Schneller als Ryffel, schneller als Röthlin

Der Genfer Julien Wanders verblüfft: Mit seinem Exploit beim Halbmarathon in Mailand ist er zweitschnellster Europäer in diesem Jahr.

Julien Wanders ist erst 21, aber bereits so schnell wie die besten Schweizer.

Julien Wanders ist erst 21, aber bereits so schnell wie die besten Schweizer. Bild: Keystone

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Er läuft von Rekord zu Rekord, ein Exploit ist für ihn etwa so normal wie Laufschuhe binden: Der Genfer Julien Wanders ist zwar erst 21, aber das riesige Lauftalent gehört jetzt schon zu den Schnellsten der Schweiz je. Am Sonntag gab er in Mailand bei Stramilano sein Debüt auf der Halbmarathon-Distanz, und es war ein brillantes: In 1:01:43 Stunden wurde er Vierter, war der schnellste Europäer, und vor allem: Wanders war um mehr als dreieinhalb Minuten schneller als Viktor Röthlin in diesem Alter, Röthlin, der 2010 Marathon-Europameister wurde.

In der Schweizer Bestenliste hat sich Wanders mit nur einem Rennen über die 21,1-km-Distanz auf Rang 3 hinter dem zurzeit verletzten Halbmarathon-Europameister Tadesse Abraham (1:00:40) und Stéphane Schweickhardt gehievt.

Nun die WM-Qualifikation über 5000 m

Im Interview mit dem Westschweizer Leichtathletik-Portal Athle.ch erzählt Wanders, wie gut er sich nach 14 km noch gefühlt habe, «wie ich da sogar daran dachte, Schweizer Rekord laufen zu können». Daraus wurde nichts – verständlicherweise. Denn Wanders hatte die ersten 10 km in horrendem Tempo und in 28:36 Minuten zurückgelegt, einer Zeit, die nur wenige Sekunden über seinem Schweizer Rekord liegt. Diesen war er im Dezember in einem Pariser Vorort gelaufen und hatte damit die 30 Jahre alte Marke von Markus Ryffel um drei Sekunden unterboten.

Wanders war direkt von Kenia nach Mailand gereist, zum wiederholten Mal hat er in der ostafrikanischen Höhenlage drei Monate trainiert und sich die Grundlage für das nächste grosse Ziel erschaffen: Wanders will sich für die WM im Sommer in London qualifizieren, nachdem er letztes Jahr EM und Olympia wegen Achillessehnenproblemen verpasst hatte.

Dass die WM-Qualifikationshürde für die 5000 m hoch ist, weiss er. Seine Bestzeit liegt bei 13:50 Minuten, gefordert sind 13:22. Das ist eine Zeit, die letztmals 2004 von einem Schweizer gelaufen wurde. Der Schweizer Rekord liegt bei 13:07, gelaufen von Markus Ryffel bei seinem Olympiasilbergewinn 1984 in Los Angeles. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2017, 10:56 Uhr

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