Sport
Der ZSC muss zurück zu den Wurzeln
Von Simon Graf. Aktualisiert am 24.03.2010 6 Kommentare
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Die ZSC Lions brillierten in der Kür, doch die Pflicht erfüllten sie nicht. So lautet das knappe Fazit einer Saison, die sich viel versprechend anliess und mit dem Sieg über Chicago den frühen Höhepunkt erreichte, gestern nun aber abrupt zu Ende ging. Die Zürcher scheiterten wie 2009 (0:4 gegen Fribourg) im Viertelfinal. Immerhin stemmten sie sich diesmal gegen das Aus, erzwangen sie ein Entscheidungsspiel. Doch erneut unterlagen sie einem Gegner, der in der Summe weniger Talent hat als sie. Und wenn man die internationalen Höhenflüge abzieht, bleibt für die letzten fünf Jahre eine ernüchternde Bilanz: Nur drei PlayoffSerien (alle 2008) hat der ZSC in dieser Zeit gewonnen. Das ist zu wenig für einen (vermeintlichen) Spitzenklub.
Nur zwei Topverteidiger
Es ist eine alte Erkenntnis, dass man mit der Offensive Spiele gewinnt, mit der Defensive Titel. Das zeigte der ZSC in seinen Meisterjahren 2000, 01 und 08 – stets war die Abwehr sein Prunkstück. Diesmal hatte das Team nur zwei Topverteidiger (Seger, Suchy). Nun ist Sportchef Edgar Salis gefordert. Er muss das Fundament wieder verstärken.
Doch weil der Schweizer Markt ausgetrocknet ist und Severin Blindenbacher nicht zurückkehren dürfte, hat Salis nur Spielraum bei den Ausländern. Konkret: Die Zürcher brauchen zwei ausländische Verteidiger, wovon der eine Radoslav Suchy sein sollte. Das bedeutet, dass man sich von Peter Sejna trotz weiterlaufenden Vertrags trennen müsste. Denn die andere Erkenntnis ist, dass es nur Unruhe und ständige Wechsel bringt, wenn man mit fünf Ausländern in die Saison steigt. Es wäre also auch sinnvoll, wenn Ari Sulander bei GCK spielt, bis er den roten Pass hat.
Nachwuchsabteilung als Kapital
Die ZSC Lions brauchen wieder eine stabile Achse. Nur mit einer solchen ist es möglich, vermehrt Junge einzubauen. Und das müssen sie, deren Elitejunioren überlegen Meister wurden, noch konsequenter tun. Arno Del Curto zeigt beim HCD Jahr für Jahr, wie es geht. Die erfolgreichste und teuerste Nachwuchsabteilung der Schweiz ist das Kapital der Zürcher, davon müssen sie mehr profitieren. Für diesen Winter budgetierte der Klub mit Rang 4 und dem Halbfinal – beides wurde verpasst, das Loch in der Kasse wird noch deutlich tiefer sein als befürchtet. Zudem wird sich das Playoff-Versagen im Verkauf von Saisontickets niederschlagen.
Die internationalen Sterne sind verglüht, nun muss der ZSC zurück zu den Wurzeln. Dazu gehören eine geschickte «Ausländerpolitik» und die Erkenntnis, dass man ein Team von hinten her aufbaut. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 24.03.2010, 08:59 Uhr
