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Sauber-Kauf: «Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen»

Selbst bei BMW heisst es inzwischen, dass der Verkauf des Formel-1-Teams an Qadbak noch nicht unter Dach und Fach sei.

Unklare Zukunft: Im Bild der BMW-Sauber von Robert Kubica, der nächste Saison für Renault fahren wird.

Unklare Zukunft: Im Bild der BMW-Sauber von Robert Kubica, der nächste Saison für Renault fahren wird.
Bild: Keystone

«Sauber: Eine weitere Lüge ist entlarvt», titelt die «SonntagsZeitung» in der aktuellen Ausgabe und berichtet über Ungereimtheiten bezüglich des mysteriösen Investors Qadbak, der in den britischen Jungferninseln registriert ist.

Bereits vor einer Woche hatte Oswald Grübel, UBS-Chef und Verwaltungsrat von BMW Sauber, lediglich von einem «möglichen Verkauf» des Rennstalls gesprochen. Nun sagte BMW-Sprecher Michael Rebstock gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Der Verkauf des Formel-1-Teams ist an verschiedene Bedingungen geknüpft. Dazu zählt zum Beispiel die Erteilung der Startlizenz durch den internationalen Automobilverband Fia.» Derzeit ist noch mehr als fraglich, ob das Sauber-Team diese erhalten wird. Vor einer Woche hatte die Teamvereinigung Fota in Suzuka ihre Zustimmung für einen garantierten 14. Team-Startplatz jedenfalls noch verweigert.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen glaubt jedoch, dass ohnehin nicht alle bislang gemeldeten Teams 2010 auch wirklich beim Saisonauftakt auftauchen werden. «Es geht eigentlich jeder davon aus, dass im nächsten Jahr nicht 14 Teams am Start stehen.»

Angeblicher Investor dementiert

Investor Qadbak, der auch den englischen Fussball-Traditionsverein und Viertligisten Notts County alimentiert und dort den ehemaligen englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson installiert hat, war an die Öffentlichkeit getreten und hatte die Familien Shafi und Hyat als Investoren genannt. Dabei wurde ein gewisser Anwar Shafi zitiert. «Ich kann bestätigen, dass unsere Familien signifikante Anteile an Qadbak besitzen und sehr zufrieden mit den breit gefächerten Investments sind, die wir getätigt haben», so Shafi im Statement auf der Internetseite von Notts County. «Wir sind aber ein privates Unternehmen und wollen uns nicht weiter äussern.»

Am letzten Mittwoch behauptete Anwar Shafi, ein Kleinunternehmer für Pflastersteine in Islamabad, dann jedoch gegenüber der englischen Zeitung «Guardian»: «Diese Aussage stammt nicht von mir, ich habe kein Investment irgendeiner Art in Qadbak.» Er habe ein Angebot von Qadbak, Botschafter oder Sprecher des Investors zu werden, abgelehnt. Notts County gab dazu keinen Kommentar ab, liess aber im Namen der Familien Hyat/Shafi verlauten, dass diese es verurteilten, «dass der Wunsch auf Diskretion als Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen, interpretiert» werde.

Nicht die ersten Ungereimtheiten

Es ist nicht das erste Mal, dass im Zusammenhang mit angeblichen Qadbak-Investoren Ungereimtheiten auftauchten. Davor hatte bereits der frühere pakistanische Premierminister Moeen Qureshi dementiert, einer der Qadbak-Investoren zu sein.

Englische Medien hatten zudem berichtet, dass die Qadbak-Vertreter Russell King und Nathan Willett nicht sauber seien. Die Behörden ermitteln gegen eine Firma auf der Insel Jersey, in der die beiden Qadbak-Leute Funktionen innehatten, wegen Betrugs. Dabei wurden Vermögenswerte von umgerechnet rund 3 Millionen Franken von Gerichten auf der Kanalinsel eingefroren. King war ausserdem in den 90er-Jahren im Gefängnis gesessen, nachdem er seinen 600’000 Pfund teuren Aston Martin versteckt und der Versicherung als gestohlen gemeldet hatte.

Es bleibt zu hoffen, dass es sich bei Qadbak nur um diskrete Investoren aus dem mittleren Osten und nicht um ein Märchen aus tausend und einer Nacht wie beim betrügerischen GC-Wäre-gern-Investor Volker Eckel handelt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2009, 13:09 Uhr

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