Sport
Die trümmerreiche Formel-1-Schlacht von Spa
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 02.09.2012
Grosjean für nächstes Rennen gesperrt
Romain Grosjean wird für seine unüberlegte Aktion in Belgien hart bestraft. Er ist für das nächste Rennen, den Grand Prix von Italien am kommenden Sonntag in Monza, gesperrt und muss ausserdem 50'000 Euro Busse bezahlen. Der Romand ist ein Wiederholungstäter. In diesem Jahr wurde er schon zum fünften Mal als Verursacher eines Zwischenfalls ausgemacht. Schon in den Rennen von Malaysia, Spanien, Monaco und Grossbritannien war er negativ aufgefallen. Die Stewards liessen in ihren Entscheid zudem die Fakten einfliessen, dass Grosjeans Tat Verletzte zur Folge hätte haben können und dass er mit Alonso und Hamilton zwei in den Titelkampf involvierte Konkurrenten eliminiert hatte.
Der Lotus-Rennstall akzeptiert die Sanktionen. Noch nicht entschieden ist, wer Grosjean in Monza ersetzen wird. Erster Anwärter auf das Cockpit ist der belgische Ersatzfahrer Jérôme D'Ambrosio. Als weiterer Kandidat wird der nach der vergangenen Saison bei Toro Rosso ausgemusterte Waadtländer Sébastien Buemi gehandelt.
Neben Grosjean wurde auch Pastor Maldonado aus dem Team Williams nach dem Grand Prix von Belgien bestraft, und zwar gleich wegen zwei Vergehen. Der Venezolaner wird in der Startaufstellung für den Grand Prix von Italien um zehn Plätze zurückgestuft; je fünf Positionen wegen eines Frühstarts und wegen einer Kollision mit dem Deutschen Timo Glock im Marussia. (si)
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Formel 1: GP Spanien
| Name | Team | Zeit | |
|---|---|---|---|
| 1. | Fernando Alonso | Ferrari | 1:39:16.596 |
| 2. | Kimi Raikkonen | Lotus | +9.300 |
| 3. | Felipe Massa | Ferrari | +26.000 |
| 4. | Sebastian Vettel | Red Bull | +38.200 |
| 5. | Mark Webber | Red Bull | +47.900 |
| 6. | Nico Rosberg | Mercedes | +1:08.000 |
| 7. | Paul di Resta | Force India | +1:08.900 |
| 8. | Jenson Button | McLaren | +1:19.500 |
| 9. | Sergio Perez | McLaren | +1:21.700 |
| 10. | Daniel Ricciardo | Toro Rosso | + 1 Runde |
| Mehr... | |||
Formel 1: WM-Stand Fahrer
| Name | Team | P | |
|---|---|---|---|
| 1. | Sebastian Vettel | Red Bull | 89 |
| 2. | Kimi Raikkonen | Lotus | 85 |
| 3. | Fernando Alonso | Ferrari | 72 |
| 4. | Lewis Hamilton | Mercedes | 50 |
| 5. | Felipe Massa | Ferrari | 45 |
| 6. | Mark Webber | Red Bull | 42 |
| 7. | Paul di Resta | Force India | 26 |
| 8. | Romain Grosjean | Lotus | 26 |
| 9. | Nico Rosberg | Mercedes | 22 |
| 10. | Jenson Button | McLaren | 17 |
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Die Startplätze 2 für Kamui Kobayashi und 4 für Sergio Pérez weckten am Samstag grosse Hoffnungen beim Schweizer Sauber-Rennstall. Der Traum von einem Podest mit zwei Sauber-Piloten lag aber schon wenige Sekunden nach dem Start im wahrsten Sinn des Wortes in Trümmern. Pérez blieb mit einem schwer ramponierten Auto auf der Strecke, Kobayashi musste an die Box und war in der Folge chancenlos.
Schuld am Elend der beiden war ausgerechnet ein Mann mit Schweizer Pass: Romain Grosjean im Lotus, der wegen seiner aggressiven Fahrweise schon wiederholt in der Kritik stand, kollidierte zunächst mit dem McLaren von Lewis Hamilton, um dann über das Sauber-Duo und Fernando Alonso im Ferrari hinweg durch die Luft zu segeln.
Hamilton, der wie Alonso das Rennen aufgeben musste, war ausser sich vor Ärger, als er aus seinem Boliden kletterte. Wild fluchend zeigte er dem mit einer französischen Lizenz fahrenden Genfer Grosjean den Vogel. Alonso, dessen Helm Grosjean nur um Zentimeter verfehlt hatte, schlich benommen von dannen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Lotus ihn am Kopf getroffen hätte.
«... und dann hat es geknallt»
«Ich hatte einen sehr guten Start und dann hat es geknallt. Es ist schwierig zu sagen, was wirklich passiert ist», sagte Grosjean in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem TV-Sender Sky. «Ich habe für Kurve 1 gebremst und dann hat mich plötzlich ein anderer Fahrer mit einem grossen Knall getroffen. Ich konnte nichts machen», sagte der tief enttäuschte Sauber-Pilot Pérez. Er hoffe, dass Grosjean für die Aktion nicht ungestraft davonkommen werde.
Nach einer ausgedehnten Safety-Car-Phase ging das Rennen mit einem fliegenden Start von vorne los und entwickelte sich zu einem Monolog von Jenson Button, der den zweiten McLaren souverän zum Sieg steuerte. Für den britischen Ex-Weltmeister war es der 14. Triumph im 220. Grand Prix. Platz 2 sicherte sich Weltmeister Sebastian Vettel, der mit dem Red Bull am Samstag den Sprung ins Top-10-Finale verpasst hatte, nun aber der grosse Profiteur des Startunfalls war. Lotus-Pilot Kimi Räikkönen komplettierte das Podest als Dritter, Vierter wurde Nico Hülkenberg im Force India. Der unglückliche Sauber-Fahrer Kobayashi kam als Dreizehnter ins Ziel.
In der WM-Wertung ist Titelverteidiger Vettel plötzlich wieder an Alonso dran. Der Rückstand des Deutschen beträgt nur noch 24 Zähler. Das entspricht in etwa einem GP-Sieg, für den es 25 Punkte gibt. «Es war ein verrücktes Rennen, zum Glück hatten wir nach dem chaotischen Anfang die richtige Strategie», bilanzierte Vettel. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.09.2012, 13:25 Uhr
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