Sport
«Trainer, ich möchte Tore schiessen»
Von Thomas Schifferle. Aktualisiert am 17.03.2010
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Letzigrund
GC reduziert die Preise
Nach dem FC Zürich reagieren auch die Grasshoppers auf die unkomfortable Situation im Letzigrund und reduzieren die Preise. Die Einzeltickets werden ab sofort um 10 bis 20 Prozent günstiger angeboten, und die Inhaber von Saisonkarten und Logen sollen «angemessen» entschädigt werden. Die GCFührung wird wegen der anfallenden Kosten und Mindereinnahmen von der Stadt Zürich Schadenersatz fordern.
Super League
20. Runde
| 11.02. | Lausanne - Basel | - : - |
| 11.02. | Thun - Luzern | 1 : 1 |
| 12.02. | Sion - Young Boys | - : - |
| 12.02. | Servette - Xamax | - : - |
| 12.02. | FC Zürich - Grasshoppers | - : - |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | Pkt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 19 | 11 | 6 | 2 | 38:17 | 39 |
| 2. | Luzern | 20 | 9 | 6 | 5 | 27:17 | 33 |
| 3. | Young Boys | 19 | 8 | 6 | 5 | 29:18 | 30 |
| 4. | Thun | 20 | 7 | 6 | 7 | 23:22 | 27 |
| 5. | Servette | 19 | 7 | 3 | 9 | 26:32 | 24 |
| 6. | FC Zürich | 19 | 6 | 4 | 9 | 27:27 | 22 |
| 7. | Grasshoppers | 19 | 6 | 1 | 12 | 19:37 | 19 |
| 8. | Lausanne | 18 | 3 | 2 | 13 | 16:44 | 11 |
| 9. | Sion | 19 | 9 | 5 | 5 | 26:17 | -4 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
21. Runde
| 16.02. | Young Boys - Basel | - : - |
| 18.02. | Xamax - Sion | - : - |
| 18.02. | FC Zürich - Thun | - : - |
| 19.02. | Lausanne - Luzern | - : - |
| 19.02. | Servette - Grasshoppers | - : - |
Als kleiner Bub hatte er noch den Traum, so gut zu werden wie Zinedine Zidane. Zu GC kam er im vergangenen Sommer, um Stürmer Raul Bobadilla zu ersetzen. Nach knapp neun Monaten in Blau-Weiss ist er vorerst nur eines: Vincenzo Rennella, das Fragezeichen. Wie gut kann er wirklich werden?
Feingliedrig und verspielt
«Es kommt, es kommt», sagt Trainer Ciriaco Sforza und plädiert dafür, Geduld mit dem jungen Franko-Italiener zu haben. Sforza hofft auf die heilende Wirkung des Tores, das dem 21-Jährigen am Sonntag beim 2:1 gegen St. Gallen gelang.
Rennella ist anders als sein Vorgänger. Bobadilla war auf dem Platz der bullige, furchtlose Kämpfer, eine Mischung aus Eigensinn, Emotionalität und Erfolg. Rennella ist grösser gewachsen als der Argentinier und feingliedriger, er sucht die spielerische Lösung, die manchmal zu verspielt wirkt und darum verloren. Was er macht, sieht leger aus, seine Ballverluste wirken oft leichtfertig, weil er gerne den Aussenrist einsetzt und den harten Zweikampf scheut. Das ist sein Handicap: Seine Körpersprache steht nicht für Ernsthaftigkeit.
Letzte Saison beim FC Lugano war das noch kein Problem gewesen, wenn sein Beitrag zum Spiel bescheiden war. In der Challenge League reichte sein Talent, um 24 Tore in nur 22 Spielen zu erzielen. Zum Ende der Saison war er durch eine operativ behandelte Meniskus-Verletzung behindert. Als er im Sommer nach Zürich kam, trug er die Ausläufer des Eingriffs noch mit sich. Kaum war er hier, fiel er wieder aus und musste sich im Oktober erneut am Meniskus operieren lassen. Das habe ihn verunsichert, vermutet Sforza.
Nicht unter Druck setzen lassen
Vor einer Woche gegen Aarau, Rennella hatte erst seinen neunten Einsatz für GC, musste Sforza ihn zur Pause an das erinnern, was er ihm während des Trainingslagers in Spanien schon mit auf den Weg gegeben hatte: «Du musst arbeiten, dich bewegen, du musst Präsenz zeigen.» 20 Minuten vor Spielschluss wechselte er ihn aus. Und Rennella sagte: «Trainer, ich möchte Tore schiessen.»
Sforza versteht das, aber er versucht ihm auch zu erklären, dass er sich nicht zu sehr unter Druck setzen soll, dass es Zeit braucht, sich im neuen Umfeld einzugewöhnen. GC ist nicht Lugano, Super nicht Challenge League, «bei uns weht ein anderer Wind», sagt Sforza.
Am Sonntag war Rennella bis in die 42. Minute wie meist: wenig produktiv. Dann fiel ihm auf einmal der Ball so vor die Füsse, dass er dem 1:0 fast nicht mehr ausweichen konnte. Er jubelte ausführlich, was verständlich war nach seinem ersten Tor seit dem 18. April 2009 und elf Monaten. Rennella zeigt den Willen, an sich zu arbeiten, indem er Zusatzschichten einlegt. Sforza gefällt das. Deshalb lässt er auch gar keinen Zweifel aufkommen: Rennella darf auch heute Abend im Nachtragsspiel gegen Sion stürmen.
Die mögliche Aufstellung: Sommer; Menezes, Colina, Smiljanic, Ruiz; Toko, Cabanas, Salatic; Zarate, Rennella, Callà. – Verletzt: Lulic, Schultz und Vallori. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.03.2010, 11:55 Uhr

