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Peter Sauber: «Zum Glück siegt nicht immer die Vernunft»

Von Roman Eberle. Aktualisiert am 23.07.2010 1 Kommentar

Sauber Motorsport wird 40 Jahre alt. Besitzer Peter Sauber erlebte in dieser Zeit schöne und weniger angenehme Momente.

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Der letzte Wurf aus Hinwil und München: Die Formel-1-Bolide für die laufende Saison. Nach vielen erfolgreichen Modellen ein Fehlschlag; das Auto erwies sich nicht als konkurrenzfähig.
Bild: Keystone

   

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Die Meilensteine von Sauber

Bisher ein Formel-1-Sieg

1970: Gründung der PP Sauber AG zum Bau von Rennsportwagen; Peter Sauber wird Schweizer Meister im Sauber C1.

1976: Gesamtsieg in der damals prestigeträchtigen Interserie durch Herbert Müller in einem C5.

1981: Einstieg in die Sportwagen-WM.

1986: Sieg eines C8 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.

1989: Doppelsieg mit den C9 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans; Gewinn der Sportwagen-WM (Fahrer und Teams).

1990: Gewinn der Sportwagen-WM (Fahrer und Teams); Gründung des Junior-Teams mit Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen.

März 1993: Einstieg in die Formel 1 beim Grand Prix von Südafrika in Kyalami mit Platz 5 für JJ Lehto im C12.

September 1995: Erster Podestplatz (3.) in der Formel 1 durch Heinz-Harald Frentzen beim GP von Italien.

Januar 2006: Übernahme der Mehrheit am Sauber-Team durch BMW; Peter Sauber wird beim neuen BMW Sauber Team Berater; Wahl Saubers zum «Schweizer des Jahres 2005».

2007: 2. Platz in der Konstrukteurs-WM der Formel 1.

Juni 2008: Erster und bislang einziger Sieg in der Formel 1 durch Robert Kubica beim GP von Kanada.

November 2009: Rückkauf des Teams durch Peter Sauber nach dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1.

Stichworte

In Valencia und Silverstone hatte Peter Sauber zuletzt dank 14 gewonnenen WM-Punkten Grund zu grosser Freude. Feierlichkeiten gibt es rund um sein Team auch an diesem Wochenende. Anlässlich des Grand Prix von Deutschland in Hockenheim begeht Sauber Motorsport sein 40-jähriges Bestehen. Dass Sauber bereits vier Jahrzehnte im Motorsportbusiness tätig ist, hat vor allem mit Zufall, ausgeprägtem Durchhaltewillen sowie Geschick zu tun.

1970, nach gelegentlichen Hobbyeinsätzen auf einem VW-Käfer und damit verbundenen Bastelarbeiten am Auto, entschied Peter Sauber, sich mit dem Bau von Rennsportwagen als selbstständiger Unternehmer zu versuchen. Im Keller des Elternhauses in Zürich baute der damals 26-Jährige zusammen mit einem Kollegen den Sauber C1. «Das Auto war der Konkurrenz klar überlegen, weshalb ich 1970 die Schweizer Meisterschaft für Rennsportwagen gewinnen konnte», sagt Sauber. Als Typenbezeichnung wählte er schon damals den ersten Buchstaben des Vornamens seiner Frau Christiane. «Hätten wir unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprüft, ob es sinnvoll ist, in der Schweiz Rennsportwagen zu bauen, dann hätte die Antwort nur nein' lauten können. Aber zum Glück siegt ja nicht immer die Vernunft», ist Sauber heute rückblickend der Ansicht.

Wegbereiter für Mercedes

1982 erhielt er von einem Schweizer Kunststoffunternehmen den Auftrag, ein Fahrzeug für die Sportwagen-WM zu bauen. In dieser Zeit entstand der Kontakt zu Ingenieuren bei Mercedes. Es war dies der Anfang einer mehrjährigen Zusammenarbeit. Ab 1985 verwendete Sauber Mercedes-Motoren, drei Jahre später war Sauber offizielles Werksteam des Stuttgarter Autobauers. 1989, als nicht nur die Sportwagen-WM für Fahrer und Teams gewonnen wurde, sondern auch ein Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans gefeiert werden konnte, gilt als Höhepunkt dieser Partnerschaft. In diese Zeit fiel zudem die Gründung des Junior-Teams, für welches ein gewisser Michael Schumacher zusammen mit Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen einen Vertrag erhielt. Sein Gespür für Talente stellte Sauber auch in den Jahren danach immer wieder unter Beweis. So sassen beispielsweise Kimi Räikkönen, Felipe Massa oder Sebastian Vettel am Anfang ihrer Karriere in einem Sauber-Cockpit.

Obschon sich Mercedes später gegen einen werksseitigen Einstieg in die Formel 1 entschied, wagte Peter Sauber den Sprung ins Haifischbecken. Am 14.März 1993 nahmen beim Grand Prix von Südafrika in Kyalami erstmals zwei Sauber-Boliden in der Königsklasse des Motorsports Aufstellung. Mit dem 5.Platz des Finnen JJ Lehto verlief das Debüt äusserst erfolgreich.

Ruhestand von kurzer Dauer

Zehn Jahre später suchte der unterdessen 60-jährige Zürcher nach einem Weg, sein Lebenswerk in gute Hände zu übergeben. Im Juni 2005 verkündete BMW die Übernahme von Mehrheitsanteilen am Sauber-Team. Das dritte Jahr des neuen Rennstalls, für den Peter Sauber nun in beratender Funktion tätig war, wurde zum erfolgreichsten: Der 2001 begonnene Bau eines Hightechzentrums in Hinwil wurde abgeschlossen, und beim Grand Prix von Kanada in Montreal resultierte der einzige Formel-1-Sieg: Robert Kubica gewann vor Teamkollege Nick Heidfeld.

Ende Juli 2009 wurde Peter Sauber jedoch jäh aus seinem «Ruhestand» gerissen. BMW verkündete überraschend seinen Ausstieg aus der Königsklasse. Mit dem Rückkauf des Teams rettete der «Schweizer des Jahres 2005» rund 260 Jobs in Hinwil sowie 150 Arbeitsstellen bei Zulieferern – und der Schweiz «ihr» Formel-1-Team. Dass er das 40-Jahr-Jubiläum seines Unternehmens am Kommandopult in der Formel 1 erlebt, entspricht zwar überhaupt nicht seinen Wunschvorstellungen. Anders als 1970 siegte bei Peter Sauber jedoch die Vernunft: «Hätte ich das Team nicht zurückgekauft, würde es nicht mehr existieren.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.07.2010, 10:19 Uhr

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1 Kommentar

Carl Bereuter

23.07.2010, 13:07 Uhr
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Warum sich aktuell kein Schweizer Unternehmen findet, welches das Team unterstützt ist mir rätselhaft. Warum kein Sponsoring von Schweiz Tourismus - das wäre doch eine Möglichkeit, um die Marke Schweiz international zu positionieren! Ich wünsche Herrn Sauber weiterhin viel Erfolg! Antworten



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