Kung Fu im Eishockey

Dass der Slowene Jeglic für seinen Fusstritt gegen den Hals Rüfenachts nur zwei Spiele gesperrt wurde, ist ein Witz. Das hätte böse ausgehen können.

Glück für Rüfenacht: Der Tritt hatte keine Folgen für den Schweizer. Bild: Twitter

Glück für Rüfenacht: Der Tritt hatte keine Folgen für den Schweizer. Bild: Twitter

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Eine solche Attacke sah man im Eishockey noch nie: Der Slowene Ziga Jeglic trat SCB-Meisterstürmer Thomas Rüfenacht im WM-Auftaktspiel mit dem Schlittschuh gegen den Hals. Dies, als Rüfenacht gegen Ende des Mitteldrittels verwickelt war in einen Infight an der Bande und Jeglic über die Bande kletterte. Das hätte bös ausgehen können. Rüfenacht merkte im ersten Moment gar nicht, dass ein Schlittschuh im Spiel war, blieb unbeschadet. Doch als er die Szene später am Video sah, erschrak er. «Hätte er mich getroffen, würde ich jetzt nicht hier stehen», sagte er 48 Stunden nach dem Vorfall. Er habe danach vor allem an seine Familie gedacht, sagte der zweifache Vater.

Der Internationale Eishockeyverband sperrte Jeglic für seinen Kung-Fu-Tritt nur für zwei Spiele – ein Witz. Rüfenacht sagt klar, er fände es angemessen, wenn der Slowene lebenslänglich von Weltmeisterschaften ausgeschlossen würde. Der Entscheid der Disziplinarkommission ist gemäss den Reglementen der IIHF aber endgültig. Bei der Schweizer Delegation klärt man nun ab, ob man rechtliche Mittel hat.

Wie gravierend es sein kann, wenn eine Schlittschuhkufe den Hals trifft, erlebte man am 15. November 2001 im Hallenstadion: Da traf der Churer Johan Witehall Michel Zeiter unabsichtlich mit dem Schlittschuh am Hals, der ZSC-Center blieb blutüberströmt auf dem Eis liegen. Nur dank dem beherzten Eingreifen von Teamarzt Gery Büsser und einer Notoperation am Zürcher Unispital überlebte Zeiter den Vorfall. Noch heute zeugt bei ihm eine Narbe am Hals von jenem Schreckensmoment. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.05.2017, 15:47 Uhr

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