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Der Aufstand der Geprügelten
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 19.03.2010
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Ein knapper, letztlich glücklicher 4:3-Sieg nach Verlängerung gegen den HC Fribourg-Gottéron, ein deutliches 6:1 beim EV Zug – sowohl Servette als auch der ZSC haben all jene boshaften Experten und Fans, welche die beiden Mannschaften schon heute in die Ferien schickten, eine eindrückliche Antwort gegeben. In den Best-of-7-Viertelfinals konnten sowohl Genfer Adler als auch Zürcher Löwen auf 2:3 verkürzen.
Und das sogenannte und in den Hockey-Frühlings-Tagen viel zitierte «Momentum» hat gekehrt: Durch die Erfolge vom Donnerstagabend fühlen sich die Teams von Schlaumeier Chris McSorley sowie Bald-Nationalcoach Sean Simpson in ihrem Selbstvertrauen wieder gestärkt, während die Verlierer den Druck verstärkt spüren. Der vierte Sieg in der Serie ist der schwierigste, heisst eine der weiteren, vielen Weisheiten in der Playoff-Zeit.
Segers Führungsrolle
Vor allem die Lions haben mit ihrem Auftritt im fünften Duell bewiesen, dass man sie nicht vorzeitig abschreiben darf. Selbst wenn die Zuger vor allem in defensiver Hinsicht nicht ihren besten Tag erwischten, so war die Leistungssteigerung der Zürcher, auch punkto Leidenschaft und Kampfgeist, frappant. Zudem zeigte Ari Sulander, dass er nach wie vor ein guter Torhüter sein kann. Die Leistung von Captain Mathias Seger indessen war einmal mehr vorbildlich. Dank seiner Energie und seinem Willen bereitete er das so wichtige frühe 1:0 von Thibaut Monnet vor.
Gerade Seger beweist, welche Bedeutung im Meisterschaftsfinale die Führungsspieler inne haben. Nicht auszudenken, wo diese Mannschaft stünde, wenn der Nationalmannschaftsverteidiger fehlen würde. Der 32-jährige, klubtreue Routinier drückt sich nicht vor seiner grossen Verantwortung und wird dafür mit seiner besten Saison in seiner NLA-Karriere belohnt.
Der finanzielle Aspekt
Löwen und Adler sind also back im Business – «nicht mehr oder nicht weniger», wie ZSC-Sportchef Edgar Salis sagt. Der ehemalige Haudegen vom Hallenstadion ist froh, dass sich die Mannschaft noch nicht vom Spielbetrieb dieses Winters verabschiedet hat. Er denkt dabei nicht nur an die sportlichen Aspekte, sondern auch an die wirtschaftlichen: So darf die Sportorganisation aus Zürich Nord dank der dritten Veirtelfinal-Heimpartie mit Einnahmen von rund 250'000 Franken rechnen. Diese sind in der Kasse mehr als willkommen. «Dass wir mit jedem zusätzlichen Heimspiel auch Geld verdienen, ist wichtig für uns. Wir sind ein Unternehmen. Auch diese Tatsache ist den Spielern bekannt», erklärt Salis.
Der Ex-Verteidiger erinnert daran, dass die Lions immer noch mit dem Rücken zu Wand stehen. «Wir liegen in der Serie 2:3 zurück. Die Mannschaft muss noch zweimal eine solche Leistung wie gestern Abend abrufen. Schliesslich bleiben die Halbfinals unser Ziel.» Salis glaubt, dass seine Spieler routiniert genug sind, um die Lage nach diesem 6:1-Sieg in der Herti-Halle realistisch einzuschätzen. Gedanklich bereits abheben, wäre demnach fatal.
Der letzte Heimsieg liegt fast zwei Monate zurück
Im Hallenstadion, wo das Team in den letzten Auftritten keineswegs zu überzeugen vermochte, erwartet die ZSC-Fangemeinde am Samstag endlich wieder einmal eine perfekte Darbietung – und natürlich einen Sieg. Darauf hat das Publikum genug lange gewartet. Der letzte Erfolg der Löwen im Event-Tempel von Oerlikon datiert vom 23. Januar 2010 (3:0 gegen die Lakers). Das ist fast zwei Monate her.
Es ist also aus Zürcher Sicht an der Zeit, an dieser wenig erbaulichen Statistik zu feilen. Wird das sechste Duell verloren, ist die Saison zu Ende – und der Ferienprospekt kann unwiderruflich studiert werden; einfach ein paar Tage später als es heute Freitag gewesen wäre. Das wird die Lions nicht wirklich befriedigen, schon gar nicht deren Trainer. Dessen persönliche Playoff-Bilanz mit dem Traditionsklub aus der grössten Schweizer Stadt hält jetzt 2 Siege und 7 Niederlagen – das ist kein meisterlicher Leistungsausweis. Letztlich wird Simpson immer noch bis Ende April von den Lions entlöhnt. Erst ab dem 1. Mai übernimmt der Kanadier die Geschicke der Landesauswahl. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.03.2010, 14:04 Uhr

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