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Uefa soll gegen Hitzfelds Bayern ermitteln
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.05.2010
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Die Kernfrage lautet: Wurde das Uefa-Cup-Halbfinale 2008 zwischen Zenit St. Petersburg und dem FC Bayern München gegen Millionenzahlungen verschoben? Die Geschichte wirkt wie erfunden, sie handelt von der Russenmafia und 50 Millionen. Sie erzählt vom deutschen Rekordmeister Bayern München, der jenes Spiel überraschend hoch verloren hat und dafür kassiert haben soll.
Doch die Disziplinarkommission des europäischen Fussballverbandes Uefa, der die Europapokal-Wettbewerbe ausrichtet, soll die Geschichte sehr ernst nehmen. Nach Informationen von «Stern.de» ermittelt die Uefa seit zwei Jahren, ob das Halbinal-Rückspiel Zenit St. Petersburg gegen den FC Bayern München am 1. Mai 2008 verschoben worden war. Man geht dem ungeheuerlichen Verdacht nach, dass sich Funktionäre oder Spieler des FC Bayern haben kaufen lassen.
Am 30. April 2010 traf sich offenbar ein hoher Uefa-Mitarbeiter in Madrid mit Vertretern der dortigen Staatsanwaltschaft. In dieser Woche werden Uefa-Leute in Nyon offenbar erneut in die spanische Hauptstadt reisen. Die Staatsanwaltschaft Madrid spielt bei den Recherchen zur vermeintlichen Spielmanipulation eine wichtige Rolle. «Unsere Ermittlungen haben sich deutlich intensiviert», sagte ein Mitglied der Uefa-Disziplinarkommission gegenüber «Stern.de».
Die Bayern gehen sang- und klanglos mit 0:4 unter
Der Frühling 2008. Beim FC Bayern spielt Oliver Kahn seine letzte Saison, auf der Bank sitzt der heutige Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. Die Bayern werden in dieser Saison das Double gewinnen. Doch im Hinspiel des Uefa-Cup-Halbfinales erreichen sie nur ein 1:1. Im Rückspiel gehen die Bayern überraschend mit 0:4 unter. Es ist das letzten Spiel von Oliver Kahn auf internationaler Bühne - der Titan verabschiedet sich mit vier Gegentoren. Hitzfeld bezeichnet die Leistung seiner Mannschaft als «katastrophal.» In jenen Tagen 2008 hören Ermittler der Staatsanwaltschaft Madrid offenbar Telefonate von russischen Mafiabossen ab. Die Männer um Gennadi Petrow dirigieren laut «Stern.de» in St. Petersburg die Verbrecher-Organistation Tambowskaja, die in Deutschland, Holland, Schweden, Malta, Grossbritannien, Griechenland, Israel und in der Schweiz aktiv sein soll.
«Stern.de» und der spanische Zeitung «ABC» liegen Unterlagen der spanischen Staatsanwaltschaft vor, darunter ein Diagramm, das die Spiele und die abgehörten Gespräche verknüpft. Dort ist unter anderem vermerkt: 13/5/08, 13:41:52 Uhr. Inhalt des Gesprächs: Man hat Bayern München 50 Millionen bezahlt. Die Währung ist nicht genannt. In Rubel betrüge die Summe nach heutigem Stand rund 1,3 Millionen Euro, aber die Russen operieren international gewöhnlich in Euro oder Dollar. Im Oktober äusserte sich der FC Bayern zu den bekannt gewordenen Ermittlungen. Dem FC Bayern München sei der Verdacht nicht bekannt. «Wir werden versuchen, jegliche Informationen zu diesem Vorgang zu erhalten», hiess es damals. Die Staatsanwaltschaft München war damals von den spanischen Kollegen um Rechtshilfe ersucht worden, sah aber keine konkreten Anhaltspunkte für ein Ermittlungsverfahren. Dass die Disziplinarkommission der Uefa seitdem stetig weiter ermittelt hat und ihre Nachforschungen nun, zwei Jahre nach dem Match, sogar intensiviert hat, sei dem Kluh, so Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick nicht bekannt. Hörwick sagte am vergangenen Samstag gegenüber «Stern.de»: «Das Ganze ist kein Thema mehr.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.05.2010, 11:09 Uhr









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