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Tognoni: Das muss sich jetzt bei der Fifa ändern

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 01.06.2011 26 Kommentare

Guido Tognoni erklärt die Vorfälle rund um die Wahl des Fifa-Präsidiums. Für den Experten und Kritiker ist aber auch klar, dass es bei diesem bedeutenden Verband so nicht mehr weitergehen kann.

Der Weg ist frei für die Wiederwahl: Fifa-Präsident Sepp Blatter steht vor seiner vierten Amtsperiode.

Der Weg ist frei für die Wiederwahl: Fifa-Präsident Sepp Blatter steht vor seiner vierten Amtsperiode.
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Die Mächtigen des Weltfussballs

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Sepp Blatter ist mittlerweile der einzige Kandidat für das Fifa-Präsidium.

Kenner und Kritiker: Guido Tognoni verlangt von der Fifa eine interne Renovation.

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Die Ereignisse um die Wahl des Fifa-Präsidiums, die am Mittwoch in Zürich-Oerlikon vorgesehen ist, überstürzten sich am Wochenende. Die Ethikkommission des Fussball-Weltverbandes suspendierte neben Jack Warner auch Mohammed bin Hammam, während Sepp Blatter freigesprochen wurde. Der katarische Herausforderer von Blatter hatte ohnehin in der Nacht auf Sonntag seinen Rückzug als Präsidentschaftskandidat bekannt gegeben. Somit ist der Walliser Blatter der einzige Kandidat. Seine Wiederwahl könnte nur dann verhindert werden, wenn sich eine Dreiviertelmehrheit des Kongresses dafür ausspricht, die Entscheidung zu verschieben.

Guido Tognoni, einst Medienchef sowie zuständig für Marketingfragen der Fifa, ist mit dem Verband und seinen Vorgängen bestens vertraut. «Wenn alles normal läuft, dann wird Blatter am Mittwoch in seinem Amt bestätigt», glaubt der Experte. Dazu würde ein Applaus der Kongressversammlung als symbolischer Akt genügen – und die vierte Amtszeit des Wallisers wäre beschlossene Sache.

Blatter bittet zum Stelldichein

Allerdings hat der Fifa-Boss heute um 18 Uhr eine Medienkonferenz im feudalen Komplex am Zürichberg anberaumt. Nicht nur Tognoni ist gespannt, was der 75-jährige Funktionär und Machtmensch zu verkünden hat. Dennoch scheint nach den jüngsten Vorkommnissen der Weg frei für die Wiederwahl des bisherigen Amtsinhabers. Die Wahl wird in den Augen der meisten Journalisten, die vor Ort über die Vorgänge in Zürich berichten, nunmehr als Farce betrachtet.

Tognoni hat sich über die Korruptionsvorfälle und den Ruf rund um den wichtigsten Sportverband der Welt seine Gedanken gemacht. Die Frage liegt auf der Hand: Wie korrupt ist eigentlich die Fifa? «Die Ereignisse der letzten Jahre beantworten diese Frage von selbst. Man muss eigentlich keinen Kommentar mehr dazu abgeben. Nur soviel: Die Korruptionsvorwürfe sind aktenkundig und vor Gerichten bestätigt», erklärt Tognoni, der ein abgeschlossenes Jus-Studium vorzuweisen hat.

Eine Aufgabe für einen Messias

Dass nun das suspendierte Exekutivmitglied Warner einen «Fussball-Tsunami an Enthüllungen» angekündigt hat, überrascht nicht. Die Reaktion von Warner ist bereits im Gang.

Fest steht: Der Ruf dieser mächtigen Organisation leidet in diesen Tagen abermals. «Die Fifa braucht eine Erneuerung, eine mentale, die sehr weitreichend sein muss», fordert Tognoni. Die Frage ist aber: Wer hat die Kraft, um diese Aufgabe in Angriff zu nehmen und auch zu beenden? Man könne eine Fifa nicht einfach zerstören und wieder aufbauen. Man müsse eine Renovation am lebenden Objekt durchführen, erklärt der Bündner.

Die dringend notwendige Renovation muss auch das Traktandum WM-Vergabe umfassen. Tognoni plädiert für eine Auslosung unter den Kandidaten, was die Korruptionsvorwürfe gegenüber dem Exekutivkommitee im Keim ersticken würde. Natürlich bedürfe es auch andere Reformen. Bei der Wahl des Fifa-Präsidenten dagegen stimme das Verfahren. «Dieses ist nicht das Problem, sondern das Verhalten einzelner Kandidaten in den letzten Jahren.»

Wie lange halten die Sponsoren die Treue?

Noch kann sich die Fifa mit Sitz in Zürich im finanziellen Glanz sonnen. Das könnte sich zukünftig schlagartig ändern, das Image der Institution um Boss Blatter hat (einmal mehr) schwer gelitten. «Ich wundere mich, dass namhafte Sponsoren sich nicht schon längstens von der Fifa abgewendet haben. Im Zeitalter der Kommunikation, in dem man immer sagt, man identifiziere sich mit einer Idee, kann sich ein Unternehmen wie Adidas, Sony oder McDonald’s ganz bestimmt nicht längerfristig mit einem Verband identifizieren, der ständig unter Korruptionsvorwürfen leidet.»

Was auch immer in absehbarer Zukunft passiert: Die Fifa muss endlich aufwachen und bereit sein, sich zu verändern. Mit – oder ohne Regent Blatter.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2011, 14:06 Uhr

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26 Kommentare

Peter Klausli

30.05.2011, 15:23 Uhr
Melden 31 Empfehlung

"Guido Tognoni erklärt die Vorfälle rund um die Wahl des Fifa-Präsidiums"
Wieder so ein typischer Tagi Artikel. Was wird hier eigentlich erklaert? Der ganze Artikel enthaelt nur Informationen, die jeder sowieso schon weiss. Von irgend etwas erklaeren keine Spur.
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Albert Lang

30.05.2011, 16:21 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Die wiederwahl von S.Blatter ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche...
Fehlt nur noch der Besuch beim Papst in Rom und die seelig Sprechung...
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