Sport

Von einem Extrem ins andere

Eine Analyse von Ueli Kägi. Aktualisiert am 21.01.2016 21 Kommentare

Der FC Zürich ist innert kürzester Zeit sieben Spieler losgeworden, weil Sami Hyypiä Druck macht. Kann das gut sein?

Trainer Sami Hyypiä (l.) und Präsident Ancillo Canepa geben beim FCZ die neue Richtung vor.

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Bild: Keystone

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9. Runde

24.09.FC Luzern - FC Lausanne-Sport1 : 3
24.09.FC St. Gallen - FC Basel 18931 : 3
25.09.Grasshopper Club - FC Vaduz2 : 1
25.09.FC Thun - FC Lugano2 : 2
25.09.FC Sion - BSC Young Boys0 : 0
Stand: 25.09.2016 17:51

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NameSpSUNG:EP
1.FC Basel 1893990029:727
2.BSC Young Boys942317:1314
3.FC Lausanne-Sport942320:1814
4.FC Lugano942314:1314
5.FC Luzern941418:1813
6.Grasshopper Club940516:1612
7.FC Sion932411:1511
8.FC St. Gallen93069:149
9.FC Vaduz92259:198
10.FC Thun913511:216
Stand: 25.09.2016 17:52

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01.10.FC Vaduz - FC Sion- : -
01.10.FC Basel 1893 - FC Thun- : -
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Es ist ein bisschen wie beim Rodeo mit dem FCZ. In der Mitte der Arena steht ein kräftiger Bulle. Ihm passt überhaupt nicht, wen er gerade noch mittragen muss. Und deshalb wirft er einen Gegner nach dem anderen ab.

Beim FCZ schleudert es gerade alle paar Augenblicke jemanden weg. Der Club, mit 27 Spielern und Trainer Urs Meier in die Saison gestartet, erlebt unter dem neuen Chef Sami Hyypiä einen Veränderungsprozess wie vielleicht noch nie in so kurzer Zeit. Der frühere Führungsspieler und Captain Davide Chiumiento, der langjährige Stürmer Amine Chermiti, das ehemalige Nachwuchstalent Berat Djimsiti sowie Ergänzungsspieler Leandro Di Gregorio – sie alle wurden nach der ersten Trainingswoche in diesem Jahr aussortiert.

Der sanfte Druck

Die vier waren beim finnischen Trainer schon in den letzten Wochen des alten Jahres durchgefallen. Er hat bei ihnen festgestellt: mangelndes Engagement. Oder fehlende Veränderungsbereitschaft. Oder ungenügende sportliche Leistungen. Oder miese Fitnesswerte. Oder vielleicht auch alles zusammen.

Nun haben innert wenigen Tagen auch Mittelfeldspieler Schneuwly sowie die Stürmer Sadiku (zum ebenfalls abstiegsbedrohten Vaduz) und Gavranovic den Club verlassen. Freiwillig. Aber sicher nicht ohne sanften Druck. Hyypiä jedenfalls hat sich ihnen nicht in den Weg gestellt. Der 42-jährige ehemalige Musterprofi und Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool hat sich im Herbst mehrmals irritiert gezeigt darüber, mit wie wenig Leidenschaft und Arbeitseifer die grosse Mehrheit seines Personals trainiere und spiele. Wie sich viele Spieler über angeblich zu intensive Trainings beklagten. Und den Besitzstand verteidigten, statt die Ambition zur Verbesserung zu zeigen.

Als Chiumiento vom Präsidenten noch gefeiert wurde

Es ist noch nicht lange her, da wurden beim FCZ auch höchst durchschnittliche Leistungen mit Vertragsverlängerungen belohnt – Chermitis Beispiel steht dafür. Es ist noch nicht lange her, dass beim FCZ Spieler, die an anderen Orten wegen charakterlicher Defizite nicht gefragt waren, hoch dotierte Verträge erhielten – Chikhaoui etwa hatte 2014 mit dem FCB verhandelt, die Basler aber sahen von einer Verpflichtung ab. Da kam der FCZ dem Offensivspieler mit dem Angebot auf Vertragsverlängerung gerade wieder recht.

