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Was für Galatasaray spricht – und was nicht
Adrian Knup rät Shaqiri, in Basel zu bleiben. (Bild: Keystone )
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Türkische Zeitungen sind dieser Tage spekulativer als Investmentbanker und stellen sich alle die gleiche Frage: Wie hoch ist der Kurs von Xherdan Shaqiri? Das Juwel aus Basel hat ein Millionenangebot von Galatasaray Istanbul auf dem Tisch, wurde mit einem hohen Lohn im siebenstelligen Bereich geködert und schloss einen Wechsel in die türkische Süper Lig nicht kategorisch aus.
Einer, der weiss, was Shaqiri am Bosporus erwarten würde, ist FCB-Vorstandsmitglied Adrian Knup. Der ehemalige Nationalstürmer spielte 1996 für eine halbe Saison im rotgelben Dress und weiss nur Gutes zu berichten: «Galatasaray war zu meiner Zeit ein professionell geführter Club und hat noch heute grosse Ambitionen.» Unter anderem spielte Knup im Cup der Cupsieger und erreichte die zweite Runde. Der Trainer damals: Fatih Terim, der heute wieder für den Traditionsverein verantwortlich ist. Für Knup ein Mann mit Fachkompetenz: «Er war zwar ab und an ein wenig impulsiv, aber er versteht sehr viel von Fussball.» Am Ende der Saison verpasste sein Team aber trotzdem die Meisterschaft. Für Knup keine einfache Situation, die Einfluss auf das Privatleben hatte: «Die Fans sind sehr fanatisch. Wenn du gewinnst, dann küssen sie dich, wenn du verlierst, gehst du am besten nicht auf die Strasse.»
Nur ein Schweizer wurde glücklich
Die aggressive Berichterstattung in den türkischen Medien verschärfte die Situation: «In Istanbul gab es zu meiner Zeit etwa 15 Zeitungen, die täglich über Galatasaray berichteten. Zum Teil recht spekulativ. Wenn ich im Restaurant essen war, dann war die Presse jeweils nicht weit.» Ein Umstand, der sich bis heute nicht gross verändert hat, wie FCB-Präsident Bernhard Heusler bestätigt: «Als wir im Jahr 2006 Delgado zu Besiktas transferierten, schrieben die Zeitungen über meine Ankunft in Istanbul, dabei war ich damals gar nie dort.»
Ob Shaqiri je «dort» ankommen wird, steht noch in den Sternen, aber zurzeit deutet alles darauf hin, dass der Mittelfeldspieler zumindest bis im Sommer beim FC Basel bleibt. Der Schweizer Meister hat das Angebot der Türken abgelehnt und möchte den 17-fachen Nationalspieler halten. Für Knup eine weise Entscheidung. Zwar schwärmt er noch heute von seinem Ex-Verein und lobt Trainer Terim. Aber: Er rät Shaqiri, in Basel zu bleiben.
Ob sich der 20-Jährige diesen Rat zu Herzen nimmt und auf die türkischen Millionen verzichtet? Wenn nicht, wäre er nach Knup, Hakan Yakin und Kubilay Türkyilmaz der vierte Schweizer bei Galatasaray. Letzterer wurde als Einziger glücklich, spielte in der Champions League und erzielte gegen Manchester United zwei Tore im Old Trafford. (Basler Zeitung)
Erstellt: 18.01.2012, 10:39 Uhr
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