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WM 2018 in Russland – WM 2022 in Qatar
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 02.12.2010 425 Kommentare
(baz.ch/Newsnet)
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WM 2018 nach Russland, 2022 an Katar
Die Exekutivbehörde der Fifa hat entschieden: Russland soll die WM 2018 austragen. Qatar erhielt den Zuschlag für die WM 2022.
Beide Länder werden zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft durchführen. Die Wahl der 22 Fifa-Exekutivmitglieder ist insofern überraschend, dass beide Teilnehmer nicht über die besten technischen Dossiers verfügten. Doch vorab finanziell sind die beiden Destination für den Weltverband interessant.
Russland setzte sich gegen die beiden Doppelbewerbungen Spanien/Portugal und Holland/Belgien sowie gegen den Favoriten England durch. Die Engländer, die unter anderen mit Prinz William und David Beckham in Zürich auf Stimmenfang gegangen waren, scheiterten wohl in erster Linie an der Fifa-kritischen Haltung im eigenen Land. Russland konnte sich auf den Support von Wladimir Putin, Uefa-Präsident Michel Platini und Fifa-Präsident Sepp Blatter verlassen. In Russland, das 2014 in Sotschi auch Olympische Winterspiele durchführt, sind 13 Spielorte und 16 Stadien vorgesehen. Die Investitionen in die Infrastruktur werden rund 3,83 Mia Dollar betragen, so viel wie bei keiner anderen Bewerbung. Die Spielorte befinden sich weit auseinander. Zwischen Moskau und Jekaterinenburg liegen 1667 Kilometer.
Noch überraschender als die Wahl von Russland war diejenige von Qatar. Qatar setzte sich gegen die USA, Südkorea, Japan und Australien durch. Finanzielle Probleme gibt es im Kleinstaat keine. Scheich Mohammed Bin Hammad Bin Khalifa Al-Thani kommt für alles auf. Futuristische Stadien sollen die Temperaturen von 40 Grad im Schatten herunterkühlen. Fünf der sieben vorgesehenen Spielorte werden sich in einem Umkreis von 25 Kilometer befinden. Zwölf Stadien sind als Spielstätte geplant; 2,869 Mia Dollar sollen inverstiert werden.
Im Unterschied zu den letzten beiden WM-Vergaben für die Turniere 2010 (Südafrika) und 2014 (Brasilien) war diesmal die Wahl umstritten. Einerseits, weil die Dossiers der Bewerber unterschiedliche Vorzüge aufwiesen, anderseits, weil im Vorfeld viel über die vermeintliche Bestechlichkeit des Wahlgremiums diskutiert worden war. Zwei Exekutivmitglieder waren im Vorfeld suspendiert worden, weil sie von einer englischen Zeitung «in flagranti» bei der Annahme von Bestechungsgeldern erwischt worden waren. Deshalb nahmen nur 22 Mitglieder an der Wahl teil.
Das war der Liveticker der WM-Vergabe: -
Zur Einstimmung ein kleines Video. Und ja, ich bin nicht ganz neutral...
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15.35 Uhr
Die Spannung in Zürich und in der Fussball-Welt steigt jetzt natürlich. Vor allem die Medien der Kandidaten-Länder tickern schon seit Stunden jedes Räuchlein, das um ein Grüchtlein kreist. In england will man zum Beispiel gehört haben, dass es gut aussieht. Gary Lineker erzählte zum Beispiel, dass ihm gesagt worden sei, die englische Präsentation sei die beste gewesen. Ob das aber auch hilft?
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15.35 Uhr
Aus Spanien kommt das Gerücht, die Kandidaturen von Spanien/Portugal und Russland hätten es in den finalen Wahlgang geschafft.
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15.38 Uhr
Ein BBC-Reporter vermeldet, dass die Abstimmung noch immer im Gang ist und sich damit die Ankündigung wohl um einige Minuten verzögern wird.
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15.43 Uhr
Es ist kaum möglich, wirklich verlässliche Informationen zu erhalten. Die Russen glauben, sie hätten die besten Chancen, die Engländer sind sowieso optimistisch und die Holländer und Belgier sind zuversichtlich für ihre Kandidaturen und die Spanier und Portguiesen...
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15.47 Uhr
Offenbar verzögert sich vor allem die Abstimmung über die WM 2018. Der Reporter des «Telegraph» twittert, dass die Bekanntgabe frühestens in 30 Minuten erfolgen wird.
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15.52 Uhr
Schwarzer Humor des BBC-Reporters James Pearce: «Diese Abstimmung hat das Drama und die Spannung eines Penaltyschiessens mit England. Unterschied: Wir wissen nicht, was passieren wird.»
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15.55 Uhr
Als erstes wird die WM 2018 verkündet, rund zwölf Minuten später dann die WM 2022.
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15.58 Uhr
Nochmals zur Erinnerung, wie die Abstimmung abläuft:
In der ersten runde Stimmen die 22 Exekutivmitglieder ab, gibt es kein absolutes Mehr (12 Stimmen), gibt es einen zweiten Wahlgang, wobei jene Kandidatur mit den wenigsten Stimmen ausscheidet. Das Prozedere wiederholt sich, bis ein Sieger feststeht. Haben im finalen Umgang beide Kandidaturen je elf Stimmen, hat Fifa-Präsident Sepp Blatter den Stichentscheid. -
16.01 Uhr
Die Medien werden nun angehalten, in den Saal zu gehen, wo die WM-Vergaben bekannt gegeben werden.