Es ist noch nicht lange her, dass Präsident Ancillo Canepa den Kontrakt mit Chiumiento verlängerte und verbreitete: «Davide hat sich zu einem sehr wichtigen Leistungsträger und Leader entwickelt. Für unsere junge Mannschaft ist er mit seiner Erfahrung enorm wertvoll.»

Das Risiko im Abstiegskampf

Es ist auch noch nicht lange her, da sortierte der FCZ seinen meinungsstarken und deshalb manchmal auch ungemütlichen Goalie Da Costa aus und erklärte Nachfolger Brecher schon fast zum zukünftigen Nationalmannschaftsgoalie. Jetzt ist Da Costa gerade zum besten Torhüter der italienischen Serie B gewählt worden – und Brecher beim FCZ nur noch die Nummer 2.

Transfers statt Nachwuchsspieler. Hyypiä statt Meier. Minus 7 Spieler innert 11 Tagen statt schöne Verträge für genügsame Profis. Der Club fällt immer wieder von einem Extrem ins andere. Er spielt jetzt auch auf Risiko im Abstiegskampf, wenn er (frühere) Nationalspieler wie Gavranovic nicht mehr will – und weil seine Möglichkeiten auf dem Transfermarkt begrenzt sind. Der Verein hat seine Lizenzlimiten mit den Zuzügen des alternden russischen Stürmers Alexander Kerschakow und dem argentinischen Verteidiger Leonardo Sanchez ausgeschöpft.

Es braucht radikale Veränderungen

Canepa ist überzeugt davon, dass Sami Hyypiä trotz andauernder Erfolglosigkeit in Leverkusen und Brighton der Trainer ist, den der FCZ braucht. Ob es wirklich so ist, muss er jetzt schnell beweisen, die Monate der Angewöhnung sind vorbei.

Aufgrund der Ausgangslage allerdings ist nur konsequent, dass Hyypiä nun auch die Macht hat, nach seinen Prinzipien zu handeln. Er muss der Trainer sein, der keine Rücksicht auf alte Entscheidungen nimmt. Er muss der Chef sein, der die Leistungskultur fördert. Er muss sich gerade auch einmischen können in die Personalplanung. Lange genug sind dem FCZ auch wegen des mächtigen Präsidentensportchefs in der Vergangenheit einige Fehler zu viel passiert. Die radikalen Veränderungen hat es dringend gebraucht.

Erstellt: 20.01.2016, 14:25 Uhr

21

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21 Kommentare

christian meyer

20.01.2016, 16:07 Uhr
Melden 93 Empfehlung 4

Bislang hat Hyypia wahrlich nicht uberzeugt, von daher ist es sehr bedenklich, wenn er jetzt plotzlich das Zepter schwingt. Andererseits heisst die Alternative Canepa, und der hat uberhaupt keine Ahnung, der meint ganz schlicht und einfach: Wer zahlt, befiehlt. Armer FCZ! Antworten


Christian Hofstetter

20.01.2016, 17:54 Uhr
Melden 86 Empfehlung 2

Man musste nur in die Brunau pilgern, um zu sehen, dass unter Hyypiä ein andere Wind weht. Es war ein eisiger Wind, der einigen Spielern nicht gepasst haben dürfte. Es war den meisten klar, dass unter Meier der Fitnessstand der Spieler höheren Ansprüchen nicht genügte. Hyypiä tut gut daran dieses Manko zu beheben, wie auch die fehlende Leistungsbreitschaft. Dass ein Gavranovic nach der Rückkehr aus Deutschland, wo er gescheitert war, nur im Kopf hatte, höheren Weihen zu genügen, zeigt, dass sich selbst ein ehemaliger Nationalspieler mit der Realität schwer tut. Denn die Realität beim FCZ heisst nicht anderes, als einen anderen Leistungswillen an den Tag zu legen, um aus dem Keller zu kommen. Es ist zu hoffen, dass die Spieler es begriffen haben. Antworten