Toreschiessen statt Windelnwechseln

ZSC-Center und Jungvater Luca Cunti feiert beim 7:2 gegen Ambri ein gelungenes Comeback.

Zurück in Aktion: Luca Cunti (rechts) beim Kantersieg über Ambri.

Zurück in Aktion: Luca Cunti (rechts) beim Kantersieg über Ambri. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Luca Cunti strahlte übers ganze Gesicht. «Ich liebe chinesisches Essen», sagte er, der als «coolster Skorer» des Spiels einen Essensgutschein für ein chinesisches Restaurant erhalten hatte. Aber natürlich war das nicht die Hauptsache. Der 26-Jährige war froh, dass sein Comeback so gut gelaufen war. Er schoss das 2:0 und war als Center zwischen Wick und Bärtschi ein belebendes Element beim Kantersieg über Ambri. Es war, bei all den jungen Gesichtern, die den ZSC in dieser Saison geprägt haben, fast schon eine Retro-Linie, die Coach Marc Crawford da aufs Eis schickte. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass Cunti als Zukunft ­dieses Clubs galt.

Die Pause vielleicht als Segen

Doch es kam nach einer exzellenten Meistersaison 2013/14 anders. Der elegante Spielmacher wurde immer wieder von Verletzungen gebremst. Im November 2014 kugelte er sich die Schulter aus, im Playoff verletzte er sich an den Bauchmuskeln. Und als er in dieser ­Saison gut gestartet war, mit sechs Punkten in den ersten sechs Spielen, erwischte er einen Schlag gegen den Kopf. Fortan wurde er von Nacken- und Kopfschmerzen geplagt, und es war vielleicht sogar ein Segen für ihn, dass er am 20. November im Derby in Kloten mit dem Schlittschuh in ­einer Rille hängenblieb und das Innenband riss. So wurde er zu einer Pause ­gezwungen, konnte er alles auskurieren, was ihn plagte.

Nach knapp zwei Monaten war er ­gegen Ambri nun wieder dabei, noch mit einer Schiene am Knie, und durfte ­danach feststellen: «Es ist alles gut ­gegangen.» Immer, wenn er sich ­gesund gefühlt habe, sei er in den vergangenen zwei Jahren von einer neuen Verletzung heimgesucht worden. «Hoffentlich ist das nun vorbei.» Die jüngste Pause gab Cunti Zeit, sich noch etwas mehr seiner Jungfamilie zu widmen – vor gut vier ­Monaten kam seine Tochter zur Welt. Nun konnte er sich vermehrt seinen ­Vaterpflichten hingeben wie dem Windelnwechseln, das er, wie er betonte, gerne macht.

Mit Cunti und Chris Baltisberger ­haben die ZSC Lions also zwei Stammstürmer zurück, die lange gefehlt hatten. Und weil sich Junge wie Suter oder Herzog etabliert haben, ist die Breite im Angriff nun eindrücklich. Beim 7:2 über Ambri verteilten sich die Tore denn auch über alle vier Linien. Und bis zum Finish war sogar noch die Frage offen, ob Matthews sein obligates Tor schiesse. In der 59. Minute gelang es dem Amerikaner noch, er hat in seinen letzten fünf Spielen stets getroffen. Mit 19 Toren liegt er zusammen mit Conacher und Sprunger an der Spitze der Liga.

Ambris 4. Niederlage in Folge

Wenn diese ZSC Lions in Spiellaune sind und offenes Eis vorfinden, wie gegen Ambri oder jüngst beim 7:0 gegen die SCL Tigers, wird es für ihre Gegner ­unangenehm. Doch gegen disziplinierte, defensiv eingestellte Teams wie Lausanne tun sie sich immer noch schwer. Ambris Widerstand war spätestens nach dem 0:3 gebrochen. Für die Leventiner, die nach dem Trainerwechsel zu Hans Kossmann wie verwandelt aufgetreten waren, war es die vierte Niederlage in Serie. Den Kloten Flyers und dem SC Bern, ihren Konkurrenten am Strich, kann es recht sein.

Kossmann stellte bei seinen Kanadiern Giroux und Emmerton eine gewisse Müdigkeit nach dem Spengler-Cup fest. Vielleicht haben die beiden ihren ­Saisonhöhepunkt ja schon hinter sich. Derweil die ZSC Lions langsam gesunden und beginnen, sich im Hinblick aufs Playoff in Form zu spielen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.01.2016, 19:37 Uhr

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