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16.03 Uhr
Uefa-Präsident Michel Platini wurde im Auditorium gesichtet. Das bedeutet, dass die Wahl offensichtlich vorbei ist. Oder ein veritabler Skandal bevorsteht, aber das scheint doch sehr unrealistisch. Das lange Warten scheint mein Hirn zu vernebeln...
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16.04 Uhr
Kleiner Zeitvertrieb, die Kurzversion der englischen Präsentation.
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16.06 Uhr
Einige Journalisten wollen gesehen haben, wie Delegierte aus dem Qatar von Exekutivkomitee-Mitgliedern umarmt worden sind. Gibt es eine heisse Überraschung?
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16.08 Uhr
Die Bekanntgabe nähert sich, aber wie nahe sie ist, weiss man noch überhaupt nicht. Eigentlich ist ja die Fifa bekannt, für das genaue Einhalten von Zeitplänen.
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16.12 Uhr
Ehrlich gesagt, steht eine Ankündigung noch nicht unmittelbar bevor. Denn weder der Fifa-Livestream noch die TV-Übertragungen berichten schon aus dem Auditorium. Wir drehen Däumchen und öffnen virtuell schon einige Couverts.
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16.14 Uhr
Es wurden grimmige englische Gesichter gesichtet, wird berichtet. Der BBC-Reporter braucht das Wort mürrisch.
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16.17 Uhr
Das englische Komitee sitzt offenbar mit langen Gesichtern im Auditorium. Schlechte Nachrichten oder Pokerface? Oder wissen sie ganz einfach nichts?
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16.19 Uhr
Die Vergabe soll in den nächsten zehn Minuten erfolgen.
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16.21 Uhr
Das neuste Gerücht: England soll schon in der ersten runde ausgeschieden sein. Das wäre eine Niederlage auch für den Fussball. Oder eben den «Füässball», wie einzelne Fifa-Funktionäre sagen würden.
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16.23 Uhr
Lächeln bei Roman Abramowitsch und der russischen Delegation. Haben es doch die Russen geschafft?
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16.25 Uhr
In wenigen Augenblicken wird es im Auditorium der Messe Zürich also losgehen. Die Delegationen haben sich gesetzt und warten gespannt. Das Licht ist jetzt weg, es gibt aber zuerst einen film.
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16.28 Uhr
Jetzt steht der WM-Pokal auf der Bühne, die Show kann beginnen.
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16.29 Uhr
Als Erster betritt Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke die Bühne.
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16.31 Uhr
Im Büro kommen SMS an: Russland und Qatar sollen das Rennen gemacht haben.
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16.31 Uhr
Jetzt steht Fifa-Präsident Blatter auf der Bühne.
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16.32 Uhr
Gary Lineker sagt auch: England wurde in der ersten Runde geschlagen. Das ist wirklich ein harter Schlag für den Fussball und die Fussball-Fans.
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16.34 Uhr
Blatter plappert noch immer. Noch sind keine Couverts in Sicht.
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16.35 Uhr
Nach der Bekanntgabe wird die Fifa auch die Ergebnisse der einzelnen Wahlgänge veröffentlichen.
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16.36 Uhr
«Le Matin» berichtet, dass Blatter den Stichentscheid zugunsten von Russland gegeben habe.
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16.37 Uhr
Bring den Umschlag!
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16.38 Uhr
Es ist Russland.... Lange Gesichter in England.
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16.40 Uhr
Die Gratulationen gehen an dieser Stelle nach Russland. Die grosse Enttäuschung steht England (und ich glaube der grossen Mehrheit der Fussball-Fans) ins Gesicht geschrieben.
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16.41 Uhr
Es geht sogleich weiter mit der Vergabe der WM 2022.
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16.42 Uhr
Japan, Südkorea, Qatar, Australien und die USA bewerben sich um diese WM. Wenn jetzt noch Qatar gewählt wird, dann muss ich mir überlegen, dem Fussball den Rücken zu kehren.
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16.43 Uhr
Fussball-Kultur ist definitiv am Ende: Qatar erhält die WM 2022...
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16.45 Uhr
Ich bin nun ernsthaft geschockt: Eine WM in einer Klimaanlage respektive in vielen Klimaanlagen.
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16.46 Uhr
England hat schon ausgerechnet, dass es frühestens 2030 sich wieder um eine WM bewerben kann. Offenbar ist die Eroberung von neuen Märkten wichtiger als eine schöne WM in einem traditionellen Fussballland. Und wie der ökologische Unsinn in Qatar genau erklärt wird, dürfte auch noch spannend sein.
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16.50 Uhr
Jetzt kann sich auch Vladimir Putin ins Flugzeug setzen. Die Engländer werden wohl die Zürcher Bars aus Frust leer trinken.
Erstellt: 02.12.2010, 15:32 Uhr
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425 Kommentare
Und jetzt, nach dieser feinfühligen, ergreifenden Zeremonie der Weltmeisterschafts-Vergabe, zu der Hohe Häupter zur FIFA-Hütte pilgerten, stünde Herr Sepp Blatter die Würde - nachdem es mit dem Friedens-Nobelpreis (noch) nicht geklappt hat - eines Ehren-Kardinals unbedingt zu. Er, der den Menschen so viel Freude bringt! Antworten



