenneunten der Bundesliga ward kaum gesehen. Goalie Jens Lehmann verhinderte mit ein paar guten Paraden Schlimmeres. Sein Antipode Victor Valdes verbrachte einen gemütlicheren Arbeitstag.
Es bleibt dabei, dass deutsche Teams auswärts gegen den FC Barcelona einen schweren Stand haben. Mit dem FC Basel hatte Christian Gross in der vergangenen Saison immerhin ein glückhaftes 1:1 erreicht.
Die neuerliche Niederlage ändert nichts daran, dass Gross in Stuttgart hoch im Kurs ist. VfB-Präsident Erwin Staudt liess sich kürzlich zitieren, dass man an einer längeren Zusammenarbeit mit dem Zürcher interessiert sei.
Bordeaux machte es nochmals spannend
Im zweiten Spiel von gestern Mittwoch konnte Bordeaux gegen Olympiakos Piräus die Ein-Tore-Reserve aus dem Hinspiel erfolgreich verteidigen. Der französische Meister gewann auch den zweiten Vergleich mit dem griechischen Titelhalter (2:1). Die Girondins machten es allerdings spannend. Zwar traf Yoann Gourcuff schon in der 5. Minute per Freistoss und Olympiakos-Stürmer Matt Derbyshire sah Gelb-Rot, doch dem eingewechselten Kostas Mitroglou gelang der Ausgleich und Bordeaux hatte seinerseits einen Platzverweis zu verzeichnen (Alou Diarra). Beruhigung verschaffte erst das spektakuläre Kopftor von Marouane Chamakh in der 88. Minute. Piräus- Keeper Antonis Nikopolidis, seines Zeichens 2004 Europameister, hinterliess nicht nur da einen unsicheren Eindruck.
Das Weiterkommen von Bordeaux ist keine Überraschung. Die von Laurent Blanc trainierten Girondins waren trotz Konkurrenten wie Bayern München und Juventus Turin das beste Team der Gruppenphase gewesen. Sie blieben zuletzt während 509 Minuten ohne Gegentor.
Das Viertelfinal-Feld der Champions League wird komplettiert durch Arsenal London, Manchester United, Bayern München, Lyon, Inter Mailand und ZSKA Moskau. Am 30. März geht es in der «Königsklasse» weiter. (si)