Rashford schiesst die Red Devils ins Glück

Celta Vigo und Manchester United ziehen als erste Teams unter die letzten Vier der Europa League ein. Geschafft haben es auch Ajax und Lyon.

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Manchester United steht erstmals in den Halbfinals der Europa League. Die Engländer sicherten sich den Vorstoss im Rückspiel gegen Anderlecht mit einem mühevollen 2:1 n.V. Das Team von José Mourinho behielt gegen den RSC Anderlecht dank Marcus Rashfords Treffer zum 2:1 in der 107. Minute die Oberhand.

Den erstmaligen Halbfinal-Einzug in der Europa League bezahlten die Engländer aber mit einer Verletzung von Zlatan Ibrahimovic. Der 35-jährige Schwede, der vor allem in läuferischer Hinsicht eine ungenügende Leistung bot, schied nach der regulären Spielzeit mit einer womöglich schweren Knieverletzung aus.

Der starke Auftritt von Weilers Team

70, 80 Minuten lang bot Anderlecht, das zuvor in 15 Anläufen auf englischem Boden ohne Sieg geblieben und 13 Mal als Verlierer vom Platz gegangen war, im Old Trafford eine ganz starke Leistung, spielte furchtlos, kampfbetont und sichtbar entschlossener als der vermeintlich übermächtige Gegner. Das belgische Team des Schweizer Trainers René Weiler liess sich auch durch den frühen Gegentreffer von Manchester Uniteds Henrich Mchitarjan (10. Minute) nicht beirren. Mit der zweiten grossen Chance erzielte Sofiane Hanni nach einer halben Stunde den Auswärtstreffer, der die Hoffnungen bis fast ins Penaltyschiessen am Leben hielt.

Allerdings bezahlten die Belgier mit zunehmender Spieldauer den Preis für den hohen Aufwand, den sie betrieben. Je länger die Partie dauerte, desto mehr drängte Manchester auf den Siegtreffer. Zunächst scheiterten Mchitarjan (71.), Pogba (78.) und Ibrahimovic (82.) aus besten Positionen. Später wurde in der Verlängerung ein Treffer wegen eines vorangegangenen Fouls von Fellaini (zu Recht) nicht anerkannt. Die ungenügende Chancenverwertung sollte sich aber nicht rächen.

Schalke scheitert in der Verlängerung

Deutlich verbessert zeigte sich Schalke gegen Ajax Amsterdam gegenüber dem 0:2 im Hinspiel. Der Elfte der Bundesliga machte in der zweiten Halbzeit mit einer Doublette von Leon Goretzka und Guido Burgstaller (53./56.) die Hypothek aus dem Hinspiel wett und befand sich in der Verlängerung nach Daniel Caligiuris 3:0 (101.) und ab der 80. Minute in Überzahl auf Halbfinalkurs, kassierte dann aber noch zwei Tore (111./120.).

20 Jahre nach dem Triumph der Schalker «Eurofighter» musste die Mannschaft des langzeitverletzten Breel Embolo damit den Traum eines zweiten Europacup-Märchens begraben. Die Schalker, bei denen Trainer Markus Weinzierl die Abwehr inklusive den zwei Positionen im defensiven Mittelfeld komplett umstellte, kämpften beherzt, wurden dafür aber nicht belohnt.

Drama auch am Bosporus

Durch das bittere Aus liest sich der Output von Weinzierl in seinem ersten Jahr auf Schalke ungenügend: Mit durchschnittlich 1,2 Punkten pro Spiel weist er den schlechteren Wert auf seine entlassenen Vorgänger André Breitenreiter, Roberto Di Matteo und Jens Keller. Erstmals seit der Saison 2008/09 und erst zum zweiten Mal seit 2001 drohen die Schalker die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb zu verpassen. Hätte im Rückspiel gegen Ajax nebst dem Resultat auch die Leistung nicht gestimmt, stünde Weinzierl deutschen Medienberichten zufolge zur Diskussion.

Die weiteren Halbfinalisten heissen Celta Vigo und Olympique Lyon. Celta Vigo verteidigte in Genk sein 3:2-Polster aus dem Hinspiel mit einem 1:1. Lyon setzte sich bei Besiktas Istanbul 7:6 im Penaltyschiessen durch. Nachdem die ersten zwölf Schützen allesamt getroffen hatten, scheiterten zunächst Dusko Tosic und Christophe Jallet hintereinander und dann bei Besiktas auch noch Matej Mitrovic. Nach 90 und 120 war es 2:1 für die Türken gestanden, die damit das 1:2 aus dem Hinspiel egalisiert hatten.

Die Auslosung der Halbfinals findet am Freitag ab 13.00 Uhr in Nyon statt. Die Hinspiele werden am 4. Mai ausgetragen, die Rückspiele am 11. Mai.

Zwei Schweizer Clubs 2018 in der CL-Qualifikation

Durch die Niederlage von Ajax Amsterdam im Rückspiel der Viertelfinals in der Europa League gegen Schalke behält die Schweiz am Ende der Saison im Uefa-Ranking den 12. Platz vor den Niederlanden - trotz der Halbfinal-Qualifikation von Ajax. Damit muss der Schweizer Meister der nächsten Saison auf dem Weg in die Champions League 2018/19 bloss die Playoffs spielen.

Zudem kann sich der Zweite der Super League über die Qualifikation die Teilnahme an der Champions League ebenfalls sichern und ist der Cupsieger 2018 direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Ab der Saison 2018/19 sind nur noch die Meister der besten zehn Nationen direkt für die Champions League qualifiziert.

Viertelfinal-Rückspiele der Europa League:
Schalke - Ajax Amsterdam 3:2 (2:0, 0:0) n.V. – Ajax mit 4:3 qualifiziert.
53'701 Zuschauer. - SR Hategan (ROU). - Tore: 53. Goretzka 1:0. 56. Burgstaller 2:0. 101. Caligiuri 3:0. 111. Viergever 3:1. 120. Younes 3:2. - Bemerkungen: Schalke ohne Embolo (verletzt). 2. Pfostenschuss von Meyer (Schalke). 80. Gelb-Rote Karte gegen Veltman (Ajax Amsterdam).

Genk - Celta Vigo 1:1 (0:0) – Celta Vigo mit 4:3 qualifiziert.
20'000 Zuschauer. - SR Collum (SCO). - Tore: 63. Sisto 0:1. 67. Trossard 1:1.

Manchester United - Anderlecht 2:1 (1:1, 1:1) n.V. – Manchester mit 3:2 qualifiziert.
71'496 Zuschauer. - SR Mallenco (ESP). - Tore: 10. Mchitarjan 1:0. 32. Hanni 1:1. 107. Rashford 2:1.

Besiktas Istanbul - Olympique Lyon 2:1 (2:1, 1:1) n.V. – Lyon Sieger nach Pen.schiessen.
45'000 Zuschauer. - SR Mazic (SRB). - Tore: 27. Talisca 1:0. 34. Lacazette 1:1. 58. Talisca 2:1. - Penaltyschiessen: Babel 1:0. Fekir 1:1. Tosun 2:1. Tolisso 2:2. Hutchinson 3:2. Ghezzal 3:3. Arslan 4:3. Rybus 4:4. Talisca 5:4. Valbuena 5:5. Uysal 6:5. Diakhaby 6:6. Tosic (gehalten). Jallet (über das Tor). Mitrovic (gehalten). Gonalons 6:7. - Bemerkungen: Besiktas ohne Inler (Ersatz). 41. Pfostenschuss von Lacazette (Lyon). (fal/sda)

Erstellt: 21.04.2017, 00:04 Uhr

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