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Welche Blamage: Schweiz verliert gegen Fussball-Zwerg Luxemburg
Von Thomas Schifferle, Zürich. Aktualisiert am 11.09.2008 447 Kommentare
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Telegramm
Schweiz - Luxemburg 1:2 (1:1)
Letzigrund. -- 20 500 Zuschauer. -- SR Filipovic (Ser). -- Tore: 27. Strasser 0:1. 43. Nkufo 1:1. 86. Leweck 1:2.
Schweiz: Benaglio; Nef (73. Vonlanthen), Djourou, Grichting, Magnin; Inler; Barnetta, Yakin (65. Abdi), Stocker; Nkufo, Frei (65. Lustrinelli).
Luxemburg: Joubert; Kintziger, Hoffmann, Strasser, Mutsch; Lang (45. Leweck), Payal, Peters, Bettmer, Lombardelli (76. Gerson); Kitenge (66. Joachim).
Bemerkungen: Behrami, Derdiyok, Streller (alle verletzt), Huggel (krank), Coltorti, Von Bergen (alle auf der Tribüne). 89. Lattenschuss von Lustrinelli. Verwarnungen: 21. Kitenge (Foul), 29. Yakin (Unsportlichkeit), 36. Hoffmann, 45. Kintziger (beide Foul), 67. Lombardelli (Unsportlichkeit), 77. Lustrinelli (Foul), 77. Strasser (Reklamieren), 80. Reiter (Ersatzspieler/Reklamieren), 87. Vonlanthen (Unsportlichkeit).
Gruppe 2:
Schweiz - Luxemburg 1:2 (1:1). Lettland - Griechenland 0:2 (0:1). Moldawien - Israel 1:2 (1:2).
Rangliste (je 2 Spiele): 1. Griechenland 6. 2. Israel 4. 3. Lettland 3 (2:3). 4. Luxemburg 3 (2:4). 5. Schweiz 1. 6. Moldawien 0.
Baku 1996, das war das 0:1 gegen Aserbeidschan zum Debüt von Rolf Fringer als Nationalcoach. Zürich 2008, das ist dieses 1:2 gegen Luxemburg von Zürich, diese Niederlage, die noch viel übler ist als jene damals, weil die Schweiz inzwischen dreimal in Folge an einer EM oder WM war und mit dem Anspruch in diese Qualifikation gestiegen ist, 2010 auch in Südafrika zu sein - und weil seit neuestem Ottmar Hitzfeld auf der Bank sitzt, der Trainer von Weltrang.
Die Leistung gestern war unfassbar schlecht und führte zu einer Selbstdemontage der Mannschaft, wie sie peinlicher nicht mehr sein kann. Wer so spielt wie sie, hat nichts anderes als die Niederlage verdient. Das ist das Allerschlimmste, was man über diesen Abend sagen kann.
Selbstbewusst und frech sollten die Schweizer auftreten, hatte Hitzfeld am Vortag gesagt, mit Spielwitz und Druck sollten sie agieren, und wenn sie das machen würden, dann «haben wir keine Probleme». Er hatte die Offensive zu stärken versucht, indem er mit Huggel einen Defensivspieler aus der Mannschaft nahm, um im Sturm Platz für Captain und Rückkehrer Frei zu schaffen. Er stellte Barnetta nach rechts und Stocker auf links, Yakin sollte die öffnenden Pässe schlagen.
Von dem, was er wollte, war nichts zu sehen, und von dem, was er anordnete, schlug alles fehl - als hätten die Spieler ihrem Trainer nicht zugehört und als wäre der Trainer wiederum ein Neuling im Metier. Dass die Schweizer von der ersten Minute an Probleme hatten, lag nicht nur am Gegner, das lag vor allem an ihnen selbst. Sie waren nicht fähig, Druck auf den Seiten zu machen, dafür spielten sie zu unpräzis und zu langatmig, dafür waren die gewählten Pärchen mit Nef und Barnetta rechts sowie Magnin und Stocker links Fehlbesetzungen. Nicht einer von ihnen hatte eine gute Szene, sondern ungezählte schlechte. Stocker war überfordert in seiner Rolle als Hoffnungsträger und Barnetta noch desolater als in Tel Aviv.
Frei verschwand in der Anonymität und rechtfertigte seine Nomination nicht. Nkufo machte zwar ein Tor, was ihn dennoch nicht besser machte als Frei. Yakin hätte nach einer Stunde die Möglichkeit gehabt, das Spiel zu retten, als er allein vor Goalie Joubert auftauchte. Aber wie schon an der EM gegen Tschechien und die Türkei vergab er eine grosse Chance. Statt den Ball zu schieben, wollte er lieber das kunstvolle Tor schiessen. Sein Lupfer flog daneben. Inler ging unter wie alle anderen. Benaglio brachte es fertig, sich trotz Unterbeschäftigung von der wachsenden Nervosität der Vorderleute anstecken zu lassen. Und auf der Bank erstarrte Hitzfeld in seiner Untätigkeit. Warum er mit dem ersten Wechsel bis zur 65. Minute wartete, war unverständlich.
Die Ausbeute der Schweiz in 95 Minuten: ein Schuss von Frei übers Tor, ein harmloser Kopfball von Nkufo direkt in Jouberts Arme, der Ausgleich Nkufos nach Yakins Flanke kurz vor der Pause, die Chance Yakins und ein Lattenschuss von Lustrinelli in der 89. Minute - mehr war nicht, und das sprach Bände dafür, wie wirkungs-, harm-, ideen- und seelenlos die Schweizer waren. Vor allem seelenlos waren sie.
Die Luxemburger hatten die Mittel der Destruktion gewählt, sie verzögerten das Spiel, wann sie nur konnten, blieben liegen, um Sekunden zu gewinnen, und den Strafraum verriegelten sie in einem 9-0-1-System. So destruktiv sie spielten, so legitim war ihr Tun. Was sie zudem einsetzten, war ihre Leidenschaft und Disziplin, einen ballführenden Schweizer immer zu zweit oder gar zu dritt anzugreifen.
Der clevere Jeff Strasser
Und sie hatten in Jeff Strasser, dem alten Haudegen, einen höchst cleveren Captain. Strasser, mittlerweile 34, trat den Freistoss, der in der 27. Minute zum 0:1 führte. Dass Barnetta vom Schiedsrichter behindert worden war, bevor er das Foul beging, war Pech, dass er es aber war, der die entscheidende Lücke in der Abwehrmauer öffnete, war amateurhaft. Strasser war es schliesslich, der in der 86. Minute die Schweizer narrte, indem er einen Freistoss in den Lauf von Leweck spielte und ihm dem Weg zum 1:2 öffnete.
Hitzfeld sass fassungslos auf der Bank, kein stolzer Mann mehr, sondern ein Häufchen Elend. Er war das perfekte Abbild seiner Mannschaft. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.09.2008, 11:46 Uhr
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447 Kommentare
Dieses spiel war wieder beste reklame für den fussball. Miese einheimische mannschaft, mieser schiri, mieserabler fussball. Immer wenn ich mal schweizer fussball schaue sehe ich diese verwöhnten diven solchen fussball spielen. Was mir jetzt noch fehlt ist, dass man morgen lesen kann es sei der fehler des trainers. Schweizer fussball halt. Antworten




