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«Wir müssen uns von ein paar Idioten terrorisieren lassen»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 03.10.2011 11 Kommentare
(Video: SF)
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«Ich möchte mich als Präsident des Heimklubs erst beim Trainer entschuldigen und bei der Mannschaft, die einen super Match gespielt und so etwas nicht verdient hat. Dazu bei der Bevölkerung, allen Fussball-Fans und vor allem bei denen, die im Stadion waren», sagte Roland Leutwiler auf der Pressekonferenz nach dem abgebrochenen Zürcher Fussball-Derby. Der Vorfall habe mit der Jugendkriminalität zu tun, die seit vielen Jahren am Steigen sei. «Eines der Ventile ist der Fussball. Das ist tragisch, und ich weiss nicht, ob es überhaupt Lösungen gibt», so der Präsident der Grashoppers.
«Dass einige wenige Asoziale ein Spiel dazu benutzen können, sich so zu provozieren, dass am Schluss sogar Pyros in die GC-Fankurve fliegen, ist einfach jenseits von Gut und Böse. Manchmal habe ich echt ein Problem damit, dass wir solche Leute nicht hart anpacken können», erklärte der sichtlich erzürnte Leutwiler weiter. Es sei unverständlich, dass man nicht einfach Bilder von den Hooligans machen und ins Internet stellen dürfe, um sie nachher aburteilen zu können.
Canepa stellt sogar sein Engagement beim FCZ infrage
FCZ-Präsident Ancillo Canepa sagte, die Krawalle seien aus heiterem Himmel ausgebrochen. Nichts habe auf eine Eskalation hingedeutet, der Match sei fair gewesen. «Es hat wahrscheinlich Provokationen und Gegenprovokationen gegeben, das muss man noch im Detail ansehen. Nun werden jene Leute wieder Oberwasser bekommen, die den Klubs vorwerfen, dass sie zu wenig unternehmen. Ich möchte deshalb noch einmal darauf hinweisen, dass im Letzigrund das Stadionmanagement der Stadt Zürich für die Sicherheit zuständig ist», so Canepa.
Der starke Mann beim FC Zürich beklagte sich zudem über die juristischen Hürden bei der Jagd auf Hooligans. Sein Klub habe vor einigen Wochen zwei Petardenwerfer dank der Veröffentlichung von Videobildern auf der FCZ-Website identifizieren können, wenig später sei er aber schon vom Datenschutzbeauftragten gemassregelt worden. «Mich scheisst es auf deutsch gesagt langsam an. Es ist weiss Gott schwierig, einen Profifussballklub zu führen, erst recht mit den Rahmenbedingungen in der Stadt Zürich. Und dann muss man sich noch mit so etwas auseinandersetzen.» Er müsse sich langsam überlegen, ob es noch sinnvoll sei, dass er seine ganze Zeit und Energie in den Fussball investiere, wenn er sich dauernd «von ein paar Idioten terrorisieren lassen» müsse.
«Die rote Linie wurde überschritten»
Gegenüber der Agentur Sportinformation erklärte Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes: «Ich bedaure zutiefst, was im Zürcher Derby passiert ist. Es gilt nun, die fehlbaren Personen zu identifizieren und ihre Vergehen kompromisslos zu sanktionieren. Denn das Ziel des Schweizerischen Fussballverbands und der Swiss Football League ist es, diese Minderheit von Stadien fernzuhalten und friedlichen Matchbesuchern friedliche Matchbesuche zu ermöglichen.»
Christian Schöttli, der Sicherheitsverantwortliche des Verbandes und der Liga, meinte zu den Vorfällen im Zürcher Derby: «Glücklicherweise wurde gemäss ersten Ermittlungsergebnissen niemand ernsthaft verletzt. Wir haben erstklassiges Video-Material und sehr genau eruieren können, wo respektive bei wem diese Vorfälle ihren Ursprung haben. Darum sind am Sonntagabend auch bereits einige Festnahmen erfolgt. Die Zusammenarbeit zwischen Fussball- und Polizeiführung war sehr gut. Deshalb können wir nun auch weiter sehr zielorientiert vorgehen.» Für Alex Miescher, Generalsekretär des Verbandes, wurde mit dem Petardenwurf «die rote Linie überschritten». Miescher meinte zudem, dass der Schiedsrichter mit dem Spielabbruch richtig gehandelt habe und die volle Unterstützung des SFV geniesse.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.10.2011, 20:27 Uhr
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11 Kommentare
Ja, ja Herr Canepa, starke Worte. Aber jedes Mal wenn die die Politik griffige Massnahmen will ( Fan-Pass, nur noch Sitzplätze) sind doch die Clubs dagegen. Das ist doch ganz billig, jetzt die Verantwortung einfach auf die Stadt zu schieben. Antworten


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