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Wenn eine FCZ-Legende mit GC leidet
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 23.02.2011 26 Kommentare
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Köbi Kuhn war schon als Spieler und Nationaltrainer ein Botschafter des Fussballs weit über die Grenzen hinaus. Er prägte einst als grandioser Spielmacher die glorreichen Zeiten des FC Zürich. Doch auch Stadtrivale GC liegt ihm am Herzen. «Ich bin ein FCZler durch und durch. Ich habe aber auch viele Freunde bei den Grasshoppers und empfinde grosse Sympathien für diesen Verein», sagt die FCZ-Legende mit dem grossen Namen. Die Zukunft des Stadtrivalen sei ihm nicht egal. Dass GC aus finanziellen Zwängen erwägt, ins Exil zu gehen, ist für Kuhn ein Alarmsignal, das man in der ganzen Stadt sehr ernst nehmen müsse.
«Die Stadionmiete und die Abgaben für die Sicherheit von fast drei Millionen Franken für jeden der beiden Zürcher Vereine sind einfach viel zu hoch», sagt Kuhn. Er findet es richtig, dass jetzt auch der FC Zürich bei der Stadt wegen dieser Problematik vorstellig werden will. «Der FCZ hat zurzeit zwar mehr Zuschauereinnahmen als GC und hat noch ein finanzielles Polster aus der Champions League», sagt Kuhn. Doch auch dieses Geld werde bei den horrenden Ausgaben schmelzen wie Schnee an der Frühlingssonne, befürchtet Kuhn. Kuhn ist gegen eine Fusion
Er nennt gleich ein aktuelles Beispiel zur Sicherheitsdebatte. «Ich habe die Partien von GC gegen Thun und vom FCZ gegen St. Gallen im Stadion gesehen», sagt er. Als er den Letzigrund verlassen habe, sei er schon sehr überrascht gewesen. «Da haben unglaublich viele Polizisten an der Basler Strasse vielleicht 200 St. Galler Fans abgeschottet und in Schach gehalten. Es war ein Grossaufgebot und die Polizisten waren in voller Montur», berichtet Kuhn von kriegsähnlichen Zuständen und spricht von Verhältnisblödsinn. «Eine solche Aktion muss doch unheimlich viel Geld verschlingen, für mich war sie aber absolut nicht notwendig.»
Dass in der unsäglichen Stadiondebatte jetzt auch die Diskussionen nach einer allfälligen Fusion der beiden Klubs erneut aufflammt, kann die FCZ-Legende zwar verstehen, aber nicht unterstützen. «Die Stadt Zürich braucht zwei Spitzenklubs, die Derbys sind seit Jahrzehnten die Faszination und das Salz in der Suppe für die Fans», sagt er. GC wie auch der FCZ seien zu einer Marke geworden wie Milan und Inter in Mailand. «Beide Vereine haben aufgrund ihrer grossen Tradition und für ihre Verdienste ihre Existenzberechtigung», erklärt Kuhn.
Die Fans würden eine Fusion nicht goutieren
Er sei im Übrigen auch nicht der Meinung, dass eine Fusion wirtschaftlich für die beiden Klubs von Vorteil sei. Die Zürcher Derbys würden viermal im Jahr vor fast ausverkauftem Stadion stattfinden. «Ich denke nicht, dass ein Zürich United gegen den FC Thun mehr Zuschauer mobilisieren würde, als wenn GC oder der FCZ gegen Thun spielen», nennt er ein Beispiel. Und die Fans beider Lager würden eine Fusion auch nicht goutieren, ist Kuhn überzeugt.
Kuhn betont aber, dass er kein Finanzspezialist sei. Aber er hofft auf die Vernunft der Politik. «Vor Jahren hat das Stimmvolk doch einmal Ja gesagt zu einem reinen Fussballstadion», wundert er sich. Aber passiert sei bisher immer noch nichts. «Die Stadt hätte doch auch gegen die vielen Einsprachen irgendwie vorbereitet und gewappnet sein müssen», räumt Kuhn gar ein. Auch er ist wie viele andere der Meinung, die Stadt müsse jetzt den beiden Zürcher Grossklubs etwas zurückgeben. Kuhns Lösungsansatz
«GC wie auch der FCZ haben für die Stadt und für den Schweizer Fussball schlechthin unheimlich viel geleistet und für eine ganze Region auch enorm gute Reklame gemacht», sagt er. Die Politik müsse sich für den Spitzensport vermehrt einsetzen. «Da gibt es doch auch die sozialen Aspekte», räumt er ein. Wenn GC und der FCZ erfolgreich seien, würde das auch viele junge Menschen für diesen Sport begeistern und sie dazu motivieren, diesen auch auszuüben. GC wie auch der FCZ hätten in der Ausbildung von jungen Menschen schon sehr viel gemacht.
Kuhn hat sich auch schon Gedanken über eine mögliche Lösung gemacht. «Ich bin fast sicher: Wenn die Stadt beispielsweise das Hardturmareal unentgeltlich zur Verfügung stellen würde, dann hätte man sofort auch Investoren, die darauf ein Stadion bauen würden.» Bis zur Fertigstellung dieser Arena sollten die beiden Vereine zu vernünftigen Bedingungen im Letzigrund spielen dürfen. «Dann wäre allen geholfen und wir hätten wieder alle so richtig den Plausch am Fussball.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.02.2011, 12:10 Uhr
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26 Kommentare
Der Vergleich mit Mailand hinkt gewaltig - Mailand ist flächenmässig doppelt so gross wie Zürich und hat 3einhalb mal soviele Einwohner. Der einzige "Grund" der gegen Zurich United spricht, ist das nicht-"Goutieren" durch die vielen engstirnigen Traditionalisten. Als Stadtzürcher gehe ich ab und zu an Matches beider Clubs - "zu Hause" und auswärts... von ZU würde ich mir ein Jahresabo leisten! Antworten
@ Andreas Stofer Ohne linke Verhindere stünde bereits lange ein privat finanziertes Hardturm-Stadion... Und ohne leere Versprechungen der Stadtregierung stünde der alte Hardturm noch... Die Stadt kann nicht für alles verwantwortlich gemacht werden, aber auch sie hat Fehler gemacht. Diese sind jetzt schnellstens zu korrigieren! Antworten

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