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Armstrong gibt auf
Aktualisiert am 24.08.2012 157 Kommentare
Die belasteten Erben
Können Doper einen Doper beerben? Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass Lance Armstrong die sieben Siege in der Tour de France aberkannt und an seiner Stelle die jeweiligen Zweiten zu Siegern proklamiert werden, hätte dies aus der heutigen Sicht einen faden Beigeschmack. Denn alle diese Tour-Zweiten - Alex Zülle 1999, Jan Ullrich 2000/2001/2003, Joseba Beloki 2002, Andreas Klöden 2004 und Ivan Basso 2005 - waren notorische Dopingsünder.
Zülle war an der Tour de France 1998 in den Skandal um das Team Festina involviert, gab Doping zu und wurde später gesperrt. Ullrich, der Spanier Beloki und der Italiener Basso waren nachgewiesenermassen treue Kunden des spanischen Dopingarztes und -händlers Eufemiano Fuentes. Der Deutsche Klöden hat wie Basso Doping bis heute bestritten - trotz erdrückender Beweise. (si)
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Der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong hat überraschend angekündigt, nicht länger gegen die Vorwürfe der US-Anti-Doping-Agentur (Usada) vorzugehen. Das Verfahren habe ihn und seine Familie zu sehr belastet, so der Texaner. Armstrong war erst am Montag mit einer Klage gegen die Usada gescheitert und musste einen öffentlichen Dopingprozess fürchten. Für John Fahey, den Präsidenten der Anti-Doping-Weltorganisation (Wada) kommt die Kapitulation einem Geständnis gleich: «Er hatte das Recht, die Anschuldigungen anzufechten. Er hat sich dazu entschlossen, das nicht zu tun.»
Ein Gericht in seiner Heimatstadt Austin hatte die Ermittlungen der Usada gegen Armstrong, dem jahrelanges Doping und der Handel mit illegalen Substanzen angelastet wird, für rechtens erklärt. Der Texaner, der die Verwendung verbotener Substanzen stets bestritt und seine Gegner wiederholt harsch angriff, musste sich entscheiden: Entweder er geht gegen die Vorwürfe vor und bringt damit eine Verhandlung vor einem Schiedsgericht auf den Weg – oder er akzeptiert eine lebenslange Sperre und die Aberkennung aller seiner Siege.
«Es kommt der Moment, da sagt man sich, es reicht», schreibt Armstrong in einem Statement. «Diesen Punkt habe ich nun erreicht. Ich habe mich seit 1999 mit Betrugsvorwürfen herumschlagen müssen.» Der 40-Jährige, inzwischen nur noch als Triathlet aktiv, steht damit vor dem Verlust seiner gesamten Erfolge – und vor einer lebenslangen Sperre.
Die Vorwürfe des Weggefährten Hamilton
Offiziell ist Armstrong in seiner Karriere nie positiv getestet worden, ehemalige Weggefährten belasteten ihn aber stark. Unter anderem erklärte der frühere Phonak-Captain Tyler Hamilton, seines Zeichens ein überführter Dopingsünder, Ende Mai gegenüber dem TV-Sender CBS, es habe 2001 an der Tour de Suisse einen positiven Dopingtest auf Epo gegeben. Armstrong habe ihm das selbst erzählt.
CBS berichtete zudem, dass das Schweizer Dopinglabor in Lausanne, das Armstrongs Probe damals analysierte, diese als verdächtig eingestuft haben soll. Anschliessend habe ein Vertreter des Weltverbandes UCI darum gebeten, den verdächtigen Test nicht mehr weiter zu verfolgen. Dies habe der Direktor des Labors dem FBI in einer eidesstattlichen Erklärung versichert.
Erbt Ullrich drei Tour-Kronen?
Von 1999 bis 2005 hatte Armstrong siebenmal in Serie die Tour de France gewonnen. Der Deutsche Jan Ullrich war in den Jahren 2000, 2001 und 2003 auf Platz 2 des wichtigsten Radrennens der Welt gefahren. Ob Ullrich bei einer Aberkennung der Titel nachträglich zum Sieger ernannt werden würde, ist aber offen.
Armstrong teilte mit, dass er sich künftig nur noch um die Arbeit seiner Stiftung, dem Kampf gegen Krebserkrankungen und um seine Familie kümmern wolle. «Nach vorne blickend werde ich mich um die Erziehung meiner fünf wunderbaren Kinder und den Kampf gegen Krebs widmen und versuchen, der fitteste 40-Jährige auf dem Planeten zu sein», schrieb er. (ses/bru/ak)
Erstellt: 24.08.2012, 06:08 Uhr
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