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Schiesst «El Niño» die Schweiz zu einer WM-Medaille?
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 22.12.2010 5 Kommentare
Video: Youtube
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U-20-WM in Buffalo (USA)
Programm. Gruppe A (in Buffalo). Die Schweizer Spiele. Sonntag, 26. Dezember: Deutschland - Schweiz (18.30 Uhr MEZ). - Dienstag, 28. Dezember: Schweiz - Finnland (18.30). - Donnerstag, 30. Dezember: Schweiz - Slowakei (21.00). - Samstag, 1. Januar: USA - Schweiz (02.00).
Modus. Die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Halbfinals, die Mannschaften auf den Rängen 2 und 3 stehen in den Viertelfinals. Die viert- und fünftklassierten Teams der beiden Gruppen spielen in einer Relegationsrunde gegen den Abstieg, wobei die letzten zwei Teams den Gang in die Division I antreten müssen.
Schweizer Aufgebot. Tor: Benjamin Conz (Langnau), Remo Giovannini (Davos), Lukas Meili (GCK Lions). - Verteidiger: Luca Camperchioli (ZSC Lions), Samuel Guerra (Davos), Romain Loeffel (Fribourg), Dominik Schlumpf (Shawinigan Cataractes/QMJHL), Nicholas Steiner (Kloten), Dave Sutter (Seattle Thunderbirds/WHL), Dario Trutmann (Plymouth Whalers/OHL), Ramon Untersander (Davos). - Stürmer: Benjamin Antonietti (Genève-Servette), Sven Bärtschi (Portland Winterhawks/WHL), Renato Engler (Davos), Gaëtan Haas (Biel), Yannick Herren (Kloten), Gregory Hofmann (Ambri-Piotta), Manuel Holenstein (Davos), Lino Martschini (Petersborough Petes/OHL), Ryan McGregor (GCK Lions), Nino Niederreiter (Portland Winterhawks/WHL), Inti Pestoni (Ambri-Piotta), Reto Schäppi (ZSC Lions), Tristan Scherwey (Bern), Joel Vermin (Bern), Samuel Walser (Kloten). - Bemerkung: Am 24. Dezember wird das Kader auf 23 Spieler reduziert.
Stichworte
Vielleicht kam diese 0:8-Ohrfeige im Test gegen die Alterskollegen aus Kanada gerade zur rechten Zeit. Denn die Schweizer Junioren, an den letzten U-20-Titelkämpfen sensationelle Vierte, werden vor dem ersten WM-Einsatz am 26. Dezember in höchsten Tönen gelobt. Obwohl die prominenten Namen in der Abwehr – mit Ausnahme von Tigers-Goalie Benjamin Conz – fehlen, so traut man der jugendlichen Offensivkraft von Swiss Ice Hockey mehr Power zu. Das gilt primär für Sven Bärtschi und Lino Martschini, die in nordamerikanischen Juniorenligen ihre Sporen abverdienen, aber auch für die NLA-Spieler Gregory Hofmann, Inti Pestoni (beide Ambri) sowie Tristan Scherwey (SC Bern). Und «last but not least» bestreitet da ein gewisser Nino Niederreiter, der robuste Sturmtank aus Chur, die grosse Talentschau.
Letzterer musste zwar in diesem Winter mit der Enttäuschung fertig werden, von der NHL-Organisation New York Islanders nach neun Ernstkämpfen ins Juniorenteam der Portland Winterhawks (Western Hockey League) abgeschoben worden zu sein. Doch der 18-Jährige hat diese Zurückstufung gut verdaut. «Natürlich wäre ich gerne bei den Islanders geblieben. Aber ich glaube, es war die richtige Entscheidung», erklärt Niederreiter wenige Tage vor dem WM-Beginn. «Ich spiele in einem guten Team, wir gewinnen oft. Und ich habe das Gefühl, dass wir in dieser Saison weit kommen», ergänzt der Powerflügel, der bisher je 13 Goals und Assists in 23 Matches für Portland erzielte. «Aber ich hoffe natürlich, dass ich im nächsten Jahr den Durchbruch in der NHL schaffe. Schliesslich will ich eines Tages ein Topskorer werden.» Dazu muss er aber in schlittschuhläuferischer Hinsicht noch Fortschritte erzielen, um noch antrittschneller werden. «Ich arbeite daran und werde in diesem Punkt Tag für Tag besser.»
