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Wie Favre die Bundesliga austrickst
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 19.09.2011
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Bundesliga
34. Runde
| 05.05. | Borussia Dortmund - SC Freiburg | 4 : 0 |
| 05.05. | Werder Bremen - Schalke 04 | 2 : 3 |
| 05.05. | Hannover 96 - Kaiserslautern | 2 : 1 |
| 05.05. | Mainz 05 - Borussia Gladbach | 0 : 3 |
| 05.05. | 1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen | 1 : 4 |
| 05.05. | VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg | 3 : 2 |
| 05.05. | 1. FC Köln - Bayern München | 1 : 4 |
| 05.05. | Augsburg - Hamburger SV | 1 : 0 |
| 05.05. | Hertha BSC - Hoffenheim | 3 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Borussia Dortmund | 34 | 25 | 6 | 3 | 80:25 | 81 |
| 2. | Bayern München | 34 | 23 | 4 | 7 | 77:22 | 73 |
| 3. | Schalke 04 | 34 | 20 | 4 | 10 | 74:44 | 64 |
| 4. | Borussia Gladbach | 34 | 17 | 9 | 8 | 49:24 | 60 |
| 5. | Bayer Leverkusen | 34 | 15 | 9 | 10 | 52:44 | 54 |
| 6. | VfB Stuttgart | 34 | 15 | 8 | 11 | 63:46 | 53 |
| 7. | Hannover 96 | 34 | 12 | 12 | 10 | 41:45 | 48 |
| 8. | VfL Wolfsburg | 34 | 13 | 5 | 16 | 47:60 | 44 |
| 9. | Werder Bremen | 34 | 11 | 9 | 14 | 49:58 | 42 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 12 | 6 | 16 | 38:49 | 42 |
| 11. | Hoffenheim | 34 | 10 | 11 | 13 | 41:47 | 41 |
| 12. | SC Freiburg | 34 | 10 | 10 | 14 | 45:61 | 40 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 9 | 12 | 13 | 47:51 | 39 |
| 14. | Augsburg | 34 | 8 | 14 | 12 | 36:49 | 38 |
| 15. | Hamburger SV | 34 | 8 | 12 | 14 | 35:57 | 36 |
| 16. | Hertha BSC | 34 | 7 | 10 | 17 | 38:64 | 31 |
| 17. | 1. FC Köln | 34 | 8 | 6 | 20 | 39:75 | 30 |
| 18. | Kaiserslautern | 34 | 4 | 11 | 19 | 24:54 | 23 |
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Als Spieler war der Romand einer der kreativsten der Schweiz. Er war ein begnadeter Linksfüsser, ein intelligenter Spielmacher, eigentlich der Vorgänger von Luzerns Captain Hakan Yakin. Als Trainer hat Favre das Image eines Offensiv-Papstes. Doch das täuscht gewaltig und ist schlicht und einfach falsch. In Wirklichkeit ist Favre ein absoluter Defensiv-Spezialist. Er predigt die Offensive und meint damit jedoch vor allem die Defensive. Die nackten Zahlen belegen das: In 20 Spielen, inklusive der beiden Relegations-Partien gegen Bochum, hat die Borussia gerade mal 13 Gegentore zugelassen.
Der Schweizer hat in Deutschland das «Mini-max-Prinzip» eingeführt. Im Klartext: Die Mannschaft lässt nur minimale Chancen zu und überzeugt im Abschluss durch Effizienz, Kaltschnäuzigkeit und optimale Chancenauswertung. Auch physisch ist die Mannschaft von Lucien Favre in einem Topzustand. Obwohl der Hamburger Sportverein im letzten Spiel gegen Gladbach laut dem Sportdatencenter von Bild.de mehr Ballbesitz von 54 % zu 46 % hatte, hatten die Gäste aus Gladbach ein läuferisches Übergewicht und spulten bei 116, 6 km zu 109,8 km sage und schreibe 6,8 Kilometer mehr ab als der Gegner und lief diesen in Grund und Boden. Die Mannschaften von Lucien Favre sind dem Gegner nicht nur läuferisch überlegen, sie spielen meist auch in Überzahl, wenn es um die Balleroberung und die Angriffsauslösung geht.
«Barcelona macht den Unterschied in der Defensive aus»
«Auch wenn man es vielleicht nicht wahrhaben will: Barcelona macht den grossen Unterschied in der Defensive aus, weil alle füreinander und für das Kollektiv arbeiten», sagt Murat Yakin, der Leadertrainer des FC Luzern, gegenüber baz.ch/Newsnet. Das sei eigentlich auch das grosse Erfolgsgeheimnis von Lucien Favre in Deutschland. Yakin weiss, wovon er spricht: Der FCL hat bisher in acht Spielen nur vier Gegentreffer kassiert. Das ist mit Abstand der beste Wert in der Super League. Der zweitplatzierte FC Thun, Yakins Klub noch in der letzten Saison, hat mit acht Treffern am zweitwenigsten Tore zugelassen.
Mit seiner Taktik hat Favre auch den FC Zürich zweimal zum Titel geführt. «Für Lucien Favre hat die Ordnung auf dem Platz oberste Priorität», sagt auch FCZ-Sportchef Fredy Bickel gegenüber baz.ch/Newsnet. Das Hauptaugenmerk liege klar auf der Defensive. «Lucien hat immer gefordert, hinter dem Ball müssten acht Mann positioniert sein», erinnert sich Bickel. Damit sei eigentlich schon fast alles über die erfolgreiche Philosophie von Favre gesagt. Das Kollektiv spiele bei Favre die zentrale und übergeordnete Rolle.
Der Gegner findet keine Lösungen
Auch die Spieler von Lucien Favre sind von ihrem neuen Lehrmeister geradezu begeistert. «Unsere Taktik ist unglaublich. Ich glaube nicht, dass es Spass macht, gegen uns zu spielen», sagte Stürmer Marco Reus nach dem 1:0-Sieg beim HSV gegenüber «Bild». Man spüre auf dem Feld regelrecht, dass der Gegner keine Lösungen finde. «Wir lassen verdammt wenig zu, sind selbst immer für ein Tor gut», lobt der deutsche Internationale. Das Selbstvertrauen sei zurzeit geradezu phänomenal.
«Wir bieten dem Gegner wenige Lösungen an, wir machen mit extrem hoher Laufbereitschaft die Räume clever zu und können uns so auf die Defensive verlassen», sagt Gladbachs Manager Max Eberl. Das sei aber kein Zufall, das sei das Produkt von hoher Qualität. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.09.2011, 10:57 Uhr




