«Wir waren nicht schlechter als Schweden. Jetzt tut es weh.»

Ein Blick in die Gefühlswelt von Stürmer Damien Brunner nach dem mit 1:3 verlorenen WM-Viertelfinal gegen Schweden.

Enttäuschte Schweizer und Damien Brunner (Nr. 96) mittendrin.

Enttäuschte Schweizer und Damien Brunner (Nr. 96) mittendrin. Bild: Keystone

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Was geht Ihnen durch den Kopf nach diesem verlorenen Viertelfinal?
Die Enttäuschung ist gross. Es war nicht unser bestes Spiel, aber auch nicht unser schlechtestes. Das dritte Tor war ein bisschen ärgerlich. Vielleicht wäre es in den letzten vier Minuten nochmals spannend geworden, wenn das Tor Schlumpfs (zum 2:3) zählt. Schade.

War das mittlere Drittel eines der besten der Schweizer in diesem Turnier?
Ja, da spielten wir gut. Ich hatte das Gefühl, dass wir im zweiten Drittel die Oberhand bekamen. Wir konnten den Puck behalten, etwas kreieren. Aber es ist ärgerlich, dass wir das nicht in ein Tor ummünzen konnten. Und leider bekamen wir ja dann das Tor (zum 1:2).

Was macht es so schwierig, diese Schweden zu schlagen?
Sie waren hinten sehr schnell am Puck, obschon sie grosse Verteidiger haben. Die sind sehr mobil und lösten auch schnell die Gegenstösse aus. Lundqvist liess zwar viele Pucks abprallen, aber die ersten Schüsse wehrte er alle ab.

Oft fehlen den Schweizern in den Viertelfinals die Tore. Woran liegt das?
Das stimmt, ja. Aber diesmal hätten wir genug Chancen gehabt. Nach dem heissen Mittwoch waren die Bedingungen nicht einfach für beide Teams. Ab der zehnten Minute in jedem Drittel wurde es schwer, anständiges Eishockey zu spielen. Die Pucks versprangen die ganze Zeit. Und das machte es umso härter, nach einem Zweitore-Vorsprung zurückzukommen.

Was nehmen Sie mit aus dieser WM?
Die Richtung, die das Schweizer Eishockey einschlägt, ist sicher gut. Wir hatten eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive. Und sehr starke Goalies, die uns in jeder Partie im Spiel hielten. Aber ausser gegen Kanada waren wir in jedem Spiel ebenbürtig. Obschon wir, wie ich las, die kleinste und leichteste Mannschaft hatten. Aber so spielten wir nicht. Das lässt hoffen. Zumal viele junge Spieler eine gute erste WM spielten.

Sie können also trotzdem stolz sein auf die Leistungen in Paris?
Ja, aber die Enttäuschung überwiegt im Moment. Wir glaubten bis zur letzten Minute daran. Die Bank blieb bis zuletzt positiv. Jetzt tut es weh. Wir waren nicht schlechter als Schweden. Die Schweden sind eine super Hockey-Nation, aber wir waren dran, versuchten alles.

Diesmal hatten die Schweden 19 NHL-Cracks dabei, nach Olympia 2018 in Pyeongchang werden sie wohl keine mitnehmen dürfen. Das lässt hoffen, nicht?
Da möchte ich noch keine Prognose wagen. Ich glaube, die NHL-Spieler werden noch den Aufstand proben. Denn es wäre ja schade für unseren Sport, wenn die Besten an Olympia nicht dabei sind. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.05.2017, 00:37 Uhr

Damien Brunner. (Bild: Keystone )

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