Der Schweizer Viertelfinal-Einzug ist perfekt

Dank der Schützenhilfe Kanadas hat das Schweizer Eishockey-Nationalteam vorzeitig den Sprung unter die besten acht der WM geschafft.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweiz steht an der Eishockey-WM in Köln und Paris bereits vor dem letzten Gruppenspiel am Dienstag gegen Tschechien als Viertelfinalist fest. Weil Kanada gegen Norwegen mit 5:0 gewann, können die Nordländer die Schweizer in der Tabelle nicht mehr überholen.

In den Viertelfinals treffen die Schweizer auf Russland, Schweden oder die USA. Ob sie für diese Partie am Donnerstag nach Köln reisen müssen oder ob sie in Paris bleiben können, ist noch offen. Nebst Gruppensieger Kanada und den Schweizern qualifizierten sich aus der Gruppe B auch Tschechien und Finnland für die K.o.-Phase.

Der neue Assistent

Damit haben die Schweizer das wichtigste Ziel an diesem Turnier erreicht. Nach dem enttäuschenden 11. Platz an der letztjährigen WM in Moskau ist dieser Erfolg für Nationaltrainer Patrick Fischer, der seit Dezember 2015 im Amt ist, ein Befreiungsschlag.

Fischer und die Verantwortlichen des Verbandes zogen jedoch die richtigen Schlüsse. Mit dem schwedischen Assistenten Tommy Albelin verpflichteten sie einen ausgewiesenen Spezialisten für die Defensive. Das System passten sie dahingehend an, dass die Mannschaft im Vergleich zu Moskau deutlich kompakter spielt. Das zahlt sich in Paris aus.

Der Einzug in die Viertelfinals muss für die Schweiz stets das Ziel an einer WM sein. Das war zuletzt aber alles andere als selbstverständlich, noch mehr seit 2012, seit in der Vorrunde in zwei Achtergruppen gespielt wird. Mit dem neuen Modus schafften die Schweizer erst zum dritten Mal den Sprung in die K.o.-Phase. Zudem steht fest, dass die Schweiz in der Weltrangliste in den Top 8 bleibt.

Furrer gegen Tschechien fraglich

Für die Partie gegen Tschechien am Dienstagnachmittag ist der Einsatz von Philippe Furrer fraglich. Der Verteidiger von Lugano erlitt am Sonntagabend gegen Finnland (2:3 n.V.) zu Beginn des zweiten Drittels eine Verletzung an den unteren Extremitäten. Am Montag wäre ein Einsatz von Furrer nicht möglich gewesen.

Joël Genazzi, der gegen die Finnen nach einem Check ebenfalls kurzzeitig das Eis hatte verlassen müssen, geht es derweil wieder besser. Der Lausanner Verteidiger sollte spielen können.

Den Montag nutzten die Schweizer zu Erholung. Im Training standen einzig Goalie Niklas Schlegel sowie Suri, Thomas Rüfenacht, Fabrice Herzog, Damien Brunner und Dominik Schlumpf auf dem Eis. Von den Trainern war bloss der für die Torhüter zuständige Peter Mettler vor Ort.

Deutschland oder Lettland?

Einen Tag vor dem Abschluss der Gruppenphase ist im Kampf um die Tickets in der K.o.-Phase einzig noch die Entscheidung offen, ob in der Gruppe A Gastgeber Deutschland oder Lettland als viertes Team nach Russland, Schweden und den USA in die Viertelfinals einzieht. Lettland verlor seine zweitletzte Partie gegen Russland 0:5 und verpasste es damit, sich einen Vorteil für das Direktduell am Dienstagabend gegen die Deutschen zu erspielen. Ivars Punnenovs von den SCL Tigers hütete dabei erstmals in einem WM-Spiel das lettische Tor.

Nebst Slowenien muss mit Italien, das seine letzte Partie gegen Dänemark 0:2 verlor, wenig überraschend auch der zweite Aufsteiger sofort wieder den Gang in die B-Gruppe antreten. Die letzte Mannschaft, die den Klassenerhalt schaffte (und sich bis heute in der A-Gruppe hält), war Frankreich im Jahr 2008. Slowenien und Italien werden nächstes Jahr durch Österreich und erstmals Südkorea ersetzt.

Mit einem Sieg nach 60 Minuten hätten die Italiener den Klassenerhalt noch abwenden können. Lange sah es gut aus, in der 58. Minute aber schoss Nichlas Hardt die Dänen im Powerplay in Führung. Ein «Eigentor» von Alexander Egger besiegelte den Wiederabstieg der Italiener. Egger stolperte im Rückwärtsgang beim Versuch, einen Angriff auszulösen. Weil die Italiener den Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, kullerte der Puck über die Linie – die Slapstick-Szene dieser WM.

Emotionaler Abschied

In Paris beendeten Torhüter Cristobal Huet und Captain Laurent Meunier ihre internationalen Karrieren mit dem französischen Nationalteam mit einem 4:1-Sieg gegen Slowenien. Jan Mursak vermieste dem Duo den perfekten Abschied mit dem zwischenzeitlichen 1:3 für die Slowenen in der 45. Minute.

