Sport
Furchtbaren Unfall unverletzt überstanden
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 16.03.2010
Schon vor dem Rennen hatte es bei den Fahrern grossen Unmut über die Strecke gegeben. Die Piste war überaus schmutzig, und als das Feld Richtung erster Kurve raste, entstand eine riesige Staubwolke. Damit war die Sicht eingeschränkt und der Bremsweg deutlich länger. In der natürlich folgenden Kettenreaktion räuberte weiter hinten im Feld Mario Moraes, scheinbar ohne eine grosse Bremswirkung zu erleben, innen auf Kurve eins zu, wo sich der wesentlich langsamere Marco Andretti befand.
«Beim Start war es extrem staubig und vor mir bremsten die Piloten recht früh vor Turn 1», schilderte Moraes den Unfallhergang. «Als ich das bemerkt hatte, befand ich mich nur noch 500 Meter vor dem Kurveneingang. Ich stieg in die Eisen und verlor mein Heck. Ich traf ein anderes Auto und mein Rennen war zu Ende.» Die Auswirkungen waren indes gravierender. Moraes’ Bolide stieg hoch und kam schräg auf Andrettis Cockpit zu liegen. Eine grosse Schrecksekunde, denn das Sicherheitspersonal brauchte über zehn Minuten, um den 23-jährigen Amerikaner aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Starkes Debüt der Schweizerin im Chaosrennen
Passiert ist Andretti glücklicherweise nichts. Der Enkel von Mario Andretti und der Sohn von Michael Andretti hatte schnell den Schuldigen ausgemacht: «Natürlich war es staubig. Aber es ist eine Sache des gesunden Menschenverstandes, dass man eben nicht voll im Gas bleibt, wenn man nicht einmal das Auto direkt vor einem sehen kann.» Es war auch nicht die erste Kollision zwischen Moraes und Andretti. Zum ersten Mal rasselten die beiden IndyCar-Piloten im Mai 2009 in der ersten Runde beim Indy 500 aneinander.
Der schweizerisch-italienischen Doppelbürgerin Simona de Silvestro (21) gelang beim Chaosrennen, das neben der Startkollision von Verbremsern, Drehern und zu Rennmitte von einem brasilianischen Wolkenbruch geprägt war, ein guter Einstand in der IndyCar-Meisterschaft. Die in Thun geborenen Pilotin führte das Saison-Eröffnungsrennen in São Paulo sogar vier Runden lang an, bevor technische Probleme sie zurückwarfen. Letztlich beendete die für das HVM-Team fahrende Pilotin das Rennen im 16. Rang.
«Ich bin zufrieden mit meinem ersten Einsatz. Ich denke, mit etwas mehr Glück hätte ich in die Top 10 kommen können», analysierte die Schweizerin. «Mein Ziel war aber angesichts der chaotischen Bedingungen sowieso, einfach das Rennen zu beenden. Nun weiss ich, woran ich vor dem nächsten Einsatz arbeiten muss.» In zwei Wochen steht der zweite Meisterschaftslauf in St. Petersburg, Florida auf dem Programm. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.03.2010, 13:16 Uhr








