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«So will ich nicht Weltmeister werden»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 30.07.2010
Sieht so Harmonie aus? Ferrari-Teamchef Domenicali, Stallorder-Opfer Massa. (Bild: Keystone )
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Die Formel 1 dreht sich auch zwei Tage vor dem Ungarn-Grand-Prix noch um die Ferrari-Stallorder von Hockenheim. Felipe Massa mühte sich nach Kräften, seine Rolle als Nummer 2 hinter Fernando Alonso zu dementieren. «Wenn ich akzeptiere, dass ich die Nummer 2 bin, fahre ich keine Rennen mehr», so der Brasilianer. Auf die Frage, wie er am Sonntag auf einen erneuten Bremsbefehl reagieren würde, sagte er nur: «Ich werde gewinnen.»
Massa mag sich tatsächlich nicht als Alonsos Sekundant sehen, sein Arbeitgeber Ferrari dürfte die Situation aber ganz anders einschätzen. Massa liegt in der WM-Wertung aussichtslose 72 Zähler hinter Leader Lewis Hamilton (McLaren), Alonso nur deren 34. Selbst Massas Vater Luiz Antonio räumt ein, dass es sinnvoll sei, sich dem Team unterzuordnen. «Wie jeder gute Angestellte musste auch Felipe seinem Boss gehorchen. Es gibt eben Hierarchien», wird er von italienischen Medien zitiert.
Alonso will Affäre abhaken
Rubens Barrichello, wie Massa Brasilianer und bei Ferrari jahrelang Michael Schumachers Bediensteter, findet die offensichtliche Bevorzugung Alonsos unmöglich. «Felipe ist ein Freund und ich hätte ihm gewünscht, dass er diese Erfahrung nicht machen muss. Er fühlt sich jetzt genau so, wie ich mich viele Male gefühlt habe. Es tut mir sehr leid für ihn», erklärte der Williams-Pilot.
Sollte Alonso tatsächlich noch Weltmeister werden, würde ihm Barrichello wohl als Letzter gratulieren: Er hat eine anderere Auffassung von Fairness und Motorsport als der Spanier mit dem wenig schmeichelhaften Übernamen «Skandalonso». «Wenn ich ein böser Bube sein muss, um Weltmeister zu werden, dann verzichte ich lieber auf den Titel. So will ich nicht Weltmeister werden. So hat mich mein Vater erzogen, und so erziehe ich meine Jungs. Damit bin ich glücklich», erklärte Barrichello.
Alonso selbst will nicht mehr über Hockenheim sprechen: «Diese ganzen Diskussionen liegen in der Vergangenheit, es gibt nichts mehr hinzuzufügen. Wir haben bereits in Deutschland alles gesagt.» Die Chancen stehen gut, dass die Affäre mit der 100'000-Dollar-Strafe für Ferrari und Alonso tatsächlich gegessen sein wird. FIA-Vizepräsident Carlos Gracia erklärte gegenüber der Sportzeitung «AS» jedenfalls, dass er von der Weltratssitzung im September kein revolutionäres Urteil erwarte. «Dort wird nichts passieren. Das Vergehen wurde bereits geahndet. Man kann nicht zweimal für den gleichen Fehler bestraft werden», so Garcia. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.07.2010, 11:07 Uhr








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