Sport
«Uns fehlte einfach die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor»
Interview: Thomas Niggl. Aktualisiert am 18.10.2012
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WM Qualifikation UEFA Grp. E
5. Runde
| 22.03. | Slowenien - Island | 1 : 2 |
| 22.03. | Norwegen - Albanien | 0 : 1 |
| 23.03. | Zypern - Schweiz | 0 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Schweiz | 5 | 3 | 2 | 0 | 7:1 | 11 |
| 2. | Island | 5 | 3 | 0 | 2 | 6:5 | 9 |
| 3. | Albanien | 5 | 3 | 0 | 2 | 6:5 | 9 |
| 4. | Norwegen | 5 | 2 | 1 | 2 | 6:6 | 7 |
| 5. | Zypern | 5 | 1 | 1 | 3 | 4:8 | 4 |
| 6. | Slowenien | 5 | 1 | 0 | 4 | 4:8 | 3 |
6. Runde
| 07.06. | Albanien - Norwegen | - : - |
| 07.06. | Island - Slowenien | - : - |
| 08.06. | Schweiz - Zypern | - : - |
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Marcel Koller, was bedeutet der 4:0-Sieg gegen Kasachstan?
Das war natürlich enorm wichtig für die Stimmung im ganzen Land. Wir hatten zuvor in den beiden ersten Startspielen erst einen Zähler auf dem Konto. Das 0:0 am letzten Freitag in Kasachstan war für viele Fans natürlich eine leise Enttäuschung.
War das Spiel auch für Sie eine Enttäuschung?
Vom Resultat her schon, aber nicht von der Leistung meiner Mannschaft. Sie hat alles gegeben und sich gegen einen ultradefensiv eingestellten Gegner trotzdem viele Chancen erarbeitet. Uns fehlte einfach die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Wir hätten schon in Astana gewinnen können. Und im ersten Gruppenspiel zu Hause gegen Deutschland hätten wir zumindest einen Punkt mitnehmen müssen, doch auch dort vergaben wir bei der 1:2-Niederlage zu viele Chancen.
Ihr Bayern-Söldner David Alaba war lange verletzt und fehlte gegen Deutschland. Vor den Spielen gegen Kasachstan haben Sie deswegen Bayerns Coach Jupp Heynckes angerufen. Wie verlief dieses Gespräch?
Das Gespräch war absolut korrekt und kollegial. Wir haben dann gemeinsam vereinbart, dass Alaba in Kasachstan noch nicht spielt.
Weshalb?
Er war lange verletzt und hatte einen Ermüdungsbruch im linken Fuss. Das Spiel in Astana mussten wir auf einem Kunstrasen austragen. Das wäre für Alaba nach dieser langen Verletzungspause ein zu grosses Risiko gewesen. Und das wollten wir nicht eingehen. Deshalb habe ich ihn erst für das Rückspiel in Wien auf Naturrasen aufgeboten.
Wie hat Alaba darauf reagiert?
Er ist ein Supertyp, ein absoluter Teamplayer. Er hat mir gesagt: «Trainer, egal, ob sie mich auf die Tribüne setzen, als Joker benötigen oder in der Startelf bringen, ich will einfach dabei sein.» Alaba ist eine absolute Integrationsfigur. Er ist auch sehr wichtig für die Fans, weil er sehr beliebt ist.
Weshalb hat Alaba gegen Kasachstan in Wien dann sogar gleich von Anfang an gespielt?
Er hat in den vier Trainingseinheiten einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Ich habe gespürt, dass er überhaupt keine Angst hat in den Zweikämpfen. Aus eigener Erfahrung als Spieler weiss ich auch, dass man nach einer langen Verletzungspause heiss ist auf den ersten Ernstkampf. Und das hat sich bei Alaba denn auch bestätigt. Er hat gegen Kasachstan zwei Tore vorbereitet und eines selbst geschossen. Wir machten ein wirklich gutes Spiel. Wir hätten die Partie bei besserer Chancenauswertung auch höher gewinnen können. Der Torhüter von Kasachstan war aber in blendender Verfassung.
Können Sie sich an eine Partie zurückerinnern, in der Sie als Spieler nach einer langen Verletzungspause das Comeback gaben?
Sehr gut sogar. Als ich bei GC über ein halbes Jahr ausgefallen war, hatte ich gegen den FC Luzern meinen ersten Ernstkampf. Ich schoss gleich das erste Tor mit einem Weitschuss, und wir gewannen schliesslich 4:0. Deshalb habe ich bei Alaba die Hoffnung gehabt, dass das auch bei ihm so funktioniert.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.10.2012, 10:37 Uhr
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