Nach wie vor die Rolle als «Underdog»
Der endgültige Durchbruch in der NHL wird ihm auch im kommenden Herbst zugetraut, sofern er von schwerwiegenden Blessuren verschont wird. Deshalb will der Bündner auch an dieser U-20-WM für Furore sorgen – ähnlich wie im letzten Jahr. Damals sorgte er im Hockey-Globus für Schlagzeilen, als er mit zwei Treffern im Viertelfinal die favorisierten Russen praktisch im Alleingang aus dem Turnier warf (vgl. Video). Zusammen mit Conz wurde der Teenager ins All-Star-Team der WM gewählt, was nicht nur für die beiden Spieler, sondern auch für das Schweizer Eishockey eine grosse Ehre bedeutete. Die Zuschauer und die Medien gaben dem damals 17-jährigen, wuchtigen Churer den Übernamen «El Niño».
Niederreiter weiss, dass beim Stelldichein der weltbesten Junioren vieles passieren kann. Ein Turnier auf dieser Stufe kann auch in eine negative Entwicklung führen. Die Gruppengegner der Schweizer heissen USA, Finnland, Deutschland und die Slowakei. «Wir sind immer noch Aussenseiter», sagt Niederrreiter, trotz Vorschusslorbeeren und Platz 4 beim letzten Turnier. «Aber eine solche Rolle einzunehmen, ist immer gut.»
Sean Simpson als Berater
Der Teamleader führt auch aus, warum die von Richard Jost gecoachte Mannschaft durchaus für Furore sorgen könnte. «Im letzten Jahr konnten wir auf eine sehr gute Verteidigung und einen phänomenalen Goalie zählen. Dieses Mal verfügen wir über eine gute Anzahl von Stürmern. Ich glaube, dass wir dieses Jahr viel stärker auftreten werden.»
Das würde dann bedeuten, dass der 4. Platz nicht das Ziel aller Träume ist, sondern ein Medaillenrang. Niederreiter ist sich bewusst, dass auf ihm sehr viel Druck lastet. «Ich weiss, dass die Scouts der Islanders und der GM (Garth Snow) ihre Aufwartung machen werden. Ich will allen beweisen, dass ich im nächsten Jahr gut genug für die NHL bin. Also verspüre ich mehr Druck als vor einem Jahr.»
Nicht nur die Beobachter der Islanders sind gespannt, wozu Niederreiter & Co. in Buffalo fähig sind. Zur Erinnerung: Die einzige U-20-WM-Medaille schafften die Schweizer Junioren 1998 in Helsinki, als sie Bronze gewannen. Das ist zwölf Jahre her. Ein ähnlicher Exploit würde der Aufbruchstimmung im Schweizer Eishockey neue Nahrung geben. Sean Simpson, der Boss der A-Nationalmannschaft, wird in den USA vor Ort sein und Jost als Berater unterstützen. Simpson freut sich auf diese Tage. Und er sagt vielsagend: ««Ich war seit 1980, seit ich in Helsinki für die Kanadier spielte, nie mehr an einer U-20-WM. Das wird spannend.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.12.2010, 12:59 Uhr
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5 Kommentare
ah ja.. dann hat ja Russland auch "nur" durch Zufall gegen die kleinen Schweizer verloren ?! Ich kenne Nino persönlich und weiss was er kann. Er ist noch sehr jung und er kann sich bei Portland besser entwickeln als in der NHL ! Seine Zeit wird kommen :) Sei nicht enttäuscht wenn er die Russen nochmals abschiesst :) Antworten
