Wen die Fans zum Fifa-Präsidenten wählen würden

25'000 Personen haben ihren Favoriten bestimmt – das Ergebnis überrascht. Würden Sie die gleiche Wahl treffen?

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Rechtzeitig zur Wahl von Sepp Blatters Nachfolge als Fifa-Präsident am Freitag im Zürcher Hallenstadion hat Transparency International einen 400-seitigen Bericht über Korruption im Sport veröffentlicht. Darin stellt die Nichtregierungsorganisation rund 40 Forderungen auf, welche die Sportverbände aus ihrer Sicht umsetzen müssten, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Ob dies der Fifa noch gelingen kann, ist fraglich. Zu viel Geschirr scheint in letzter Zeit zerschlagen zu sein.

Wie eine Umfrage von Transparency International unter gut 25'000 Fans zeigt, glaubt nur die Hälfte der Teilnehmer, dass die Fifa ihre Reputation dereinst wiederherstellen kann. 25 Prozent sind bei dieser Frage unentschlossen, ein Viertel aber rechnet nicht damit, dass der Weltfussballverband jemals wieder dasselbe Ansehen geniessen wird wie vor den jüngsten Korruptionsskandalen. Die Schweiz landete hier auf dem fünften Platz der grössten Kritiker. 27 Prozent der Personen, die hierzulande bei der Umfrage mitgemacht haben, sind pessimistisch, was die Fifa betrifft.

Bei 43 Prozent aller teilnehmenden Fans weltweit haben deren Skandale die Lust am Fussball beeinträchtigt. Das Vertrauen in die Organisation ist dementsprechend gering.

Mehr als zwei Drittel der Fans gaben an, der Fifa nicht zu vertrauen, nur 19 Prozent sind gegenteiliger Meinung. Eine Mehrheit der Teilnehmer (57 Prozent) glaubt denn auch, dass der Fussball korrupter ist als andere Sportarten. Eine Möglichkeit, um dies zu ändern, wäre aus Sicht der Fans eine stärkere Frauenvertretung innerhalb des Weltverbandes. Bei den Wahlberechtigten im Fifa-Kongress machen Frauen derzeit weniger als 1 Prozent aus. Fast zwei Drittel (64 Prozent) sind deshalb der Meinung, dass deren Quote erhöht werden sollte.

Bei der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten gibt es keine weiblichen Kandidatinnen. Fünf Männer bewerben sich um die Nachfolge von Sepp Blatter. Unter den befragten Fans sind sie indes nicht gerade beliebt. Bei der Frage, wen sie ins Präsidentenamt wählen würden, antworteten 60 Prozent der Teilnehmer mit «Keinen der Genannten».

Am meisten Stimmen der offiziellen Kandidaten erhielt Gianni Infantino. 4891 oder 19 Prozent der Fans würden gerne den Walliser auf dem Fifa-Thron sehen. Auch unter den Schweizer Teilnehmern wäre der Landsmann die erste Wahl. Auf dem zweiten Rang der Kandidaten landete Prince Ali Bin Hussein mit 9 Prozent. Scheich Salman muss sich mit lediglich 3 Prozent der Stimmen (Platz 4) abgeben.

Umfrage

Welchen Kandidaten würden Sie wählen?








Bei den Fussballfans hätte der Scheich also keine Chance. Laut Experten zeichnet sich aber ein Duell zwischen ihm und Gianni Infantino ab. Das passt vielen Teilnehmern der Umfrage nicht. Deshalb wollen 69 Prozent von ihnen, dass den Fans erlaubt wird, bei der Wahl des Fifa-Präsidenten mitzubestimmen. Am 26. Februar wird ihnen dieser Wunsch noch nicht erfüllt. (baz.ch/Newsnet)

(Erstellt: 24.02.2016, 10:08 Uhr)

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