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Wenn Ferrari befiehlt, gehorcht die FIA
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 27.07.2010
Surer fordert Punktabzug
Der Schweizer Formel-1-Experte Marc Surer hat die FIA aufgefordert, hart gegen Ferrari durchzugreifen: «Denn wenn man weiss, dass eine Teamorder nur 100'000 Dollar kostet, dann nimmt man den Scheck zum nächsten Rennen gleich mit.» Surer äusserte gegenüber Servus TV zudem die Befürchtung, dass ein milder Umgang mit Ferrari die Konkurrenten Red Bull und McLaren zu ähnlichen Tricksereien ermutigen könnte.
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Schon am voraussichtlichen Termin der Strafverhandlung gegen Ferrari lässt sich ablesen, dass der Automobil-Weltverband FIA kein Interesse an einem drakonischen Vorgehen hat. Der FIA-Weltrat wird nämlich wohl erst am 10. September wieder zusammenkommen – und bis dahin dürfte schon genügend Gras über das skandalöse Treiben beim Deutschland-Grand-Prix gewachsen sein.
Am 12. September steht in Monza der GP von Italien auf dem Programm, es wäre naiv anzunehmen, dass sich FIA-Chef Jean Todt dort von den Anhängern der Scuderia für einen harten Entscheid auspfeifen lassen will. Der späte Termin ermöglicht es dem von Todt präsidierten Weltrat zudem, auf die weitere Entwicklung in der WM zu reagieren: Ist Fernando Alonso bis dahin ohnehin aus dem Titelrennen, wäre ein Punktabzug gegen den Spanier weit weniger unpopulär und viel eher im Bereich des Möglichen.
Der Sohn des FIA-Chefs ist Manager von Ferrari-Pilot Massa
Dass FIA-Chef Todt während 15 Jahren als Teamchef auf der Lohnliste von Ferrari stand, darf einen zumindest ein wenig stutzig machen, dass sein Sohn Nicolas der Manager von Ferrari-Pilot Felipe Massa ist, verstärkt diesen Eindruck. Todt senior lieferte darüber hinaus in seiner Funktion als Ferraris Boxengeneral den Anlass für das Verbot der Stallorder. «Rubens, let Michael pass for the championship», funkte er seinem Nummer-2-Piloten Barrichello 2002 in Österreich zu. Der bremste kurz vor dem Ziel, damit Schumacher vorbeiziehen und den Titel perfekt machen konnte.
Im letzten Jahr war Ferrari-Chef Luca Di Montezemolo die treibende Kraft bei der Entmachtung des langjährigen FIA-Präsidenten Max Mosley. Mosley hatte sich für eine Begrenzung der Budgets eingesetzt, um neuen Teams den Einstieg in die Formel 1 zu erleichtern. Di Montezemolo tobte daraufhin vor Wut und drohte mit dem Rückzug der Scuderia aus der Königsklasse. Er berief sich dabei auf ein Vetorecht aus dem Jahr 2005. Schon dieses belegt, wie abhängig die Formel 1 vom Mythos Ferrari geworden ist. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.07.2010, 14:00 Uhr

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