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Die Gründe für den ZSC-Niedergang
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 17.03.2010 22 Kommentare
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Dass die Mannschaft aus Oerlikon, die immerhin Ende September 2009 nach einer grossartigen Leistung im Victoria Cup die Chicago Blackhawks verdient mit 2:1 besiegte, das Saisonende vor Augen hat, ist keine Überraschung. Es gibt fünf namhafte Gründe für die Defizite des ZSC, der für sich in Anspruch nimmt, ein Spitzenklub zu sein.
Punkt 1: Das Formtief
Keine Mannschaft kann im Meisterschaftsfinale für Furore sorgen, wenn fast alle Spieler der Form ihrer besten Tage nachlaufen. Goalie Ari Sulander hält gut, aber nicht überragend. Die Mehrzahl der Verteidiger produziert viele Fehler oder tritt nur durchschnittlich auf. Ausnahmen sind die Routiniers Mathias Seger und Rastoslav Suchy. Allerdings passieren auch ihnen Missgeschicke, wie Captain Seger beim 4:2 der Zuger am späten Dienstagabend.
Noch tiefer nach unten zeigt das Formbarometer bei Sturm. Kaum einer, der überragend auftritt. Höheren Ansprüchen konnten phasenweise nur Patrik Bärtschi, der NLB-Kanadier Blaine Down, Domenico Pittis oder im vierten Duell der zweifache Torschütze Thibaut Monnet genügen. Adrian Wichser wirkt zögernd und kommt nicht auf Touren, die Auftritte des zum SCB wechselnden Ryan Gardner werden im Fanblock nicht ganz zu unrecht als «Frechheit» bezeichnet. Unter Larry Huras würde der teure Spieler in dieser Verfassung nicht einmal eine Wolldecke fassen, sondern gleich auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Die restlichen Forwards sind Durchschnitt, keiner wächst über sich hinaus – der (tiefe) Formstand der Profis muss nicht nur den Spielern, sondern auch den Technikern in Oerlikon zu denken geben.
Punkt 2: Die fehlende Homogenität
Nicht zuletzt dank dem starken Kollektiv schafften die Löwen ihre Höhenflüge auf internationalem Parkett. Von dieser Stärke und Eigenschaft war in dieser Serie nur gerade im ersten Duell, das der ZSC in Zug 2:1 gewann, etwas zu spüren. Dass der Trainer die Linien oft umgestellt hat, ist für die Homogenität und für die Automatismen nicht förderlich. Sean Simpson wollte so seine «Schäfchen» wecken, die Rochaden in den letzten Wochen waren aber des Guten zu viel. Der Zusammenhang ging teilweise gänzlich verloren.
Dazu passen die vielen Fehler, die sich das Team schon den ganzen Winter leistet, vorab in defensiver Hinsicht. Ganz klar: Der Abgang von Severin Blindenbacher ist nie kompensiert worden - ein verhängnisvoller Fehler.
Punkt 3: Die tristen Bilanzen in Oerlikon
Der Krebsgang des Teams im wichtigsten Moment des Eishockey-Winters ist einer mit Ankündigung. Seit dem 1. Januar 2010 hat der ZSC in 19 Auftritten 12-mal verloren. Das färbt natürlich aufs Selbstvertrauen ab. Dem Trainer-Duo Simpson/Colin Muller ist es nicht gelungen, das sinkende Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Überhaupt ist die Playoff-Bilanz des abtretenden Simpson alles andere denn überzeugend: In bisher acht Playoff-Matches mit den Lions hat der zukünftige Angestellte von Swiss Ice Hockey ein Spiel gewinnen können – das ist eine triste Bilanz, die einer Person mit der Bezeichnung «Erfolgscoach» mehr als nur wehtut.
Punkt 4: Was ist mit der Chemie? Wo bleibt der Spirit?
Vor allem in zwei Punkten sind die Auftritte der Zürcher in den letzten Tagen, Wochen und Monaten eine Enttäuschung gewesen: Es fehlt am Spirit, an der völligen Leistungsbereitschaft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Zwar kämpfen die Löwen brav, aber das reicht einfach nicht, um eine intakte und körperlich robuste Mannschaft wie Zug in die Knie zu zwingen. Es braucht mehr Leidenschaft, noch mehr Siegeswillen, um einem Favoriten das Bein stellen zu können. Gerade diese Tugend haben die Lions in den letzten Monaten verloren.
Langjährige Beobachter des ZSC sind zur Ansicht gekommen, dass die Chemie zwischen Trainer und Spieler nicht mehr stimmt. Ist es eben doch so, dass die frühzeitige Bekanntgabe vom Trainerwechsel in Oerlikon – Assistent Muller wird den zukünftigen Nati-Coach Simpson ablösen – Einfluss auf die mentale Verfassung der Spieler gehabt hat? Ist Simpson im Hallenstadion zu einer sogenannten «Lame Duck» geworden (ein Vergleich, den man normalerweise auf US-Politiker münzt)? Im Moment spricht vieles für diese These.
Punkt 5: Fehlendes Wettkampfglück
Wenn es sportlich nicht läuft, dann gesellt sich Pech dazu. Diese Erfahrung machen notorische Verlierer, zu denen zählen im Playoff-Frühling auch die ZSC Lions. Die Ausländer-Fraktion hat sich dezimiert: Jean-Guy Trudel fällt aus, Peter Sejna ist verletzt, der angeschlagene Zweiweg-Center Pittis kann unter Umständen morgen Abend wieder mitwirken. Wichser musste diese Saison viele Pausen einlegen, das wirkt sich nun auch im Playoff aus.
Dass in der Partie vom Dienstag ein Zürcher Tor nach Videokonsultation von Head Stefan Eichmann aberkannt wurde, war regelkonform, kommt aber selten vor. Simpson brauste auf, der wenig Fingerspitzengefühl beweisende Schiedsrichter sprach gegen den reklamierenden Trainer eine Zweiminuten-Strafe aus. Die Folgen sind bekannt: Statt 2:1 für den ZSC hiess es bald 1:2, die Zuger trafen im Powerplay, von diesem Schock erholte sich die labile und unkonzentrierte Zürcher Truppe nicht mehr.
Aber nicht die anderen sind schuld an der Situation des ZSC. Fakt ist: Die Lions spielen kein Playoff-Eishockey. Frust statt Lust lautet die Losung in Zürich Nord. Der einzige Strohhalm, an den sich der «Europa- und Weltmeister» nun klammert, ist die Hoffnung. Wer so denkt, kann schon mal die Badehose in den Koffer packen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.03.2010, 12:51 Uhr
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22 Kommentare
Diese "Langjährige Beobachter" sollten vielleicht ihre Scheuklappen ein bisschen öffnen. Sean Simpson ist kein Lame Duck. Das diese These zutreffen sollte ist eine völlige blöde Analyse. Könnte es auch sein, dass der EVZ im Moment einfach die bessere Manschaft ist ? Antworten
Angfangen hat alles mit der unseligen Idee der Ausländerrotation. Man hätte nach dem Victoria Cup auf Lukas Flüeler als Torhüter Nr.1 setzen und die Blöcke mit sämtlichen ausländischen Feldspielern in möglichst konstanter Zusammensetzung spielen lassen sollen. Sulander hatte doch mit dem Victoria Cup bereits alles gewonnen, was es Mit dem Z nur zu gewinnen gab. Antworten

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