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Der grosse Auftritt des Leihgoalies

Simon Graf Bern. Aktualisiert am 06.01.2016 1 Kommentar

Der eingewechselte Thomas Bäumle verhalf den ZSC Lions zum 5:3 im Cup-Halbfinal gegen Bern. Um den Pokal geht es nun am 3. Februar in Lausanne.

Erfolgreich abgeschirmt und nur einmal bezwungen: Goalie und ZSC-Debütant Thomas Bäumle. Foto: Pascal Muller (EQ)

Erfolgreich abgeschirmt und nur einmal bezwungen: Goalie und ZSC-Debütant Thomas Bäumle. Foto: Pascal Muller (EQ)

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Es wäre vermessen zu behaupten, der Cup sei das grosse Ziel der ZSC Lions. Aber nun stehen sie im Final, und das hat für sie durchaus sein Gutes. Weil sie so weitere 78 000 (Niederlage) oder 138 000 Franken (Sieg) Preisgeld einspielen werden – ein willkommener Zustupf. Und weil gerade jetzt, da der Zürcher Gemeinderat bald über die zwei Millionen Franken jährlichen Betriebszuschuss für die geplante Arena in Altstetten befinden muss, so die Stadionproblematik der ­Löwen nochmals verdeutlicht wird.

Sie hatten für den Halbfinal gegen Bern wie schon im Vorjahr ihr Heimrecht abgeben müssen, weil das Hallenstadion nicht zur Verfügung stand – womit ihnen die Matcheinnahmen entgingen. Und weil ihre Heimarena am 3. Februar wegen der Aufbauarbeiten für Art on Ice erneut besetzt ist, erübrigte sich eine Auslosung für den Final. Er findet in Lausanne statt. Geschäftsführer Peter Zahner dürfte nicht darauf verzichten, dies zu erwähnen, wenn er dieser Tage bei den Gemeinderäten nochmals für die Stadionsache vorspricht.

Für den Cup und dessen Hauptsponsor Zürich-Versicherung ist das Ausscheiden von Vorjahressieger SCB indes bedauerlich. Denn beim Grossstädte-Klassiker wurden gestern respektable 15 283 Besucher gemeldet – und viele der Saisonkarten-Besitzer des SCB, die Gratiseintritt geniessen, waren tatsächlich da. In Lausanne ist die Begeisterung für den neuen Wettbewerb geringer.

Die SCB-Fans sahen eine wechselhafte Partie, die sie mit ihrem Team, das ihnen zuletzt wenig Freude gemacht hat, kaum versöhnte. Die Berner führten 2:0 und 3:1 und verloren noch 3:5. Als der ZSC das Tempo erhöhte, bekam der SCB zusehends Probleme. Und Berns tschechischer Goalie Stepanek schaffte es nicht, den Vorsprung festzuhalten. Auf der anderen Seite brillierte Bäumle bei seinem ZSC-Debüt. Nachdem Schlegel von einem Weitschuss Helblings (8.) und von Roy (11.) zwischen den Beinen erwischt worden war, wechselte Marc Crawford seinen Ersatzmann ein. Und der zeigte sich nach ein paar nervösen Paraden je länger, desto sicherer.

Dass der 31-Jährige, einst Elitejunior beim SCB, über seinen Ex-Club triumphierte, entbehrt nicht der Ironie. Als Berns Stammgoalie Bührer ausfiel, wäre Bäumle erhältlich gewesen. Doch der SCB kontaktierte ihn nicht. Von Schadenfreude wollte er nichts wissen. Aber er sagte: «Es war schön, vor dieser ­Kulisse gegen den SCB zu gewinnen.»

Bäumle sprang in Kloten wegen Boltshausers Verletzung für drei Monate als Ersatzgoalie ein und wurde Mitte ­Dezember von den ZSC Lions verpflichtet, als Leimbacher ausfiel. Sein Vertrag läuft vorerst bis Ende Januar, und natürlich würde er gerne bleiben. Mit seinen Paraden machte er gestern beste Werbung. «Ich muss der Mannschaft ein grosses Kompliment machen, sie hat mich hervorragend unterstützt», reichte er die Blumen weiter. Allerdings waren schon einige gute Interventionen nötig. «Ich geniesse jede Minute, die ich spielen kann», sagte Bäumle, der seine ­Karriere gerne auch nächste Saison fortsetzen würde. Auftritte wie gestern dürften für seine Motivation Benzin sein.

Cupfinal am 3. Februar Lausanne - ZSC

2 . Halbfinal: Bern - ZSC 3:5 (2:0, 1:3, 0:2)

15 283 Zuschauer. – Tore: 8. Helbling (Plüss) 1:0. 11. Roy 2:0. 23. Bärtschi 2:1. 34. Bergenheim (Roy, Moser) 3:1. 38. (37:37) Blindenbacher (Neuenschwander) 3:2. 39. (38:30) Suter (Keller) 3:3. 50. Keller (Rundblad) 3:4. 60. (59:27) Künzle (Shannon, Siegenthaler/ins leere Tor) 3:5. – Strafen: Je 3-mal 2 Minuten. Bern: Stepanek; Kousa, Flurin Randegger; Helbling, Krueger; Gian-Andrea Randegger, Gerber; Burren, Dubois; Moser, Plüss, Bergenheim; Bodenmann, Roy, Scherwey; Alain Berger, Rüfenacht, Pascal Berger; Müller, Hischier, Reichert. ZSC Lions: Schlegel (ab 10:30 Bäumle); Blindenbacher, Geering; Rundblad, Siegenthaler; Seger, Phil Baltisberger; Hächler, Bergeron; Prassl, Keller, Wick; Nilsson, Malgin, Herzog; Bärtschi, Schäppi, Neuenschwander; Künzle, Shannon, Suter. Bemerkungen: Bern ohne Conacher (gesperrt), Blum, Ebbett, Kobasew, Smith, Kreis, Ness, Untersander, Jobin und Bührer (verletzt), ZSC Lions ohne Matthews (geschont), Karrer (krank), Chris Baltisberger, Trachsler, Cunti, Flüeler, Schnyder, Fritsche (verletzt). – Bern von 59:12 bis 59:27 ohne Torhüter.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.01.2016, 23:22 Uhr

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1 Kommentar

Reto Gächter

07.01.2016, 00:33 Uhr
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Na ganz so schlimm ist dann die Stadiongeschichte doch nicht, dass ich jetzt da gleich ans unerschlossene Ende von Altstetten ziehen wollte. Aber die Stadt Zürich könnte in dieser Frage ums Hallenstadione gerne mal ihr Gewicht und Aktienpaket in die Waagschale werfen.
Schönes Resultat, Hopp ZSC
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