1996 hatte Huet seine erste WM für Frankreich bestritten. 21 Jahre später schenkte Trainer Dave Henderson dem ersten Stanley-Cup-Sieger aus Frankreich einen speziellen Abschied, indem er den Keeper wenige Sekunden vor Spielschluss vorzeitig vom Eis nahm.

Mit Tränen in den Augen liessen sich Huet und Meunier, der zwei Jahre nach Huet sein WM-Debüt gegeben hatte, von den fast 13'000 Fans gebührend verabschieden. Ihre Klub-Karrieren in der Schweiz werden Huet (bei Lausanne) und Meunier (bei La Chaux-de-Fonds) fortsetzen.

A-WM in Paris, Gruppe B:
Kanada - Norwegen 5:0 (2:0, 2:0, 1:0). Frankreich - Slowenien 4:1 (0:0, 2:0, 2:1). – Rangliste: Rangliste: 1. Kanada 6/16 (27:8). 2. Tschechien 6/13 (22:11). 3. Schweiz 6/12 (19:13). 4. Finnland 6/11 (18:17). 5. Frankreich 7/10 (23:19). 6. Norwegen 6/8 (10:15). 7. Weissrussland 6/4 (11:24). 8. Slowenien 7/1 (13:36).).

Kanada - Norwegen 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)
Paris. - 5093 Zuschauer. - SR Gofman/Linde (RUS/SWE), Kaderli/Suchanek (SUI/CZE). - Tore: 18. (17:48) Schenn (Simmonds/Ausschluss Mathis Olimb) 1:0. 19. (18:42) Parayko (MacKinnon, O'Reilly/Ausschluss Mathis Olimb) 2:0. 35. Scheifele (Matheson, Skinner) 3:0. 39. Parayko (MacKinnon, Marner/Ausschluss Roest) 4:0. 58. O'Reilly (Scheifele, MacKinnon/Ausschluss Roest) 5:0. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kanada, 5mal 2 Minuten gegen Norwegen. - Bemerkungen: Norwegen mit Thoresen (ZSC Lions). O'Reilly verschiesst Penalty (2.).

Frankreich - Slowenien 4:1 (0:0, 2:0, 2:1)
Paris. - 12'807 Zuschauer. - SR Iverson/Lemelin (CAN/AUT), Leermakers/Oliver (NED/USA). - Tore: 29. Roussel (Auvitu, Stéphane da Costa/Ausschluss Repe) 1:0. 32. Auvitu (Bellemare, Roussel) 2:0. 45. (44.01) Roussel (Auvitu/Ausschlüsse Ograjensek, Kovacevic) 3:0. 45. (44:25) Mursak (Music, Pintaric/Ausschluss Kovacevic!) 3:1. 59. Roussel (Ausschluss Besch!) 4:1 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Frankreich, 3mal 2 Minuten gegen Slowenien. - Bemerkungen: Frankreich mit Huet (Lausanne), Douay (Genève-Servette), Hecquefeuille und Meunier (beide La Chaux-de-Fonds). Torhüterwechsel Frankreich (59:36 Hardy für Huet).

Gruppe A in Köln
Dänemark - Italien 2:0 (0:0, 0:0, 2:0). Russland - Lettland 5:0 (2:0, 2:0, 1:0). – Rangliste: 1. Russland 6/17 (32:5). 2. USA 6/15 (26:11). 3. Schweden 6/13 (25:11). 4. Lettland 6/9 (11:14). 5. Deutschland 6/9 (16:20). 6. Dänemark 7/7 (13:22). 7. Slowakei 6/4 (10:24). 8. Italien 7/1 (6:32).
(fal/sda)

Erstellt: 15.05.2017, 22:48 Uhr

Artikel zum Thema

So kann die Schweiz schon heute in den Viertelfinal kommen

Heute Abend könnte schon alles klar sein. Welche Teams sonst noch um den Einzug in die K.-o.-Phase bibbern müssen. Mehr...

«Roger, komm bitte!»

Nationalcoach Patrick Fischer lud den Tennis-Maestro an die WM ein. Und er erzählt, wie das Eishockey-Nationalteam auf dessen Gratulation für den Kanada-Sieg reagierte. Mehr...

Trump, Hitler und der Eishockey-Goalie

Thomas Greiss beschert dem deutschen Nationalteam an der WM einen Skandal – mit seinen Social-Media-Aktivitäten. Mehr...

Paid Post

Mit Top-Behandlungen einfach und natürlich zur Sommerfigur

Wir wünschen einen schlanken Sommer! Höchste Zeit, sich selber in Form zu bringen. Die Spezialisten von slim&more unterstützen Sie mit einer kostenlosen Beratung und Figuranalyse am Bellevue Zürich.

Kommentare

Service

Kino

Alle Kinofilme im Überlick

Die Welt in Bildern

Männchen machen für einen Heiligen: Auf den Hinterbeinen bahnen sich Pferd und Reiter ihren Weg durch die Menschenmenge in Ciutadella auf der spanischen Insel Menorca. Das ist Brauch während des San-Juan-Fests – und wer die Brust des Tieres streicheln kann, soll vom Glück gesegnet werden. (23. Juni 2017)
(Bild: Jaime Reina) Mehr...