Die Analyse beim FC Basel über das Scheitern in der Qualifikation zur Champions League ist schnell gemacht: Nicht Alex Freis verschossener Penalty war schuld, sondern die Fehler im Hinspiel.
1/14Am Ende jubeln die anderen: Markus Steinhöfer liegt stellvertretend für den FCB auf dem Boden, während Cluj den Einzug in die Champions League feiert. Bild: Keystone
Alex FreisGefühlslage zur Halbzeit im kapitalen Rückspiel gegen CFR Cluj konnte man von aussen nur erahnen. Dass der Fehlschuss des Topskorers durch einen Ausrutscher seines Standbeins verursacht wurde, wie die TV-Analyse zutage förderte, wird dem ehrgeizigen 33-Jährigen kein Trost sein. Die Spekulation darüber, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Frei kurz vor der Pause den Ausgleich erzielt, ist müssig. Fakt ist, dass der FC Baselneben dieser Möglichkeit vom Elfmeterpunkt aus in 90 Minuten keine einzige klare Torchance herausspielte. «Cluj hat zweimal gegen uns gewonnen und ist verdient in der Champions League«, stellte FCB-Trainer Heiko Vogelnüchtern fest. Und auch sein Präsident Bernhard Heuslerwand dem Gegner ein Kränzchen: «Cluj war über die zwei Spiele gesamthaft besser.»
Schlüsselspieler verletzt oder ausser Form
Warum der FCB offensiv derart harmlos auftrat, kann verschiedene Ursachen haben. Sicher fehlten Valentin Stockerund Mohamed Salah. Ohne die wirbligen Flügel kam über die Seiten viel zu wenig, weshalb man es immer wieder sehr umständlich mit Kurzpässen durchs Zentrum versuchte. Ebenfalls ein grosser Nachteil war der Formstand der beiden Stürmer. Alex Frei fehlte nach seiner Beckenprellung der Spielrhythmus, sein Copain Marco Strellerwar wegen seiner Oberschenkelverletzung ebenfalls nicht in bester Verfassung. Immerhin holte der Captain aber mit einem entschlossenen Nachsetzen den Foulpenalty heraus, welchen Frei verschoss. Dieser Fauxpas wurde aber nicht als Grund für das Ausscheiden angeführt. «Wir hatten gefühlt 90 Prozent Ballbesitz. Aber wenn man die Tore nicht macht, bringt das nichts», hielt Streller fest. Der 31-Jährige ist überzeugt, dass die fehlende Effizienz im Hinspiel ausschlaggebend war: «Wir haben die Qualifikation im Hinspiel vergeben. Nach dem 1:0 schaffen wir das zweite Tor nicht und bekommen auf dumme Art zwei Gegentreffer.»
Was denn der Unterschied zum letzten Jahr gewesen sei, als man in die Champions Leaguekam, lautete die unbedarfte Frage eines TV-Journalisten. «Der Unterschied war, dass wir letztes Jahr direkt qualifiziert waren», antwortete Streller mit einem bitteren Lachen. Womit der Stürmer nicht ganz Unrecht hat. Auch vor Jahresfrist war der FCB noch nicht in Schwung. Und in dieser Saison kam noch der personelle Umbruch erschwerend hinzu. Dieser muss jetzt trotz Mini-Krise möglichst schnell abgeschlossen werden. Nach den drei Niederlagen in Folge braucht der Meister unbedingt ein Erfolgserlebnis. Streller kommt die Partie gegen den FC Zürichvom Sonntag gerade recht: «Zum Glück kommt jetzt der FCZ. So ein emotionales Spiel ist jetzt genau das Richtige.»
Heuslers Enttäuschung
Trotz alles Vorwärtsschauens darf die Manöverkritik nicht ausbleiben. Cluj war – wenn auch stark verbessert – auch im Rückspiel kein unbezwingbarer Gegner. «Heute hat sicher die Qualität gefehlt», räumte Vogel ein. Unvermögen nennt er das entscheidende Manko. Man müsse das Glück auch einmal erzwingen, sagte er und nannte ein Beispiel: «Wenn wir einen Abpraller nach einem Schuss verwerten, ist das Glück. Wenn wir aber gar nie aufs Tor schiessen, kann es keinen Abpraller geben.» Davon war in der Tat wenig zu sehen auf Basler Seite. Während die Rumänen aus jeder Position den Abschluss suchten, verloren sich die Basler im Klein-Klein-Spiel.
Enttäuschung war der vorherrschende Gemütszustand beim ganzen FCB. Darüber, dass man gegen einen guten, aber nicht übermächtigen Gegner gescheitert war. Darüber, dass man das eigene Leistungspotenzial nicht abrufen konnte. Auch beim Präsidenten dominierte die Enttäuschung über die verpasste prestigeträchtige Plattform, nicht über die entgangenen Millionen. «Es ist ein sportlicher Verlust. Die Champions League ist das, wo alle hinwollen und hinschauen» meinte Heusler, um aber gleich anzufügen: «Auch wenn das heute schwer zu glauben ist: Ab morgen werden wir uns auf die Europa League freuen.» Die Gruppengegner werden dem FCB am Freitagmittag zugelost. Auf die ganz grossen Namen darf man sich aber nicht freuen. Die spielen einen Stock höher. (baz.ch/Newsnet)
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Wenn man nach einer grossartigen Saison zwei grossartige Spieler fuer ueber 20 Mio Franken verkauft, ist anzunehmen, dass die Qualitaet der Mannschaft voruebergehend leidet. Dies auch wenn man neue Talente unter Vertrag nimmt. Da gibt es doch ein wunderbares Basler Sprichwort: De kasch nid s'Weggli, dr Batze und s'Uusegaeld ha! Der FCB wird es wieder schaffenAntworten
Und hier sind sie wieder, die Fussballexperten! Wisst ihr was das ewige Hacken auf dem FCB und Alex Frei geht mir auf den Geist. Ich war schon längere Zeit nicht mehr im Stadion aber ich habe mich entschieden am Sonntag hinzugehen. Um unseren FCB in einer schlechten Phase zu unterstützen. Kommt jemand mit? Ich gebe auch eine Runde Bier aus...Antworten