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Vettel droht die Degradierung zum Diener
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 10.09.2010
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Unmittelbar vor dem Grand-Prix-Wochenende in Monza hat der Automobil-Weltverband FIA entschieden, dass Ferrari trotz einer verbotenen Stallorder in Hockenheim die dort errungenen WM-Punkte behalten darf und nur 100'000 Dollar Strafe bezahlen muss. Für die Konkurrenz ist dies ein Ärgernis – und eine Einladung zum Schummeln.
Red-Bull-Teamchef Christian Horner betont zwar, dass es in seinem Rennstall keine Befehle an die Fahrer geben werde, ganz glaubhaft klingt dies aber nicht mehr – bei allem Respekt für den untadeligen Sportsgeist, den er bislang an den Tag gelegt hat.
«Es geht vor allem um Konstanz»
Horner lässt nämlich unfreiwillig durchblicken, dass er Mark Webber (2./179 Punkte) im Titelrennen gegen WM-Leader Lewis Hamilton (McLaren/182 Punkte) grössere Chancen einräumt als der etatmässigen Nummer 1 Sebastian Vettel (3./151 Punkte). «Mark Webber ist in einer fantastischen Situation. Er hat sich durch seine Konstanz in diese gute Ausgangslage gebracht», lobt Horner den Australier. «Und im Titelkampf», fügt er wenig später an, «geht es vor allem um Konstanz.»
Vettel, der ausser Konstanz und Besonnenheit eigentlich alle Qualitäten besitzt und deshalb früher oder später Weltmeister werden wird, kann sich nur mit einem Sieg in Monza aus der Rolle des Edelhelfers befreien. Gewinnt aber Webber, könnte dieser bei einem neuerlichen Vettel-Ausfall seinen Vorsprung auf 53 Zähler ausbauen.
«Wenn er hier wieder nicht siegt, und es dann für mich um die WM geht, erwarte ich, dass Sebastian mich unterstützt», bringt Webber den Sachverhalt auf den Punkt. Dass Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz und sein mächtiger Berater Helmut Marko den 23-jährigen Vettel dem 34-jährigen Webber vorziehen, ist kein Geheimnis, Webber ist ihnen als Weltmeister aber allemal lieber als Hamilton, denn der sitzt auch noch im falschen Auto. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.09.2010, 10:52 Uhr

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